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 SPIELE VIERTELFINALE :: BERICHT

Tschechien - Dänemark

Poborsky und Baros machen den Unterschied

Erstellt am 27. Juni, 23:40 Uhr, aktualisiert am 28. Juni, 10:54 Uhr

Tschechien brannte kein Offensiv-Feuerwerk ab und agierte gegen die lange Zeit gut mitspielende Dänen ungewohnt defensiv. Doch die Geistesblitze der Superstars machten den Unterschied: Poborsky als zweimaliger Vorbereiter und Baros - trotz seiner Jugend - als abgeklärter Vollstrecker, schickten Dänemark nach Hause.

Karel Brückner griff wieder auf seine Superstars zurück, die gegen Deutschland ob der bereits sicheren Qualifikation für das Viertelfinale geschont wurden. Für Blazek, Mares, Rozenahl, Plasil, Vachousek, Tyce, Lokvenc und Heinz rotierten die Etablierten Cech, Ujfalusi, Jankulovski, Poborsky, Nedved, Rosicky, Koller und Baros in die Startelf.


Während sein Gegenüber somit auf gleich acht (!) Positionen umstellte, änderte Morten Olsen sein Team primär verletzungsbedingt auf drei Positionen. Niclas Jensens Part in der Vierer-Abwehrkette nahm Bögelund ein. Für Claus Jensen und Poulsen mussten Daniel Jensen und Sand (angeschlagen) die Ersatzbank hüten.

Tschechien verließ sich erneut auf sein bewährtes 4-4-2-System, welches im Mittelfeld rautenförmig aufgezogen war. Rosicky kam dabei die Rolle hinter den beiden Spitzen Koller und Baros zu, Nedved und Poborsky wichen auf die Flügel aus. Dänemark trat im bekannten 4-3-3-System an. Tomasson füllte dabei die zentrale Position im Angriffs-Dreigestirn aus, seine ursprüngliche Aufgabe im offensiven Mittelfeld fiel Claus Jensen zu.

Hatte mit seinen beiden vorbereiteten Toren wesentlichen Anteil am tschechischen Erfolg: Routinier Karel Poborsky.

:: Langatmige erste Spielhälfte

Sowohl Tschechien als auch Dänemark begannen engagiert, wobei Erstere einen Tick bissiger agierten. Die beiden ersten Chancen der Partie entsprangen tschechischen Freistößen, die jedoch keine ernsthafte Gefahr für den Kasten Sörensens darstellten.

In der Folgezeit zeigten sich die Tschechen weiter dominierend, Koller (Kopf) und Galasek (Distanzschuss) verfehlten aber das Tor. Aus dem Gegenzug resultierte die erste ernsthafte dänische Chance, Claus Jensens Schuss konnte Cech jedoch mit Mühe abwehren.

Dänemark fand nun besser ins Spiel, hatte den höheren Ballbesitz und wirkte kombinationssicherer. Wirklich schön war die Partie jedoch nicht anzusehen, zu häufig verfehlte der finale Pass sein Ziel. Kurz vor dem Pausenpfiff weckte Poborsky beide Mannschaften aus der Lethargie, als seine Flanke die dänische Querlatte touchierte.

:: Doppelschlag von Baros besiegelt dänisches EM-Aus

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag: Nach Poborsky-Ecke köpfte Jan Koller das Spielgerät wuchtig in die Maschen, Tschechien befand sich somit erstmalig im Turnier mit 1:0 in Führung, die Dänen hingegen liefen erstmals einem Rückstand hinterher.

Dänemark agierte nun aggressiver, wurde allerdings böse ausgekontert. Nach 63 Spielminuten war es wieder Poborsky, der das Tor vorbereitete: Mit einem feinen Pass von halbrechts überwand er die dänische Abwehr, Baros überlupfte Sörensen eiskalt zum 2:0. Nur wenig später vollstreckte der 22-jährige ein Nedved-Zuspiel in zentraler Position und verpasste den Dänen somit per Doppelschlag den Todesstoß.

Diese mühten sich trotz des hohen Rückstandes weiter redlich, Torversuche des eingewechselten, im tschechischen Strafraum für Unruhe sorgenden Madsen (per Distanzschuss und Kopfball) waren jedoch nicht von Erfolg gekrönt.

:: Fazit: Ingesamt verdienter Erfolg

Insgesamt verdient ziehen die Tschechen ins Halbfinale gegen Griechenland ein. Ein paar Geistesblitze, insbesondere von Poborsky, und die Kaltschnäuzigkeit des jungen Baros genügten für ein 3:0 gegen den dänischen Underdog, der sich in der ersten Halbzeit ebenbürtig zeigte. Der Sieg fiel allerdings gemessen an den Spielanteilen zu hoch aus.

Michael Urbach

:: Spielstatistik

Tschechien (Trainer: Karel Brückner): Cech – Jiranek (39. Grygera), Ujfalusi, Bolf (64. Rozenhal), Jankulovski - Galasek - Poborsky, Rosicky, Nedved - Koller, Baros (70. Heinz)


Dänemark (Trainer: Morten Olsen): T. Sörensen - Helveg, Laursen, Henriksen, Bögelund - Poulsen, C. Jensen (70. Madsen), Gravesen – Grönkjaer (78. Rommedahl), Tomasson, M. Jörgensen (85. Lovenkrands)

Schiedsrichter: Walentin Iwanow (Russland)

Tore: 1:0 Koller (49.), 2:0 Baros (63.), 3:0 Baros (65.)

Gelbe Karten: Jankulovski (10.), Ujfalusi (45.), Nedved (60.) – Poulsen (51.), Bögelund (56.), Gravesen (77.)

Zuschauer: 35.000

 
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