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Theodor-Litt-Preis


Seit 2001 verleiht die Vereinigung von Förderern und Freunden der Universität Leipzig jährlich den Theodor-Litt-Preis für besonderes Engagement in der Lehre, für Verbesserung des Lehrbetriebs und für gute Beratung und Betreuung von Studierenden und Doktoranden.

Der Namensgeber Theodor Litt wurde 1880 in Düsseldorf geboren. Er studierte in Bonn und Berlin alte Sprachen, Geschichte und Philosophie. 1906 - 1918 war er als Oberlehrer in Bonn und Köln tätig und arbeitete am Entwurf neuer Lehrpläne für das Gymnasium im Preußischen Kulturministerium mit.

1920 wurde er zum ordentlichen Professor für Philosophie und Pädagogik an die Universität Leipzig berufen. 1931/32 stellte sich Litt als Rektor der Universität den nationalsozialistischen Studentenkrawallen entgegen. 1937 ließ er sich nach häufigen Zusammenstößen mit Parteiorganen der NSDAP vorzeitig emeritieren.
1945 nahm er wieder die Lehrtätigkeit an der Universität Leipzig auf. 1947 erhielt er Vorlesungsverbot durch die Sowjetische Militäradministration und wechselt an die Universität Bonn. Dort leitete bis zu seiner Emeritierung 1952 das Institut für Erziehungswissenschaft.

Theodor Litt war einer der bedeutendsten deutschen Universitätsprofessoren der Pädagogik und gleichermaßen der Philosophie. Seine Stimme hatte Gewicht auf Kongressen und in Fachdiskussionen bei der Erörterung von Wissenschaftsfragen wie auch von Schulproblemen, auch international.
Er war ein herausragender Universitätslehrer. Seine Fachkompetenz und -reputation und seine Persönlichkeit zogen zahlreiche Studierende auch anderer Fachrichtungen an. Immer wieder wird von seiner einzigartigen Gabe, die Hörerschaft in seinen Bann zu ziehen, berichtet.

Preisträger

2001 Prof. Dr. Jörg Knoll (Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
Prof. Dr. Reinhard Welter (Juristenfakultät)
2002 Prof. Dr. Helmut Hanisch (Theologische Fakultät)
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing e.h. Gert König (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
2003 Prof. Dr. Manfred Rudersdorf (Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften)
Prof. Dr. Hannes Siegrist (Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie)
2004 Dr. Rebecca Pates (Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie)
Prof. Dr. Konrad Schmüdgen (Fakultät für Mathematik und Informatik)
2005 Prof. Dr. Dietmar Luppa (Sportwissenschaftliche Fakultät)
Prof. Dr. Jörg Kärger (Fakultät für Physik und Meteorologie)
2006 Prof. Dr. Joachim Reinhold (Fakultät für Chemie und Mineralogie)
2007 Dr. Harald Homann ((Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie)
Prof. Dr. Frank Schulz (Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften)
2008 Prof. Dr. Boris Egloff (Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie)
Prof. Dr. Markus Kotzur (Juristenfakultät)
2009 Prof. Dr. Thomas Lenk (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
2010

Dr. Vera Mayer (Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie)

2011

Dr. Jürgen Ronthaler (Philologische Fakultät)




Wolfgang-Natonek-Preis


Seit 1996 verleiht die Vereinigung von Förderern und Freunden der Universität Leipzig jährlich den Wolfgang-Natonek-Preis. Er wird an Studierende für hervorragende Studienleistungen und gesellschaftliches Engagement verliehen. Die Ehrung ist mit einem Preisgeld verbunden, das die Sparkasse Leipzig zur Verfügung stellt.
Wolfgang Natonek (1919–1994) war der erste freigewählte Studentenratsvorsitzende nach dem 2. Weltkrieg an der Universität Leipzig.

Als Sohn eines jüdischen Schriftstellers musste der in Leipzig geborene Wolfgang Natonek schon durch die Nationalsozialisten schwere Schikanen erdulden. Dadurch war ihm erst nach dem Krieg die Aufnahme eines Anglistik- und Geschichtsstudiums an der Universität Leipzig möglich. 1947 wurde er zum Studentenratsvorsitzenden gewählt.
Trotz heftigen Drucks von Seiten der SED verteidigte er dieses Amt auch bei den folgenden Universitätswahlen.

Über die sowjetische Zone hinaus bekannt wurde Natonek durch seine Rede auf dem Eisenacher Studententreffen Pfingsten 1948, doch auch diese Bekanntheit schützte ihn nicht vor der Verhaftung im November 1948 und der Verurteilung zu 25 Jahren Zwangsarbeit. Damit war die demokratische Studentenselbstverwaltung zerschlagen und der Weg frei für die Dominanz der SED-Gruppierungen.
Nach seiner Entlassung 1956 setzte Natonek sein Studium in Göttingen fort und war nach dem Abschluss mehr als zwei Jahrzehnte Gymnasiallehrer und ab 1974 Fachleiter für Geschichte am Studienseminar Göttingen.
Er starb am 21. Januar 1994.

Natonek symbolisiert das mutige, aber riskante Engagement für Freiheit und Demokratie in den Anfängen der DDR, das von der SED und Sowjets nur gewaltsam unterdrückt werden konnte.

Für seinen großen Einsatz für die akademische und politische Freiheit verlieh ihm der Sächsische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst auf Vorschlag der Universität Leipzig 1992 den Titel eines Professors. In diesem Jahr besuchte er die Universität Leipzig und hielt eine bewegende Ansprache auf der Immatrikulationsfeier.

Preisträger

1996 Jens Emmerich (Physik)
1997 Jördis Hollnagel (Journalistik/Psychologie)
1998 Patrick Stumpp (Medizin)
Andreas Zirlik (Medizin)
1999 Jan Birnstock (Physik)
Swen Streubel (Physik)
2000 Karsten Gaede (Rechtswissenschaft)
2001 Ulrike Helmstedt (Chemie)
Sven Petermann (Lehramt Geschichte/Physik)
2002 Christiane Berghof (Chemie)
Markus Lorenz (Geschichte/Politikwissenschaft)
2003

Antje Janina Gornig (Mittlere und Neuere Geschichte)
Juliane Drews (Politikwissenschaft/Soziologie/Philosophie)
Tobias Otto (Biochemie)

2004 Danny Walther (Geschichte/Kulturwissenschaften)
2005 Nicole Koburger (Psychologie)
Christoph Junghans (Physik)
Benjamin Schulz (Soziologie)
2006 kein Preisträger
2007 Bastian Lindert (Geschichte)
2008 Karola Kunkel (Erziehungswissenschaft)
Gunther Hempel (Medizin)
2009 Gerald Eisenblätter (Chemie)
Thomas Seifert (Theaterwissenschaft/Philosophie/Afrikanistik)
2010 Damaris Kröber (Physik)
2011 Patric Maurer (Veterinärmedizin)