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  SPIELE GRUPPE C :: KOMMENTAR

Gruppe C vor dem Abschluss

Azurri könnten sich trotz Sieg verabschieden

Erstellt am 21. Juni, 23:15 Uhr

Unerwartete Ausgangsposition vor dem letzten Spieltag in Gruppe C: Die „Squadra Azzuri“ von Trainer Giovanni Trapattoni steht, was kaum ein Experte auf der Rechnung hatte, mit dem Rücken zur Wand. Gegen Bulgarien hilft dem italienischen Starensemble nur ein Sieg, um entweder an Schweden oder Dänemark vorbeizuziehen.

Damit das geschieht, muss aber – das ist die einfachste Variante – eines der beiden skandinavischen Teams im gegenseitigen Schlagabtausch verlieren. Kommt Italien nicht über ein Unentschieden hinaus, oder verliert gar gegen Bulgarien, können Dänemark und Schweden spielen, wie sie wollen. Beide würden ins Viertelfinale einziehen.

Hatte zahlreiche Torchancen gegen Schweden: Italiens Christian Vieri

:: Komplizierte Konstellation: Alles ist möglich

Kompliziert wird es nun, wenn sich die Nordlichter die Punkte teilen und Italien gewinnt. Alle drei Teams wären dann punktgleich und die Tordifferenz im direkten Vergleich – unter Ausschluss des Bulgarien-Matches – müsste die Entscheidung bringen. Diese Regelung ist es, die die Italiener auf die Palme bringt.

Spielt Dänemark 0:0, wäre Italien bei einem Sieg (bisherige Tordifferenz 1:1) an Dänemark (0:0 ohne das Bulgarien-Match) vorbei. Erkämpft sich die Olsen-Bande ein 1:1 (damit Gleichstand im Vergleich des Führungstrios), würden die Tore aus allen Gruppenspielen der Italiener und Dänen zählen. Italien müsste dann höher als 1:0 gewinnen, um sich zu qualifizieren.

Die Befürchtungen der Italiener gehen aber in Richtung einer Absprache unter den Skandinaviern. Würden die beiden Teams 2:2 oder höher Remis spielen, kann sich das Trapattoni-Team verbiegen wie es will, eine Qualifikation fürs Viertelfinale wäre ausgeschlossen. Denn Italien kann das Torverhältnis (gewertet innerhalb des Führungstrios) im Match gegen Bulgarien natürlich nicht verbessern.

:: Empörter Morten Olsen: „Sind ehrenhafte Leute“

Morten Olsen ist empört über die Unterstellungen der Azurri.

Gegen solche Überlegungen seitens der Italiener, es könne ein abgekartetes Spiel geben, wehren sich die Skandinavier vehement. „So etwas kann man gar nicht absprechen. Das ist doch unmöglich“, sagte der schwedische Coach Lars Lagerbäck. Auch Dänemarks Trainer Morten Olsen war empört: „Wir sind ehrenhafte Leute und gehen raus, um zu gewinnen.“

Somit würde der erwartete Sieg der Italiener die beiden Nordlichter gehörig unter Druck setzen. Schweden muss nach der zuletzt schwachen Leistung gegen Italien wieder zittern. Schließlich wurden die dänischen Nachbarn durch die Rückkehr von Jesper Groenkjaer (Tod der Mutter) und Thomas Gravesen (Gelbsperre) besonders im Spiel nach vorn entscheidend verstärkt.

:: Bleibt den Schweden das Glück treu?

Immerhin war den Schweden im Match gegen Italien das Glück hold — in der 85. Minute kam Zlatan Ibrahimovic mit einem sehenswerten Hackentreffer zum schmeichelhaften Ausgleich. Ob Glück aber gegen die Dänen reicht? Beruhigend ist eher, dass auch die Olsen-Truppe im Spiel gegen Bulgarien nicht mehr als einen Pflichtsieg landete.

Italien hingegen muss wohl nicht mehr allzu viel Gegenwehr erwarten. Das EM-Aus der bulgarischen Mannschaft steht bereits fest. Ein Sieg ist also Pflicht, alles andere machen dann die Skandinavier unter sich aus. Hoffentlich heißt es am Ende nicht wirklich zufällig 2:2; der Aufschrei in der Fußballnation Italien wäre riesig – und wahrscheinlich doch unberechtigt.

Till Schröder

 
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