Werner Hackmann (DFL-Präsident): "Ich
bin enttäuscht. Ich kann Völlers Rücktritt
nachvollziehen, halte ihn aber für falsch. Ich hätte
mir
gewünscht, wir hätten ihn überzeugen können
zu bleiben. Rudi Völler war eine Identifikationsfigur
für den deutschen Fußball. Ihn zu ersetzen,
wird sehr schwer.Wir sind nicht auf dem Tiefpunkt wie
vor vier Jahren, es war eher ein Dämpfer. Aber es
wird mit den jungen Spielern bis zur WM 2006 aufwärts
gehen. Bei der Suche nach einem Nachfolger für Völler
lassen wir uns nicht unter Zeitdruck setzen."
Dieter Hoeneß (Manager Hertha BSC Berlin):
"Völler war ein Sympathieträger,
ich bedaure seinen Rücktritt sehr. Er hat einen schweren
Job gemacht und hatte gerade zu den jungen Spielern einen
guten Draht. Wenn sich ein Ottmar Hitzfeld als Nachfolger
anbietet, wäre er die beste Lösung."
Olaf Thon (Ex-Nationalspieler): "Der
Schritt ist richtig und
nachvollziehbar. Wer genau hingehört und zwischen
den Zeilen gelesen hat, kann nach dem enttäuschen
EM-Aus der Mannschaft nicht überrascht sein. Rudi
hatte für diesen Fall schon im Vorfeld der EM angedeutet,
dass er diesen Weg gehen wird. Das Positive - auch für
das Ansehen seiner Person - ist, dass er freiwillig gegangen
ist und nicht gehen musste. Das ideale Modell wäre
Hitzfeld als Bundestrainer und Rudi Völler als Manager.
Rudi könnte einsteigen, ohne sich groß einarbeiten
zu müssen, und könnte Hitzfeld viel Arbeit abnehmen.
Tante Käthes Kompetenz ist schließlich unbestritten."
Peter Neururer (Trainer VfL Bochum): "Mit
einem Wort? Scheiße! Das ist das Kürzeste,
was ich dazu sagen kann. Ich finde es absolut traurig,
weil ich meine, dass Rudi für den deutschen Fußball
ein absoluter Glücksfall war. Kaum einer hat in den
letzten Jahren den deutschen Fuß ball so gut vertreten
wie er. Von daher tut es mir persönlich sehr, sehr
weh, dass Rudi Völler sich zu diesem Schritt hat
treiben lassen. Ich werde versuchen, heute noch mit Rudi
zu sprechen, damit Rudi Völler dem deutschen Fußball
und auch der
Nationalmannschaft erhalten bleibt. Ich gehe fest davon
aus, dass Hitzfeld neuer Nationaltrainer wird. Ich sehe
auch keine anderen großartigen Alternativen."
Ewald Lienen (Trainer Hannover 96):
"Der Druck auf die Trainer Konsequenzen zu ziehen,
wenn mal was nicht so geklappt hat, wird immer größer.
Ich hab das eben erst wieder in Spanien erlebt. Das Scheitern
der spanischen Nationalmannschaft hat einen derartigen
Sturm verursacht, dass der Trainer, der eigentlich gar
nicht zurücktreten wollte, jetzt wahrscheinlich doch
zurücktritt. Ich halte das für eine sehr, sehr
ungesunde Entwicklung, dass der öffentliche Druck
darüber entscheidet, ob man im Amt bleibt oder nicht."
Klaus Wowereit (Berlins Regierender Bürgermeister):
"Für mich ist die Trainer-Konsequenz richtig.
Dieses Abschneiden ist der Zeitpunkt, um neu anzufangen,
ohne die Leistungen von Rudi Völler schmälern
zu wollen. Ich hoffe, der Deutsche Fußball-Bund
nimmt mit seiner Politik Einfluss darauf, dass wir 2006
wieder eine WM-taugliche Mannschaft haben. Für die
WM bei uns in Deutschland wird das Abschneiden unserer
Mannschaft in Portugal keinen Einfluss haben."
Christoph Dziedo
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