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  SPIELE GRUPPE C :: BERICHT

Italien - Bulgarien

Arrivederci, Italia!

Erstellt am 23. Juni, 00:20 Uhr

Auf die Freude folgten die Tränen. Jubelnd stürmt die italienische Elf in der 94. Minute Richtung Ersatzbank. Antonio Cassano hat soeben sein Team zum 2:1 gegen Bulgarien und damit vermeintlich ins Viertelfinale geschossen. Doch was die Spieler auf dem Platz noch nicht wissen: Schweden hat kurz vor Spielende zum 2:2 gegen die Dänen ausgeglichen - ein Ergebnis, bei dem Italien trotz Sieg keine Chance aufs Weiterkommen hat.

Zu Spielbeginn standen sich beide Teams gleich schwach gegenüber; Spielwitz keimte auf beiden Seiten nicht auf. Bezeichnenderweise resultierte die erste und für lange Zeit einzige Chance in der 14. Minute aus einem Konter der Italiener über Stürmer Antonio Cassano.

Seine Hereingabe von der rechten Seite nahm Stefano Fiore mit einem guten Seitfallzieher an, den Bulgariens Keeper Zdravko Zdravkov nur mit Mühe wegfausten konnte. In der Folge fiel die italienische Elf aber lange Zeit nur noch mit nervösen Fehlpässen im Mittelfeld auf.

Die bulgarische Elf feiert den Führungstreffer kurz vor der Halbzeit.

:: Elfmeter-Schock kurz vor der Pause

Die Partie blieb hektisch, aber ohne eindeutige Torchancen. Als alle schon den Halbzeitpfiff wähnten, sorgte eine Entscheidung des Unparteiischen für Bestürzung bei den Azzurri. Im italienischen Strafraum zogen und zerrten Marco Materazzi und Dimitar Berbatov sich gegenseitig an den Trikots.

Dabei ging der Bulgare eindeutig aggressiver zu Werke. Statt eines Stürmerfouls pfiff der russische Schiedsrichter Valentin Ivanov Elfmeter. Diesen verwandelte Martin Petrov gegen Italiens Keeper Gianluigi Buffon sicher.

:: Torwartfehler ermöglicht Ausgleich

Nach der Pause erwachten die Italiener und spielten wie ausgewechselt. Nach einer Flanke von Gianluca Zambrotta knallte Antonio Cassano den Ball unter die Querlatte des bulgarischen Tores. Keeper Zdravkov, der den zurückspringenden Ball unglücklich aus der Luft holte, legte Simone Perrotta den Ball zum 1:1-Abstauber vor die Füße.

In der Folge spielte nur noch die italienische Mannschaft. Die Chancen der "Squadra Azzurra" häuften sich. Bulgarien ließ sich in die eigene Hälfte zurückdrängen, kam nur noch selten zu Entlastungsangriffen.

:: Erneute Fehlentscheidung des Schiedsrichters

In den Blickpunkt rückte in der 77. Minute erneut der Unparteiische Ivanov. Genau auf der Strafraumgrenze foulte der Bulgare Kiril Kotev den zum Tor drängenden Antonio Cassano. Hier hätte Ivanov im Gegensatz zur 45. Minute ruhig auf Elfmeter entscheiden können.

Langsam wurde es eng für das italienische Team, dem die Zeit davon lief. Aufgrund vieler Verletzungsunterbrechungen gab es aber fünf Minuten Nachspielzeit, die die Italiener aufgrund mangelnder Chancenausbeute bitter nötig hatten.

: Freudentaumel schlug um in blankes Entsetzen: Italiens Christian Vieri.

Schließlich dann doch noch der Treffer zum völlig verdienten 2:1-Sieg durch Antonio Cassano. Ohne Kenntnis der Lage in Porto stürmen die Azzurri jubelnd zur Ersatzbank. Dort ereilt sie die ernüchternde Botschaft: Die Punkteteilung der Skandinavier (2:2) verhindert den italienischen Einzug ins Viertelfinale. Am Anstoßkreis bricht der Torschütze Cassano enttäuscht zusammen.

:: Spielstatistik:

Italien (Trainer: Giovanni Trapattoni):Buffon - Panucci, Nesta, Materazzi (83. Di Vaio), Zambrotta - Fiore, Pirlo, Perrotta (68. Oddo), Del Piero - Cassano, Corradi (53. Vieri). .

Bulgarien (Trainer: Plamen Markov): Zdravkov - Pazin (64. Kotev), Zagorcic, Stoyanov - Borimirov, Hristov (79. Dimitrov), M. Petkov, M. Petrov - Jankovich (46. Bozhinov), Berbatov, Lazarov.

Schiedsrichter: Valentin Ivanov (Russland).

Tore:

Gelbe Karten: Marco Materazzi (45.) - Valeri Bozhinov (48.), Ilian Stoyanov (66.), Zdravko Lazarov (80.).

Zuschauer: 25.000 im Stadion Don Alfonso Henriques (34.600 Plätze)

Till Schröder

 
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