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Die Informationen sind rar und schwammig, und doch sehen wir es als unsere
Pflicht an, euch über die Einführung des neuen Staatsexamens Lehramt auf dem
Laufenden zu halten.
Die Fakten:
- Ab dem WS 12/13 wird in alle Lehramtsstudiengänge nur noch in den neuen
Staatsexamensstudiengang immatrikuliert. Gymnasium und Förderschule 10 Semester,
Mittelschule 9 und Grundschule 8. Die Verkürzung der letzten beiden hat den
mittlerweile auch öffentlich geäußerten Grund, dass jene späteren Lehrer_innen
auch weiterhin schlechter bezahlt werden können. Zumal in Sachsen die Vergütung
bekanntermaßen eh schon am schlechtesten ist.
- Die Prüfungsordnung (LAPO) wird vom Ministerium voraussichtlich erst bzw.
frühestens im Oktober bekannt gegeben, zur Freude jener, die diesen Studiengang
konzipieren müssen und auch jener, die ihn zu diesem Zeitpunkt bereits studieren
werden. Es liegt also nicht an der Universität, wenn keine Informationen
herausgegeben werden - es gibt nämlich keine.
- Die Module bleiben weitgehend erhalten, es gibt weder eine
Zwischenprüfung noch einen Bachelorabschluss, somit auch keine
Bachelorarbeit.
- Zusätzlich zu den Modulprüfungen wird es am Ende noch eine einstündige
mündliche Examensprüfung geben, die alle Fachbereiche abdecken soll. Wie das
logistisch geregelt wird, wird "nachgereicht".
- Der Wechsel in diesen Studiengang aus dem bisherigen polyvalenten
Bachelor wird praktisch nicht möglich sein, da dieser Studiengang vom 1.
Semester an studiert werden muss, damit man den Abschluss bekommen kann. Wer in
ihn hinein möchte, muss wieder im 1. Semester beginnen (auch wenn die Module
quasi die gleichen sind) und muss sich auch wieder jede(r) externe Bewerber_in
mit NC auf diesen bewerben.
- Dies wirkt sich auch auf den Erhalt des BAföGs aus, da das Amt für
Ausbildungsförderung bereits mitgeteilt hat, dass im Falle eines "Wechsels" der
Anspruch auf Förderung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr gegeben sein
wird.
- In puncto "employability" ist diese ganze Umstellung sehr fragwürdig, da
sie jedem nationalen wie internationalen Verfahren entgegengesetzt ist und die
Vermutung nicht unberechtigt ist, dass man mit diesem Staatsexamen außerhalb
Sachsens nur wenig Chancen auf eine Stelle hat, wie man dies wohl auch bei dem
neuen einjährigen Referendariat annehmen kann, welches den Beschlüssen der
Kultusministerkonferenz zuwider handelt.
Konsequenzen:
- Dieser Studiengang wurde gegen die Verbesserungsvorschläge der
Universität und der Fakultäten vom Ministerium viel zu schnell durchgesetzt und
man darf ihn zunächst mit großer Skepsis betrachten, wie auch sein recht
undemokratisches Durchsetzungsverfahren. Wer sich nicht freiwillig an Sachsen
ketten lassen möchte, hier ein paar Tipps:
a) Man sucht sich einen Master- oder Referendariatsplatz in anderen
Bundesländern, um seine Arbeitschancen zu erhöhen.
b) Man schließt sich die Protesten an :)
c) Man macht seinem Frust niveauvoll und medienwirksam Luft, indem man z.B
die von Herrn Prof. Liedtke organisierte Podiumsdiskussion besucht, in der die
bildungspolitische Entwicklung in Sachsen mit Sprechern der SPD und den Grünen,
dem Prorektor für Lehre Prof. Altmayer und verschiedenen Studiendekanen unter
Anwesenheit der Presse diskutiert werden wird. Sie findet am 19.06. um 19:00Uhr
in HS 11 statt. Geht hin und sprecht an und aus, was euch bewegt!
Euer FSR Germanistik
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