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VIERTELFINALE :: BERICHT |
Frankreich - Griechenland
Quelle blamage! Adieu, les bleus!
Erstellt am 26. Juni, 10:00 Uhr
Es bleibt dabei. Ein amtierender Europameister kann
seinen Titel nicht verteidigen. Für Frankreich ist sensationell
schon im Viertelfinale Schluss. Und das ausgerechnet gegen
den krassen Außenseiter Griechenland. Dank einer kämpferisch
überzeugenden Leistung bezwangen die Hellenen die „Equipe
tricolore“ verdient mit 1:0. Der Titelverteidiger enttäuschte
auf der ganzen Linie und bot eine katastrophale Vorstellung.
45.000 Zuschauer dachten, sie sind im falschen Film. Schon
mitten in der ersten Halbzeit mussten sich die Franzosen ein
gellendes Pfeifkonzert anhören. Es war überhaupt
das erste Mal in diesem Turnier, dass es für eine Mannschaft
Pfiffe von den eigenen Fans gab. Das, was man von den Blauen
zu sehen bekam, war erst brotlos, dann ratlos und schließlich
hilflos. ARD-Kommentator Steffen Simon brachte es auf den
Punkt: „Liebe Zuschauer. Sie kennen unsere EM-Hotline.
Wenn Sie einen Franzosen sehen, der sich bewegt, geben Sie
mir Bescheid!“
:: Griechen kompakt
und kontrolliert offensiv
Otto Rehhagel ist eine taktische Meisterleistung gelungen.
Seine Griechen standen kompakt und wagten sich auch mehrfach
nach vorne. Ihr zerstörerisches Spiel war effektiv. Frankreichs
Stürmer Trezeguet und Henry waren bei Kapsis und Seitaridis
weitestgehend abgemeldet. Außer einer Kopfballchance
durch Henry (25., rechts vorbei) war in Hälfte 1 nichts
drin. Auch Mittelfeldstar Zidane verlor einen Ball nach dem
anderen.
Ganz anders die Griechen. In der 14. Minute prüft Demis
Nikolaidis Frankreichs Torwart Barthez erstmals mit einem
Distanzschuss. Eine Minute später drehen die Griechen
nach einem Karagounis-Freistoß schon jubelnd ab. Doch
Barthez verhindert im letzten Moment, dass der Ball die Torlinie
in vollem Umfang überschreitet. In der 37. Minute hält
Fissas einfach mal aus 35 Metern drauf. Der Ball senkt sich
gefährlich. Frankreichs Torsteher rettet mit der Faust.
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15. Minute: Nicht komplett hinter der
Linie: Frankreichs Schlussmann verhindert von Beginn
an Schlimmeres
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:: Frankreich nach der Pause
bemühter
Nach der Pause bemühte sich Frankreich mehr, ohne aber
besser zu werden. Zwar erarbeitete sich die „Equipe
tricolore“ jetzt wesentlich mehr Spielanteile, ernsthafte
Großchancen sprangen jedoch weiterhin nicht raus. Mehr
als ein abgefälschter 15-Meter-Seitfallzieher von Henry
(49.) und ein Solo von Lizarazu (57.) waren nicht drin. Griechenlands
Abwehrrecken um den Libero Traianos Dellas waren weiterhin
zur Stelle.
:: „Harrys“
zweites Euro-Tor
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Das goldene Tor: Barthez hat gegen Charisteas
keine Chance.
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Das goldene Tor dann in Minute 65: Kapitän Zagorakis
setzt sich auf der rechten Seite gegen Lizarazu durch und
flankt in die Mitte. Dort steht Thuram zu weit weg, um Charisteas
am Köpfen zu hindern. Aus sechs Metern fliegt der Ball
oben rechts in den Kasten. Keeper Barthez ist machtlos.
:: Offensive
Einwechslungen
Frankreichs Coach Santini reagierte und brachte mit Wiltord
und Saha für Dacourt und Trezeguet sowie später
Rothen für Pires neue Offensivkräfte. Zwingende
Gelegenheiten sprangen bis zur Schlussphase jedoch weiterhin
nicht raus.
:: Aufbäumen der
Blauen kurz vor Schluss
Frankreichs Aufbäumen kommt zu spät. Drei Minuten
vor Schluss scheitert Henry mit einem Kopfball aufs lange
Eck. Der Ball geht um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei.
In der Nachspielzeit hat Lizarazu eine Doppelchance. Zunächst
schießt er mit rechts Seitaridis an, den Abpraller jagt
er dann mit links in die Wolken.
::
Rehhagel sechster deutscher Trainer im EM-Halbfinale
Letzten Endes hat sich mannschaftliche Geschlossenheit gegen
individuelle Klasse durchgesetzt. Die Griechen haben ihr erstes
K.-O.-Spiel in einem großen Turnier gewonnen und stehen
zum ersten Male in einem Halbfinale. Otto Rehhagel ist nach
Helmut Schön, Jupp Derwall, Sepp Piontek (mit Dänemark),
Franz Beckenbauer und Berti Vogts der sechste deutsche Trainer,
der es mit einer Mannschaft unter die letzten vier geschafft
hat.
:: Spielstatistik:
Frankreich (Trainer: Jacques Santini): Barthez -
Gallas, Thuram, Silvestre, Lizarazu - Makelele, Dacourt (72.
Wiltord), Zidane, Pires (79. Rothen) - Henry, Trezeguet (72.
Saha).
Griechenland (Trainer: Otto Rehhagel): Nikopolidis
- Seitaridis, Kapsis, Dellas, Fissas - Karagounis, Zagorakis,
Katsuranis, Basinas (85. Tsiartas) - Charisteas, Nikolaidis
(61. Lakis).
Schiedsrichter: Anders Frisk (SWE)
Tore: 0:1 Angelos Charisteas (65.)
Gelbe Karten: Zinedine Zidane (45.), Louis Saha
(86.) – Georgios Karagounis (6.), Theodoros Zagorakis
(50.)
Zuschauer: 45.390
Christoph Dziedo
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