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Völler tritt als Teamchef zurück

Neururer: Mit einem Wort: Scheiße!"

Erstellt am 24. Juni, 20:30 Uhr

Wie üblich verbreitete erst die Bild-Zeitung das Gerücht: Der deutsche Teamchef Rudi Völler ist zurückgetreten. Nach Angaben des Blattes fiel die Entscheidung in der Nacht nach dem EM-Aus. Am Morgen dann die offizielle Bestätigung: "Ich werde von meinem Amt zurücktreten", sagte Völler wortkarg in der einberufenen Pressekonferenz. Die Stimmen - 2.Teil

Werner Hackmann (DFL-Präsident): "Ich bin enttäuscht. Ich kann Völlers Rücktritt nachvollziehen, halte ihn aber für falsch. Ich hätte mir
gewünscht, wir hätten ihn überzeugen können zu bleiben. Rudi Völler war eine Identifikationsfigur für den deutschen Fußball. Ihn zu ersetzen, wird sehr schwer.Wir sind nicht auf dem Tiefpunkt wie vor vier Jahren, es war eher ein Dämpfer. Aber es wird mit den jungen Spielern bis zur WM 2006 aufwärts gehen. Bei der Suche nach einem Nachfolger für Völler lassen wir uns nicht unter Zeitdruck setzen."

Dieter Hoeneß (Manager Hertha BSC Berlin): "Völler war ein Sympathieträger, ich bedaure seinen Rücktritt sehr. Er hat einen schweren Job gemacht und hatte gerade zu den jungen Spielern einen guten Draht. Wenn sich ein Ottmar Hitzfeld als Nachfolger anbietet, wäre er die beste Lösung."

Olaf Thon (Ex-Nationalspieler): "Der Schritt ist richtig und
nachvollziehbar. Wer genau hingehört und zwischen den Zeilen gelesen hat, kann nach dem enttäuschen EM-Aus der Mannschaft nicht überrascht sein. Rudi hatte für diesen Fall schon im Vorfeld der EM angedeutet, dass er diesen Weg gehen wird. Das Positive - auch für das Ansehen seiner Person - ist, dass er freiwillig gegangen ist und nicht gehen musste. Das ideale Modell wäre Hitzfeld als Bundestrainer und Rudi Völler als Manager. Rudi könnte einsteigen, ohne sich groß einarbeiten zu müssen, und könnte Hitzfeld viel Arbeit abnehmen. Tante Käthes Kompetenz ist schließlich unbestritten."

Peter Neururer (Trainer VfL Bochum): "Mit einem Wort? Scheiße! Das ist das Kürzeste, was ich dazu sagen kann. Ich finde es absolut traurig, weil ich meine, dass Rudi für den deutschen Fußball ein absoluter Glücksfall war. Kaum einer hat in den letzten Jahren den deutschen Fuß ball so gut vertreten wie er. Von daher tut es mir persönlich sehr, sehr weh, dass Rudi Völler sich zu diesem Schritt hat treiben lassen. Ich werde versuchen, heute noch mit Rudi zu sprechen, damit Rudi Völler dem deutschen Fußball und auch der
Nationalmannschaft erhalten bleibt. Ich gehe fest davon aus, dass Hitzfeld neuer Nationaltrainer wird. Ich sehe auch keine anderen großartigen Alternativen."

Ewald Lienen (Trainer Hannover 96): "Der Druck auf die Trainer Konsequenzen zu ziehen, wenn mal was nicht so geklappt hat, wird immer größer. Ich hab das eben erst wieder in Spanien erlebt. Das Scheitern der spanischen Nationalmannschaft hat einen derartigen Sturm verursacht, dass der Trainer, der eigentlich gar nicht zurücktreten wollte, jetzt wahrscheinlich doch zurücktritt. Ich halte das für eine sehr, sehr ungesunde Entwicklung, dass der öffentliche Druck darüber entscheidet, ob man im Amt bleibt oder nicht."

Klaus Wowereit (Berlins Regierender Bürgermeister): "Für mich ist die Trainer-Konsequenz richtig. Dieses Abschneiden ist der Zeitpunkt, um neu anzufangen, ohne die Leistungen von Rudi Völler schmälern zu wollen. Ich hoffe, der Deutsche Fußball-Bund nimmt mit seiner Politik Einfluss darauf, dass wir 2006 wieder eine WM-taugliche Mannschaft haben. Für die WM bei uns in Deutschland wird das Abschneiden unserer Mannschaft in Portugal keinen Einfluss haben."

Christoph Dziedo

 

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