Gerhard Mayer-Vorfelder (DFB-Präsident):
"Ich habe Rudi sehr zu danken. Er hat auf meine spontane
Frage damals vor vier Jahren zugesagt, die Mannschaft
zu übernehmen. Zunächst war eine Interimszeit
von einem Jahr vorgesehen. Aus einem Jahr sind vier Jahre
geworden. Vier Jahre, in denen die Vize-Weltmeisterschaft
errungen worden ist. Es hat eine vertrauensvolle und offene
Zusammenarbeit stattgefunden, auch wenn es in der einen
oder anderen Frage Spannungen gab. Er hat in der schwierigen
Situation nach der EM 2000 geholfen. Wir erinnern uns
alle an das erste Spiel in Hannover gegen Spanien, in
dem die Nationalmannschaft von den Fans, dank des großen
Ansehens von Rudi Völler von den Fans wieder angenommen
wurde. Ich bedaure die Entscheidung von Rudi sehr. Wir
haben uns gestern Abend aber offen in Augen schauen können,
so dass sein gutes und offenes Verhältnis zum DFB
erhalten bleibt."
Franz Beckenbauer (Ex-Teamchef): "Rudi
Völler war vor vier Jahren das Beste, was dem DFB
passieren konnte. Er hat in der Öffentlichkeit viel
Druck von der Mannschaft genommen, die Spieler sind Sensibelchen.
Wenn man sie anpackt, fallen sie um. Ich kann Rudi verstehen,
ich war damals in einer ähnlichen Situation. Ich
hatte auch die Schnauze voll. Die Emotionen sind manchmal
wichtiger als der Verstand, so komisch das auch klingen
mag. Es wird schwer, einen Nachfolger zu finden, denn
es gibt keinen Zauberer. Den findest du nur im Zirkus
Krone. Mit Blick auf die WM 2006 gibt es nur einen, der
es richten kann: Ottmar Hitzfeld. Ohne unserem Präsidenten
vorgreifen zu wollen, wäre seine Verpflichtung eine
logische Konsequenz. Ottmar ist das Beste, was der deutsche
Fußball im Trainerbereich derzeit zu bieten hat.
Außerdem ist er frei."
Reiner Calmund (Ex-Geschäftsführer
von Bayer Leverkusen): "Rudi hat sich gestern
Nacht mit Präsident Mayer-Vorfelder und dem Generalsekretär
Horst R. Schmitt zurückgezogen. Zwischen drei und
vier Uhr erfuhren wir dann, dass das Thema beendet ist
und Rudi Völler um seinen Rücktritt gebeten
hat, und das Präsidium ist dem Wunsch nachgekommen.
Dann haben wir bis morgens um sechs, halb sieben um Hölzchen
auf Stöckchen diskutiert, was man anderes hätte
machen können, aber die Entscheidung war gefallen.
Es war für alle
eine Schlag. Er hat die schwierige WM-Qualifikation erfolgreich
bestanden und uns zur Vize-Weltmeisterschaft geführt.
Rudi ist ein patenter Kerl, der mit beiden Beinen auf
der Erde steht. Ob ihn jetzt der Bayer-Konzern anspricht,
um ihn wieder zurückzuholen, muss man abwarten. Ich
will Spekulationen keine Nahrung geben. Rudi war ein Glücksfall
für den DFB, es tut mir Leid für ihn. Trotz
der Defizite, die hier aufgetreten sind, war er der richtige
Mann. Wenn ich ihm einen Rat hätte geben sollen,
hätte ich ihm gesagt: Bleib"
Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender
des FC Bayern München): "Ich bedauere
den Rücktritt von Rudi Völler und möchte
mich im Namen des FC Bayern für die äußerst
gute, sympathische und fruchtbare Zusammenarbeit, die
wir hatten, bedanken."
Otto Rehhagel (Nationaltrainer Griechenland):
"Ich habe ein besonderes Verhältnis
zu Rudi. Manchmal trifft man etwas vorschnell seine Entscheidung,
Rudi hätte auch weitermachen können. Er ist
aber alt genug, man muss seine Entscheidung respektieren.
Jetzt ist emotionale Intelligenz gefragt und keine unüberlegten
Schnellschüsse. Man muss jetzt sehen, was auch immer
geschieht, die WM 2006 ist in Deutschland. Darauf muss
man hinarbeiten, dass das klappt. Es ist schrecklich,
dass wir ausgeschieden sind."
Thomas Helmer (Ex-Nationalspieler):
Rudi Völlers Rücktritt war schon überraschend.
Ich glaube, der neue Mann wird es nicht leichter haben,
weil er keine größere Auswahl an Spielern hat.
Ottmar Hitzfeld würde es sicherlich gut machen, aber
es ist nicht wirklich eine Perspektive für 2006 da."
Christoph Dziedo
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