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  :: Das Online-Magazin der Leipziger Journalistik zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal
 
  MAGAZIN :: BERICHT

Randälchen und Sticheleien

Ganz ohne geht’s nicht

Erstellt am 24. Juni, 23:30 Uhr

An André Hellers Riesenfußball auf dem Leipziger Marktplatz zerschellten mehrere Bierflaschen. So ließen enttäuschte Fans ihren Frust über die deutsche Niederlage raus. Ansonsten ging der Fußballabend in der Messestadt friedlich zu Ende. Im Gegensatz zur Hansestadt Hamburg. Dort zogen etwa 150 Fußballassis durch die Innenstadt und randalierten.

Unrühmliche Folgen einer enttäuschenden Niederlage

:: Kühle Nordlichter laufen heiß

Blumenkästen umwerfen, Schaufenster einschmeißen, Mülleimer anzünden und Kreuzungen blockieren – mit solche unsportlichen Aktivitäten provozierten die Randalierer die Hamburger Polizei. Die griff ein und wurde daraufhin mit Stühlen und Flaschen beworfen. Dabei wurde ein Kameramann von einer Fahnenstange am Kopf getroffen. Die Platzwunde konnte aber schnell behandelt werden. Die Bilanz der Nacht: 23 Personen wurde vorläufig in Gewahrsam genommen, vier weitere richtig eingebuchtet. Die Vier befinden sich mittlerweile wieder auf freien Fuß – sie müssen sich aber wegen Landesfriedensbruch und Sachbeschädigung verantworten.
Auch im Westen gab es Ärger: Besoffene Fußballfans zogen in Gronau im Münsterland aus der Innenstadt Richtung deutsch-niederländischer Grenze. Am Grenzübergang Glanerbrück trafen die 20 Jugendlichen auf feiernde Holländer, die sich auch an der Grenze eingefunden hatten. Zu einer Schlägerei kam es durch das beherzte Eingreifen der Polizei nicht. 20 Platzverweise und eine Festnahme konnten Schlimmeres verhindern. Ein paar Beulen holten sich allerdings ein paar holländische Autos. Ein paar Oranje-Fans waren mit wehenden Fahnen durch Gronau gefahren und wurden mit nicht näher definierten Gegenständen beworfen.


:: Familiendrama in Wuppertal

Weil ihr Mann nach dem Tschechien-Spiel darauf beharrte die Netzer-Delling-Analyse zu gucken, drehte eine Frau in Wuppertal durch. Sie holte ein Messer aus der Küche und stach ihren Mann nieder. Der Mann musste ins Krankenhaus eingeliefert und behandelt werden. Die Verletzung war allerdings nicht lebensgefährlich.
Ruhig blieb es im Süden und in Osten von Deutschland. Die Polizei führt das auf die miese Witterung beim Fußballspiel zurück Tausende Fußballfans, die auf Großleinwänden in den Innenstädten das Spiel sahen, waren froh nach dem Spiel irgendwo im Trocknen zu sitzen.

Daniel Frick

 
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