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Aktuelle Forschungsprojekte

Altersunterschiede in der emotionalen Reaktivität

Ein Schwerpunkt unserer bisherigen experimentellen Arbeiten besteht in der Untersuchung von altersbezogenen Unterschieden in der emotionalen Reaktivität, also in der Intensität subjektiver, autonomer und mimisch-expressiver Reaktionen auf standardisierte emotions-evozierende Reize. Im Gegensatz zu der immer noch weit verbreiteten Annahme, dass Emotionen im Alter abgeflacht sind, konnten wir belegen, dass Altersunterschiede in der Intensität emotionaler Reaktionen von der Bedeutungshaltigkeit der auslösenden Stimuli abhängig sind. Arbeiten zu diesem Thema werden gegenwärtig unter anderem in Kooperation mit Prof. Dr. Fredda Blanchard-Fields (Georgia Institute of Technology, Atlanta) durchgeführt.

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Formen der Emotionsregulation über die Lebensspanne

Ein weiteres Thema unserer experimentellen Forschung, bezieht sich auf die Frage, wie sich die Fähigkeit, emotionale Reaktionen willentlich beeinflussen zu können, im Erwachsenenalter altersbezogen verändert. Aufgrund der mannigfaltigen Möglichkeiten, Selbstauskünfte zu verfälschen, erscheint es uns dabei von zentraler Bedeutung zu sein, solche Fähigkeiten nicht per Selbstbericht zu erfassen - eine weitverbreitete Praxis in der Entwicklungspsychologie des Erwachsenenalters -, sondern mittels performanzbasierten Maßen, das heißt mittels emotional anspruchsvollen Problemen, die es unter standardisierten Laborbedingungen zu lösen gilt. Unsere bisherige Forschung hat sich auf die Untersuchung von Altersunterschieden in der willentlichen Regulierung des emotionalen Gesichtsausdrucks fokussiert. Unser aktuelles Interesse liegt auch auf den verschiedenen kognitiven Formen der Emotionsregulation. Wir beschäftigen uns hier beispielsweise mit der Frage, inwieweit es Altersunterschiede darin gibt, belastende Informationen so umzubewerten, dass die eigenen emotionalen Reaktionen hierauf entweder abgeschwächt oder temporär verstärkt werden. Unsere bisherigen Arbeiten in diesem Bereich wurden in Kooperation mit Prof. Robert W. Levenson (University of California, Berkeley) durchgeführt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

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Emotionsdarstellung und –erkennung in der bildenden Kunst

In diesem interdisziplinären Projekt geht es um die Frage nach Altersunterschieden in der Erkennung von Emotionen, wie sie in Portraits dargestellt werden. Zusammen mit Dr. Caroline Schuster Cordone (Kunsthistorisches Institut in Florenz - Max-Planck-Institut und Musée d’art et d’histoire in Fribourg) werden Portraits junger und alter Figuren aus unterschiedlichen Epochen erwachsenen Laien unterschiedlichen Alters vorgelegt. Zusätzlich werden die Portraits mit Hilfe eines objektiven Emotionskodiersystems evaluiert. Die beiden Hauptziele das Projekts bestehen darin, kunstgeschichtliche Interpretationen dargestellter Emotionen mit psychologischen Emotionsbeschreibungen zu vergleichen und zu untersuchen, inwieweit sich der Emotionsausdruck junger und alter Figuren über die historische Zeit verändert sowie im Auge unterschiedlich alter Betrachter variiert. Dieses Projekt wird gegenwärtig vom Max Planck International Research Network on Aging gefördert (www.maxnetaging.mpg.de).

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Empathie: Akkuratheit und Mitgefühl

Es gibt einige Hinweise darauf, dass sich die Fähigkeit, die Gefühle Anderer richtig einschätzen zu können, altersbezogen verschlechtert. Ein Problem der entsprechenden empirischen Studien besteht aber darin, dass Aufgaben verwendet wurden, die über eine geringe ökologische Validität verfügen. Unsere Befunde legen nahe, dass ältere Erwachsene mindestens ebenso gut darin sind, die Emotionen ihres Gegenübers richtig einzuschätzen, wie jüngere, wenn man sie mit ökologisch validen und bedeutungsvollen Aufgaben konfrontiert. Aktuell beschäftigen wir uns verstärkt mit der Frage, inwieweit sich Altersunterschiede in der Empathie durch motivationale Faktoren erklären lassen und inwieweit sich das Zusammenspiel von kognitiven (empathische Akkuratheit) und emotionalen (Gefühlskongruenz) Komponenten der Empathie über das Erwachsenenalter hinweg verändert.

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Das Stabilitätsparadox affektiven Wohlbefindens

Unsere Forschung in diesem Bereich legt nahe, dass das sogenannte Stabilitätsparadox affektiven Wohlbefindens, nach dem unser Wohlbefinden unabhängig vom Lebensalter stabil bleibt, differenziert werden muss. Gemäß unseren Befunden sind ältere Erwachsene mit kognitiven, gesundheitlichen und sozialen Einbussen von einer Verschlechterung im affektiven Befinden bedroht. Darüber hinaus scheint es für viele Menschen leichter zu sein, eine altersbezogene Zunahme negativer Gefühle zu verhindern als positive Gefühle aufrechtzuerhalten. In unserer Forschung beschäftigen wir uns mit verschiedenen Erklärungsansätzen für die differentielle Stabilität positiver und negativer Affektivität. Diese Arbeiten werden unter anderem im Rahmen der Berliner Altersstudie (www.base-berlin.mpg.de ) durchgeführt.

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Psychologie der Weisheit

Die Psychologie der Weisheit ist ein relativ neues und noch kleines Forschungsgebiet. In unseren Arbeiten haben wir Weisheit, dem Berliner Weisheitsparadigma folgend, als reichhaltiges Wissen über fundamentale, unsichere und existentielle Lebensprobleme definiert. Im Zentrum unserer Forschung steht die Frage, inwieweit dieses Wissenssystem auf der Ebene des sozialen und emotionalen Verhaltens verankert werden kann und somit von Bedeutung für unser konkretes Verhalten im Alltag ist. Ein Ziel unserer Forschung bezieht sich beispielsweise auf die Frage, inwieweit sich Erwachsene mit hohem weisheitsbezogenen Wissen bei sozialen Konflikten eher kooperativ verhalten anstatt entweder zu versuchen in einseitiger Weise die eigenen Interessen durchzusetzen oder sich den Interessen des Gegenübers zu unterwerfen. Diese Arbeiten wurden in Kooperation mit Prof. Dr. Paul B. Baltes am Max Planck Institut für Bildungsforschung in Berlin initiiert.

home Robert Neumann, E-Mail, 29.03.12