Kontakt  |  Gewinnspiel  |  Impressum  
 
  :: Das Online-Magazin der Leipziger Journalistik zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal
 
VIERTELFINALE :: KOMMENTAR

Viertelfinale Frankreich - Griechenland

Otto Rehagel im Kreis der Götter

Erstellt am 26. Juni, 14:00 Uhr

Griechenland hat jetzt schon diese Euro gewonnen. Natürlich hatte Frankreich die bessere Mannschaft, war klarer Favorit. In ihren Reihen standen bei diesem Spiel noch sieben Welt- und Europameister. Diese Weltstars verdienen Gehälter, die sich selbst die Clubs nicht leisten können, die sie bezahlen. Doch für die Mannschaft von Otto Rehagel hat es nicht gereicht. Dafür wird er in Griechenland heilig gesprochen.

:: Der Mann des Spiels

Es ist klar Otto Rehagels Verdienst, mit dieser Mannschaft das Halbfinale zu erreichen. Diese Leistung muss man anerkennen. Sein oberlehrerhafter Stil, er selbst nennt ihn gern diktatorisch, ist daran nicht unschuldig. Er ist seit knapp drei Jahren der klare Chef im griechischen Fußball. In dieser Zeit hat er aus dem Nichts eine Mannschaft geformt, die mit den „Großen“ mithalten kann.

:: Entzauberte Franzosen

Die Hellenen zeichneten sich durch großen Kampfgeist und eine sensationelle läuferische Leistung aus. Sie ließen den „Blauen“ kaum Platz, um ihr Spiel aufzuziehen. Thierry Henry, Zinedine Zidane, David Trezeguet wurden gnadenlos entzaubert, schon weit vor dem Tor sahen sie sich zumeist gleich zwei Griechen gegenüber. Nebenbei zogen die Hellenen ein sicheres Kombinationsspiel auf, schnörkellos arbeiteten sie sich immer wieder vor das gegnerische Tor. Natürlich fehlte ihnen die spielerische Leichtigkeit, die die Franzosen in ihren besten Tagen auszeichnete.

:: Auch Griechen können Fußball spielen

Aber sie können Tore schießen, gegen Frankreich war es Angelos Charisteas, zweite Wahl bei Werder Bremen. Er nutzte die einzige echte Chance, als er frei zum Kopfball kam. Damit schockte er ganz Fußball- Frankreich. Damit hatte keiner gerechnet und erst jetzt begann der Favorit mit der überfälligen Offensive, zu spät.

:: Otto, bleib wo du bist

Otto Rehagel hat mit dem Einzug ins Halbfinale einen seiner größten Erfolge erzielt. Aber vom vakanten Trainerstuhl der deutschen Nationalmannschaft muss er die Finger lassen. Denn nur solange er Mannschaften trainiert, in denen keiner seine Diktatur antastet, hat er Erfolg. Für Bayern München oder auch für die deutsche Nationalmannschaft war und ist er deshalb der falsche Mann, denn dort gibt es zu viele, die sich nicht unterordnen wollen. Und er weiß es, denn einmal hat er diesen Fehler schon gemacht. Mit Griechenland konnte er nur gewinnen, in Deutschland kann er wieder nur verlieren.

Dann doch lieber ein neues Denkmal für den Diktator im Ursprungsland der Demokratie.

Von Marian Schmalz

 

 

 

 
Aktuelle Ergebnisse
Auf EM OLÉ