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Wird es Hitzfeld?

Poker um Völlers Nachfolge verlängert

Erstellt am 25. Juni, 19:15 Uhr

Für den DFB war dieser Freitag ein Tag der Krisensitzungen. Es galt nicht nur, das Vorrunden-Aus in Portugal und den Rücktritt Völlers zu verarbeiten. Auch die Bundesliga übte massive Kritik an der Arbeitsweise des Fußball-Bundes.

Nach dem Blitz-Rücktritt Rudi Völlers steht Gerhard Mayer-Vorfelder im Kreuzfeuer der Kritik. Im Mittelpunkt der Vorwürfe stand die Art, wie Völler verabschiedet wurde: Ohne öffentliche Rückendeckung von Seiten des DFBs reichte Völler überraschend in der Nacht zum Donnerstag seinen Rücktritt ein. Dass diese Art der Krisenbewältigung wenig Anklang findet, wurde offenbar auch dem DFB-Präsidenten klar. Für die Suche nach einem Nachfolger möchte sich Mayer-Vorfelder nun mehr Zeit nehmen.

:: Hitzfeld aussichtsreichster Kandidat

Die Bundesliga will ihn als Nationaltrainer: Ottmar Hitzfeld

So wurde das offizielle Interesse Ottmar Hitzfelds für das Amt des Nationaltrainers noch nicht vom DFB kommentiert. "Es wurde weder mit ihm gesprochen, noch mit jemand anderem", so DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt. Die Liste der Kandidaten ist jedoch übersichtlich: "Fast-Bundestrainer" Christoph Daum ist wegen seiner Kokain-Affäre moralisch untragbar, Otto Rehhagel bleibt bis 2006 bei den Griechen vertraglich gebunden.

Das Votum der Bundesligamacher ist hingegen klar: Ottmar Hitzfeld. Dieter Hoeness, Vorstand des "Arbeitskreises Nationalmannschaft", machte sich im Namen der Bundesliga für den Ex-Bayern-Coach öffentlich stark: "Es gibt nur den einen Namen, alles andere kannst du vergessen. Es muss gelingen, ihn zu verpflichten. Dann gibt es einen Schub."

:: Beckenbauer gibt seinen Segen

Keine wirkliche Alternative: Christoph Daum

Bayern München erteilte Hitzfeld bereits die Freigabe und empfahl dem DFB eine Verpflichtung: "Er ist die perfekte Alternative und er ist frei", so der Bayern-Präsident Franz Beckenbauer. DFB-Präsident Mayer-Vorfelder, der in bis jetzt in Portugal weilt, erklärte die Suche um einen Völler-Nachfolger zur "Chefsache". Er sieht sich massiven Vorwürfen ausgesetzt. Der Trainer des VfL Bochum, Peter Neururer, kommentierte Völlers Demission wie folgt: "Nicht Völler, sondern die DFB-Führungsspitze muss sich fragen, ob sie nicht besser ausgetauscht worden wäre."

Auch die Art, wie der DFB seine Nationalmannschaft auf die WM im eigenen Land vorbereite, wurde kritisiert. HSV-Coach Klaus Toppmöller und sein Kollege Wolfgang Wolf vom 1.FC Nürnberg forderten ein Umdenken beim DFB. "Alte Zöpfe müssen ab. Für manche Nationalspieler ist es gut, dass jetzt Schluss ist", so Wolf.

:: Völler-Nachfolger in zwei Wochen

Mayer-Vorfelder vertagte die Entscheidung über den neuen Nationaltrainer auf die übernächste Woche. Offenbar möchte "MV" die Welle der Kritik und den Schock über das doppelte Aus – EM und Völler - erst über das Land ziehen lassen.

Auch intern scheint der DFB Zeit zu benötigen. DFB-General-Sekretär Horst. R. Schmidt bestätigte dies: "Wir sind dabei, die ganze Sache zu verarbeiten, uns aufzustellen und abzustimmen, wie was zu erledigen ist in den nächsten Tagen."

Markus Mähler

 
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