Nach dem Blitz-Rücktritt Rudi Völlers steht
Gerhard Mayer-Vorfelder im Kreuzfeuer der Kritik. Im Mittelpunkt
der Vorwürfe stand die Art, wie Völler verabschiedet
wurde: Ohne öffentliche Rückendeckung von Seiten
des DFBs reichte Völler überraschend in der
Nacht zum Donnerstag seinen Rücktritt ein. Dass diese
Art der Krisenbewältigung wenig Anklang findet, wurde
offenbar auch dem DFB-Präsidenten klar. Für
die Suche nach einem Nachfolger möchte sich Mayer-Vorfelder
nun mehr Zeit nehmen.
:: Hitzfeld aussichtsreichster
Kandidat
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Die Bundesliga will ihn als Nationaltrainer:
Ottmar Hitzfeld
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So wurde das offizielle Interesse Ottmar Hitzfelds für
das Amt des Nationaltrainers noch nicht vom DFB kommentiert.
"Es wurde weder mit ihm gesprochen, noch mit jemand
anderem", so DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt.
Die Liste der Kandidaten ist jedoch übersichtlich:
"Fast-Bundestrainer" Christoph Daum ist wegen
seiner Kokain-Affäre moralisch untragbar, Otto Rehhagel
bleibt bis 2006 bei den Griechen vertraglich gebunden.
Das Votum der Bundesligamacher ist hingegen klar: Ottmar
Hitzfeld. Dieter Hoeness, Vorstand des "Arbeitskreises
Nationalmannschaft", machte sich im Namen der Bundesliga
für den Ex-Bayern-Coach öffentlich stark: "Es
gibt nur den einen Namen, alles andere kannst du vergessen.
Es muss gelingen, ihn zu verpflichten. Dann gibt es einen
Schub."
:: Beckenbauer
gibt seinen Segen
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Keine wirkliche Alternative: Christoph
Daum
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Bayern München erteilte Hitzfeld bereits die Freigabe
und empfahl dem DFB eine Verpflichtung: "Er ist die
perfekte Alternative und er ist frei", so der Bayern-Präsident
Franz Beckenbauer. DFB-Präsident Mayer-Vorfelder,
der in bis jetzt in Portugal weilt, erklärte die
Suche um einen Völler-Nachfolger zur "Chefsache".
Er sieht sich massiven Vorwürfen ausgesetzt. Der
Trainer des VfL Bochum, Peter Neururer, kommentierte Völlers
Demission wie folgt: "Nicht Völler, sondern
die DFB-Führungsspitze muss sich fragen, ob sie nicht
besser ausgetauscht worden wäre."
Auch die Art, wie der DFB seine Nationalmannschaft auf
die WM im eigenen Land vorbereite, wurde kritisiert. HSV-Coach
Klaus Toppmöller und sein Kollege Wolfgang Wolf vom
1.FC Nürnberg forderten ein Umdenken beim DFB. "Alte
Zöpfe müssen ab. Für manche Nationalspieler
ist es gut, dass jetzt Schluss ist", so Wolf.
:: Völler-Nachfolger
in zwei Wochen
Mayer-Vorfelder vertagte die Entscheidung über
den neuen Nationaltrainer auf die übernächste
Woche. Offenbar möchte "MV" die Welle der
Kritik und den Schock über das doppelte Aus
EM und Völler - erst über das Land ziehen lassen.
Auch intern scheint der DFB Zeit zu benötigen. DFB-General-Sekretär
Horst. R. Schmidt bestätigte dies: "Wir sind
dabei, die ganze Sache zu verarbeiten, uns aufzustellen
und abzustimmen, wie was zu erledigen ist in den nächsten
Tagen."
Markus Mähler
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