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Die Grills sind abgebaut, die Rußflecken weggewaschen, in der Mensa gibt es wieder Steak und Schnitzel wie eh und je. Wie lief das Projekt „Grillen zum Veggie-Tag“ des FSR Jura? Eine Bilanz.
Von 1000 Würstchen wurde am 05. Mai auf dem Campusinnenhof nur knapp die Hälfte verkauft, eine Kiste Brötchen blieb über. Das restliche Essen ging an die Leipziger Tafel bzw. den Zoo, die Einnahmen reichten, um die Würstchen ganz und die Brötchen zumindest teilweise zu refinanzieren. Doch da dies keine gewöhnliche Grillaktion war, geht es an dieser Stelle nicht nur um nackte Zahlen, sondern um unsere Motivation. Von Beginn an, nachdem eine erste Einladung bzw. Bekanntmachung per E-Mail verschickt wurde, erreichten uns Rückmeldungen, die das komplette Spektrum von energischer Zustimmung über leises Kopfschütteln bis hin zu vehementer Ablehnung enthielten.
Dabei ist ein Missverständnis aufgetreten: es war nicht unser Anliegen, Vegetarier zu diskriminieren oder einer eventuellen Diskriminierung von Fleischessern abzuhelfen. Das Hauptanliegen der Grillaktion war es, darauf hinzuweisen, dass unserer Ansicht nach das Studentenwerk als Mensabetreiber in seiner Eigenschaft als Anstalt öffentlichen Rechts sich weltanschaulich und also auch ernährungspolitisch neutral zu verhalten hat. Uns ging es also nicht um die Wurst, sondern ums Prinzip: jeder soll selbst entscheiden können, was und wie er isst. Dabei besteht ein Unterschied zwischen einem privaten Restaurant und einer mit öffentlichen Geldern subventionierten Mensa. Wir würden es begrüßen, wenn das Studentenwerk weniger Energie in einmalige Aktionen investieren würde, sondern mehr in die dauerhafte Verwendung regionaler Produkte und eine Verbesserung des bestehenden vegetarischen Angebotes. Insbesondere für Nicht-Vegetarier, die nicht jeden Tag Fleisch haben müssen, fehlt häufig der Anreiz, sich an den immer wiederkehrenden Varianten von Nudeln, Wok und Süßspeisen zu bedienen.
Die beiden Großgrills sollten also keineswegs Veggie-Tag-Befürwortern den Tag verderben, sondern einen Beitrag zur nicht nur hochschulpolitisch bedeutsamen Diskussion um die richtige Lebensweise leisten. Auch eine Aktion „für eine gute Sache“ ist nicht zwangsläufig das einzige richtige Mittel und hat auch keinen Anspruch darauf, unwidersprochen hingenommen zu werden – besonders dann nicht, wenn sie von einer öffentlichen Stelle kommt. Niemand würde so weit gehen, ein „Recht auf Schnitzel“ zu fordern. Einen Zwang, so gering er auch sein mag, zur „richtigen“ Lebensweise darf es jedoch auch nicht geben, ebenso wenig, wie es die richtige Lebensweise selbst gibt. Das „Grillen zum Veggie-Tag“ sollte dazu mit einem kleinen Augenzwinkern einen weiteren Diskussionsbeitrag liefern. Betrachtet man die oben bereits erwähnten zahlreichen Rückmeldungen, so ist uns zumindest dies gelungen.
Für weitere Fragen, Gespräche und Anregungen sind alle Interessierten jederzeit in den Sitzungen willkommen. |