Debatte um Zukunft im deutschen Fußball
Kahn: Nationalspieler brauchen internationale Praxis
Erstellt am 30. Juni, 18:45 Uhr
Kritik an Präsident Mayer-Vorfelder, die ungeklärte
Nationaltrainer-Frage – beim DfB rumort es in diesen
Tagen kräftig. Dass dabei die sportliche Situation im
deutschen Fußball nicht aus dem Blickfeld gerät,
dafür hat nun Oliver Kahn gesorgt. Er fordert eine optimale
Vorbereitung der jungen Nationalspieler auf die WM 2006 im
eigenen Land.
Dazu gehören nach Meinung des Kapitäns vor allem
permanente Einsätze in internationalen Fußballwettbewerben.
Die jungen Nationalspieler wie Paul Freier, Kevin Kuranyi,
Philipp Lahm und Lukas Podolski müssten im Konzert der
Großen mitspielen, sagte Kahn der Sport-Nachrichtenagentur
sid. „Die müssen Verantwortung in den Vereinen
übernehmen und die Möglichkeit haben, um große
Titel mitzuspielen. Nur so reifen diese Spieler, und es entsteht
das nötige Selbstvertrauen“, so der 35-Jährige.
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| Sorgt sich um die sportliche Entwicklung
im deutschen Fußball: Oliver Kahn |
Nicht nachvollziehen könne er, dass ein Talent wie Lukas
Podolski weiterhin beim 1.FC Köln in der zweiten Bundesliga
spielt. Besser macht es nach Kahns Ansicht Bastian Schweinsteiger,
der bei Bayern München auf höchstem Niveau spiele.
Doch selbst unter diesen Bedingunen werde es in Bezug auf
die WM 2006 eng: „Wenn man Bastian Schweinsteiger sieht,
der ist auch ein Riesentalent. Aber zwei Jahre sind eine kurze
Zeit. Er müsste normal auch noch einige Jahre reifen.“
:: Kahn:
„Deutsche Spieler müssen auf die Schlüsselpositionen“
Einen Grund für die Probleme im deutschen Fußball
sieht der Torwart in den vielfältigen Freizeitbeschäftigungen,
weshalb die Jugendlichen nicht mehr automatisch zum Fußball
kommen würden. Zudem seien bei den Bundesligavereinen
die Schlüsselpositionen zu oft von Ausländern besetzt.
„Aber gerade diese Positionen müssen von deutschen
Spielern besetzt werden, damit sie lernen, Verantwortung zu
übernehmen und nicht zu Mitläufern werden“,
sagte Kahn.
:: Zukunft
von Stielike wieder offen
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| Gerhard Mayer-Vorfelder wird sich
am Montag einige Kritik anhören müssen. |
Die sportliche Situation im deutschen Fußball war in
den letzten Tagen komplett in den Hintergrund getreten. Heftige
Kritik gab es unter anderem am Führungsstil von Präsident
Gerhard Mayer-Vorfelder, dem mangelnde interne Kommunikation
vorgeworfen wird. Erst vorgestern kündigte „MV“
an, über die Zukunft von U21-Trainer Uli Stielike neu
nachzudenken. Zunächst hatte sich der Präsident
trotz der Kritik für eine Weiterbeschäftigung Stielikes
entschieden, doch nach Völlers Rücktritt habe sich
ein neuer Sachverhalt ergeben. Womöglich wird in Zukunft
der bisherige Bundestrainer Michael Skibbe die U21-Elf betreuen.
:: Sitzung
des DFB-Präsidiums am nächsten Montag
Alle Augen sind nun auf den kommenden Montag gerichtet,
wenn sich das DFB-Präsidium zu einer außerordentlichen
Sitzung treffen will. Dort wird „MV“ Stellung
zur geübten Kritik nehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird
ebenso die Entscheidung von Ottmar Hitzfeld erwartet, ob er
den Trainerposten annehmen will. Alle wichtigen Fragen mit
dem Ex-Bayern-Coach sind ausgehandelt – unter anderem
das Jahresgehalt von vier Millionen Euro und die weitere Zusammenarbeit
mit Co-Trainer Michael Henke – und selbst Ehefrau Beatrix
hat schon ihr Einverständnis gegeben. Doch Hitzfeld schweigt
– noch.
Christoph Meichsner
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