Forum Tsiganologische Forschung

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Einführung in die Tsiganologie

Dr. Maria Papapavlou

Gegenstand der Vorlesung “Einführung in die Tsiganologie” ist die Beleuchtung der Vielfalt heterogener Lebensformen verschiedener Zigeunergruppen in der Welt. Sowohl ihre unterschiedlichen Selbstbezeichnungen, als auch die von den Mehrheitsgesellschaften benannten Minderheitsgruppen, wie z.B. „die Zigeuner“, „die Tsiganoi“, „die Gyftoi“, „die Gitanos“, „die Roma“ usw., weisen auf die Komplexität der sozialen und kulturellen Beziehungen zwischen Minderheit und Mehrheit hin. Der theoretische Schwerpunkt der Vorlesung liegt nicht auf der Präsentation jeder einzelne Gruppe per se, sondern auf der Frage nach Auseinandersetzung und Zusammenleben der Gruppen in einem gewissen zeitlichen und kulturellen Umfeld. Der methodologische Ansatz der Vorlesung unterscheidet sich von der traditionellen Zigeunerkunde (Gyspy Studies), die sprachwissenschaftlich orientiert war - er basiert auf ethnographischen Feldforschungen bei unterschiedlichen Zigeunergruppen. Besondere Aufmerksamkeit wird dem musikethologischen Aspekt gegeben, da, wie es oft dokumentiert wurde, viele Zigeunergruppen Musik- und Tanztraditionen einsetzen, um sich von der Mehrheitsbevölkerung abzugrenzen und ihre kulturelle Identität zu bewahren.

Literatur:

Jacobs, Fabian/Ries Johannes (eds.) 2008 Roma-/Zigeunerkulturen in neuen Perspektiven – Romani/Gypsy Cultures in New Perspektives. Leipzig. Leipziger Universitätsverlag

Baumann, Max Peter, (Hg.) 2000. Music, Language and Literature of the Roma and Sinti. Berlin:VWB-Verlag für Wissenschaft und Bildung