| SPIELE
FINALE :: VORSCHAU |
Portugal - Griechenland
Mauert sich Hellas zum Titel?
Erstellt am 03. Juli, 23:55 Uhr
Ein Ergebnis des Finales dieser Europameisterschaft steht
schon jetzt fest: Es wird mit großer Sicherheit kein
fußballerischer Leckerbissen werden. Denn dass Griechenland
plötzlich von der bisher so erfolgreichen Zerstörungstaktik
abrückt und sich mit spielerischen Mitteln gegen Gastgeber
Portugal versucht, ist mehr als unwahrscheinlich. Egal mit
welcher Taktik sie spielen, gegen das Team von Luis Felipe
Scolari wird es schwierig für die Hellenen, denn die
Portugiesen wollen Revanche für die Niederlage im Eröffnungsspiel.
 |
|
Augen zu und durch: Trajanos Dellas
schoss Griechenland ins Finale.
|
Die Griechen werden personell relativ unverändert ins
Finale gehen. Verzichten muss Otto Rehhagel lediglich auf
Mittelfeldspieler Georgios Karagounis, der im Halbfinale die
zweite gelbe Karte gesehen hatte und für das Finale gesperrt
ist. Ansonsten kann "König Otto" aus dem Vollen
schöpfen, ein Zeichen für die Disziplin, die Rehhagel
seinen Spielern eingeimpft hat. Denn eine defensive Spielweise
wie die der Griechen bringt normalerweise mehr Fouls und damit
auch Verwarnungen mit sich.
Doch bei aller Disziplin ist, wie schon im Viertel- und im
Halbfinale, die große Frage, wie die Griechen diesmal
ein Tor schießen wollen. Stürmer Angelos Charisteas
ist zwar in guter Form, die Griechen sind zudem bei Standardsituationen
gefährlich, aber ein funktionierendes und starkes Offensivsystem
haben sie nicht. Die alte Fußballweisheit "Hinten
dicht und vorne hilft der liebe Gott" hat bisher immer
funktioniert, ob diese Spielweise aber auch im Finale zum
Erfolg führen kann, darf bezweifelt werden.
::
Neue Abwehr funktioniert bestens
 |
|
Sorgenfalten bei "König Otto":
Wie kann man die scheinbar übermächtigen Portugiesen
schlagen?
|
Denn auch die Portugiesen haben mittlerweile ebenfalls einen
sicheren, eingespielten Defensivblock. Die Viererkette mit
Miguel, Ricardo Carvalho, Jorge Andrade und Nuno Valente hat
im Verlauf des Turniers immer besser zu einander gefunden.
Nach der Auftaktpleite gegen Griechenland in der Vorrunde
wurde Abwehrchef und Alt-Star Fernando Couto endgültig
aus der Anfangsformation genommen. Die Maßnahme fruchtete,
Portugal ließ in der Vorrunde kein Gegentor mehr zu
und auch die hochgelobten holländischen Stürmer
konnten selbst kein Tor erzielen.
Verstärkt wird die Abwehr durch Torwart Ricardo, der
eigentlich nur als Lückenbüßer für Vitor
Baia in die Startelf der "Seleccao" gerückt
war. Er war im bisherigen Turnier ein sicherer Rückhalt
für sein Team. Spätestens nachdem er mit seinem
gehaltenen Elfmeter und dem folgenden entscheidenden Treffer
im Viertelfinale gegen England für das Weiterkommen seines
Teams gesorgt hat, dürfte der 28-jährige von Sporting
Lissabon vor Selbstvertrauen strotzen.
::
Figo will sein Team zum Titel führen
 |
|
Luis Figo will seine große Karriere
mit dem EM-Titel im eigenen Land krönen.
|
Als letztes Überbleibsel von Portugals "Goldener
Generation" will Luis Figo seine große Karriere
mit dem EM-Titel krönen. Nachdem er bei dieser Endrunde
in drei von vier Spielen ausgewechselt worden war, zeigte
er im Halbfinale, dass er immer noch zu den Großen des
Weltfußballs gehört. Mit seiner engagierten Leistung
meldete er sich als der unumstrittene Leader seiner Mannschaft
zurück. Unterstützt wird er im Mittelfeld von Jungstar
Cristiano Ronaldo, der als Flankengeber und auch als Torschütze
in Erscheinung trat sowie von Rui Costa. Der Alt-Star war
bisher als Joker erfolgreich und wird wohl auch diesmal von
der Bank kommen. Es wird sein letztes Spiel für Portugal
sein, nach dem EM tritt er zurück.
Trotz der starken Abwehr und des Mittelfelds haben auch die
Portugiesen ihre Schwächen. Stürmer Pedro Pauleta
traf bei dieser EM bisher kein Scheunentor. Pauleta, der für
Paris St. Germain fast in jedem Spiel trifft, vergab allein
im Halbfinale Großchancen, die für drei Spiele
gereicht hätten. Nuno Gomes hat in der Vorrunde gegen
Spanien Portugals bisher einziges Stürmertor erzielt,
trat danach aber nicht mehr in Erscheinung. Diese Schwäche
im Sturm könnte gegen die Griechen verhängnisvoll
sein. Denn viele Torgelegenheiten bekommt man gegen die hellenische
Mauertruppe nicht.
::
Griechen in gewohnter Rolle
Dennoch sind die Portugiesen haushoher Favorit in diesem
Finale. Die Euphorie der Fans ist grenzenlos und wird das
Team im Endspiel noch zusätzlich anspornen. Allerdings
ist die griechische Mannschaft die Rolle des Underdogs schon
seit dem ersten Spiel dieser Endrunde gewohnt. Erwarten kann
man auf jeden Fall eine spannende und dramatische Partie.
Adrian Bauer
::
Nach oben
Startseite
| Magazin
| EM
in L.E. | EMma
| Spiele
| Teams
Spielstätten |
EM-Historie
| Kontakt
| Gewinnspiel
| Impressum
|