Forum Tsiganologische Forschung

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Netzwerken

Zum zweiten Mal fand am Wochenende vom 14. bis 16. März der vom Forum für Tsiganologische Forschung initiierte Workshop „Netzwerken“ in Leipzig statt. Das Ziel des jährlich geplanten Treffens ist der interdisziplinäre Austausch und die Vernetzung von Nachwuchswissenschaftlern, die sich regional- oder themenspezifisch mit der transnationalen Gruppe der Roma/Zigeuner befassen.

Wie schon im Vorjahr basierte das Konzept des „low-budget“ Workshops auf der Zweiteilung in Projektvorstellungen einerseits und Theoriediskussionen andererseits. Von besonderer Bedeutung ist dabei der „work-in-progress“ Charakter des Treffens. Er bietet Studierenden und Promovierenden die Gelegenheit, laufende Forschungsvorhaben in ihren verschiedenen Stadien – von der Idee über die ersten Resultate bis zu den finalen Ergebnissen – vorzustellen und zu diskutieren. Dementsprechend war der Workshop in zwei thematische Blöcke geteilt. Nach einer Begrüßung und zwei Diavorträgen am Freitag widmete sich der erste Tag exemplarischer Fallstudien, während der theoretische Austausch und die Vernetzung im Mittelpunkt des zweiten Tages standen.

In diesem Jahr war mit rund fünzig Teilnehmenden die Resonanz auf die Einladung stärker als im Vorjahr. Dennoch blieb trotz der angestrebten Interdisziplinarität die Ethnologie - bzw. Europäische Ethnologie, Social Anthropology, Cultural Anthropology – die dominierende Fachrichtung der elf Referenten. Daneben gesellten sich die Musikwissenschaften, und in diesem Jahr zum ersten Mal auch die Geographie und die Kultur- und Länderstudien. Spannend war die regionale Vielfalt der Forschungsfelder, die im Vergleich zum letzten Jahr deutlich zunahm. Neben dem Schwerpunkt Südamerika (Brasilien, Chile) wurden Projekte vorgestellt, die auf Feldforschung in Budapest (Ungarn), der Ostslowakei, Weißrussland, Syrien und Libanon sowie Transkarpatien (Ukraine) basieren.

Der zweite Workshop-Tag stand unter der Überschrift „Quo Vadis Romani/Gypsy Studies?“. Allen Teilnehmern bot sich nun die Möglichkeit, eigene Themen und Fragestellungen einzubringen, diese in selbstbestimmten Kleingruppen zu diskutieren und daraus Aktionspläne abzuleiten. Auf diese Weise konnten einerseits Kontroversen, die bereits in den vorangegangenen Besprechungen der Einzelprojekte anklangen, in Debatten überführt, und andererseits bisher unbenannte Probleme thematisiert werden. Zur Diskussion standen die Begriffe „Zigeuner“ und „Kultur“, die Fragen, wo die „Kultur im Feld“ zu finden sei und nach der „Souveränität im Umgang mit Stereotypen“. Daneben wurden nach möglichen Verknüpfungen von Romani/Gypsy Studies und Kommunikationswissenschaft gesucht, Feldforschungserfahrungen ausgetauscht und die Planung der weiteren Vernetzung besprochen.