Erstmals waren die Griechen Favorit und hatten die beste
Ausgangssituation. Rehhagel ließ seine Mannen daher
offensiv auflaufen und brachte gleich drei Spitzen, was
zunächst nach hinten los ging. Überraschend
unsicher agierte nämlich die bisher hochgelobte Defensive.
:: Schnellstes EM-Tor nach
68 Sekunden
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| Versteinerte Miene
nach miserablem Start: Otto Rehhagel.
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Schon kurz nach Anpfiff nahm Russlands Stürmer Dimitri
Kirichenko einen weiten Abschlag seines Torhüters
Viacheslaw Malafeev auf und entwischte der schlafenden
griechischen Abwehr. Nach nur einer Minute und acht Sekunden
das erste Tor, das schnellste der EM-Geschichte. Für
die euphorischen Griechen eine kalte Dusche.
Entsprechend geschockt die Reaktion der Hellenen. Sie
fanden ganz und gar keinen Weg ins Spiel und standen hinten
weiter unsicher. Nach zwölf Minuten hatten sie Riesen-Glück,
dass der Schiedsrichter den Russen einen Foulelfmeter
versagte.
:: Russen nicht wieder
zu erkennen
Ganz anders die Russen. Alles, was sie in den ersten
beiden Spielen vermissen ließen, war plötzlich
da. Zum ersten Male boten sie eine beherzte Vorstellung
und ließen die Griechen gar nicht zur Entfaltung
kommen. Nach 16 Minuten nutzte Stürmer Dimitri Bulykin
eine Ecke von Gusev und köpfte zum verdienten 2:0.
Acht Minuten später hätte Andrej Karyaka die
Griechen endgültig abschießen können,
doch sein Schuss ging über den Kasten.
:: Einwechslung bringt
Wende
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| Ein Treffer für
die Geschichtsbücher: Kirichenko mit dem schnellsten
EM-Tor aller Zeiten.
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Noch vor der Halbzeit reagierte Otto Rehhagel und wechselte
Spielmacher Vasilios Tsiartas ein. Kurz darauf der erlösende
Anschlusstreffer. Zisis Vryzas vom AC Florenz drehte sich
im Strafraum um seinen Gegenspieler und hob den Ball über
Malafeev hinweg zum 1:2 (42.). Mit diesem Tor zum psychologisch
wichtigen Zeitpunkt ging es in die Kabine.
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Offener Schlagabtausch in den zweiten 45 Minuten
Nach der Pause spielten die Griechen deutlich besser,
standen viel näher an ihren Gegenspielern und hatten
auch einige Ausgleichsmöglichkeiten. Die beste vergab
der eingewechselte Nikolaidis nach einem Alleingang in
der 78. Minute.
Die spielfreudigen Russen blieben mit Kontern jedoch stets
gefährlich und waren dem 3:1 näher. Nach der
zwischenzeitlichen 1:0-Führung der Portugiesen gegen
Spanien wäre das für Ottos Mannen der Knock-out
gewesen.
Letzten Endes müssen sich die Griechen bei ihrem
Keeper Nikopolidis bedanken, der zweimal glänzend
reagierte. Nach einer Stunde rettete er nach einem Volleyschuss
von Bulykin, vier Minuten später lenkte der Torwart
einen Gusev-Freistoß um den Pfosten.
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Zumindest ein Deutscher weiter gekommen
Mit dem Triumph von Otto Rehhagels Griechen steht fest:
Zumindest ein Deutscher übersteht die Vorrunde und
steht im Viertelfinale. Gegner am Freitag ist der Sieger
der Gruppe A. Möglicherweise wartet auf Ottos Mannen
also Titelverteidiger Frankreich.
:: Spielstatistik
Russland (Trainer: Georgi Jartsew): Malafeev
- Anyukov, Sharonov, Bugaev, Evseev - Gusev, Radimov,
Karyaka -(46. Semschov), Alenichev – Bulykin (46.
Sytshev), Kirichenko.
Griechenland (Trainer: Otto Rehhagel): Nikopolidis
- Seitaridis, Kapsis, Dellas, Venetidis (89. Fyssas) -
Basinas (42. Tsiartas), Katsouranis, Zagorakis - Charisteas,
Papadopoulos (69. Nikolaidis), Vryzas.
Tore: 1:0 Dimitri Kirichenko (2.), 2:0 Dimitri
Bulykin (17.), 2:1 Zisis Vryzas (43.)
Schiedsrichter: Gilles Veissière (FRA)
Zuschauer: 24.000
Gelbe Karten: Dimitri Alenichew (2), Vladislaw
Radimov (2), Roman Sharonov, Aleksandr Anyukov, Andrej
Karyaka, Viacheslaw Malafeev – Zisis Vryzas (2),
Traianos Dellas.
Christoph Dziedo