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  :: Das Online-Magazin der Leipziger Journalistik zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal
 
  SPIELE VIERTELFINALE :: VORSCHAU

Portugal - England

Briten beschwören "Geist von Wembley"

Erstellt am 24. Juni, 16:15 Uhr

Im „Estadio da Luz“ von Lissabon treffen im ersten Viertelfinalspiel Gastgeber Portugal und England aufeinander. 38 Jahre ist es her, als sich die Briten bei der Heim-WM im Halbfinale gegen die Südeuropäer durchsetzten und ein Spiel darauf zum ersten und einzigen Mal Weltmeister wurden. Der „Geist von Wembley“ schwirrt plötzlich allen Engländern durch den Kopf. Sind die „Löwen“ diesmal zu stoppen?

Sven Göran Eriksson glaubt fest an den Team-Spirit in seiner Truppe: „Ich spüre eine ähnliche Einstellung und Moral wie in dem Team, das 1966 Weltmeister wurde. Wir sind zu allem fähig, auch zum Titelgewinn", so der Schwede. Er warnt allerdings im gleichen Zug vor der ebenfalls starken Elf der Hausherren: „Die Portugiesen sind technisch alle hervorragend und verfügen über sehr schnelle Spieler. Es sollte ein grandioses Spiel werden."

:: Beckham: „Ich fürchte, dass sie verlieren“

Obwohl beide Teams ihre Auftaktspiele verloren, qualifizierten sie sich mit jeweils zwei darauf folgenden Siegen dennoch fürs Viertelfinale. Die Engländer bewiesen dabei mit bisher acht erzielten Treffern eindrucksvoller ihren Torhunger als der vier mal erfolgreiche Gastgeber. „Portugal ist ein Klasseteam, aber ich fürchte, dass sie verlieren“, verkündet Englands Kapitän David Beckham. „Wir kommen immer besser in Fahrt“, so der 29-Jährige.

Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams im Februar hieß es am Ende 1:1. Zu diesem Ergebnis wird es diesmal nicht kommen – Alles oder Nichts lautet diesmal die Devise. Schlechte Erinnerungen haben die Engländer noch an das letzte Duell mit Portugal in einem Pflichtspiel. Trotz 2:0-Führung vermasselten die Briten ihr EM-Auftaktspiel 2000 noch und unterlagen den Südeuropäern mit 2:3 Toren.

:: Zweikämpfe versprechen Spannung

Spannende Duelle auf dem Feld warten auf die Zuschauer: David Beckham und sein Teamkollege bei Real Madrid, Luis Figo, werden sich im Mittelfeld nichts schenken. Schlägt der englische Überflieger Wayne Rooney erneut zu oder wird Portugals Nachwuchsstürmer Christiano Ronaldo sein Team ins Halbfinale schießen? „Wenn wir mindestens so gut sind wie gegen Spanien, haben wir unsere Chance. Wir denken nur an den Sieg", tönt Ronaldo vor der Partie.

Luiz Felipe Scolari muss im Sturm auf den gelb-gesperrten Pauleta verzichten. Für ihn wird Nuno Gomes, Torschütze des goldenen Tors gegen Spanien, an der Seite von Ronaldo stürmen. In der Elf von Sven Göran Eriksson sind keine Änderungen zum letzten Gruppenspiel gegen Kroatien zu erwarten.

:: Eriksson lässt schon mal Elfmeter trainieren

Ronaldo ist heiß auf das Duell mit den Briten: „Wir denken nur an den Sieg!“

Falls es zum Elfmeterkrimi kommen sollte, sind die Engländer diesmal gerüstet. Im Trainingslager und während der EM ließ Eriksson regelmäßig Strafstöße trainieren, um keine böse Überraschung zu erleben. Bei der WM 1990, der EM 1996 und der WM 1998 zogen die Briten in der Finalrunde beim „Shoot-Out“ jedes Mal den Kürzeren.

Im „Stadion des Lichts“, Schauplatz der Begegnung, hat Portugal seit 17 Jahren kein Länderspiel mehr verloren. Dass jede Serie reißt, haben die Gastgeber jedoch beim Sieg gegen Spanien - dem ersten nach 23 Jahren - selbst bewiesen.

:: So könnten sie spielen:

Portugal (Trainer: Luiz Felipe Scolari): Ricardo - Miguel, Andrade, Carvalho, Nuno Valente - Maniche, Costinha, Figo, Deco - Ronaldo, Nuno Gomes

England (Trainer: Sven Göran Eriksson): James - G.Neville, Terry, Campell, Cole -Gerrard, Lampard, Beckham, Scholes - Owen, Rooney

Schiedsrichter: Urs Meier (Schweiz)

Stadion: Estadio da Luz, Lissabon (Kapazität: 65 275)

Robert Nössler

 
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