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In diesem Jahrhundert werden Biotechnologie und Biomedizin eine
zentrale Rolle in der Gesellschaft
einnehmen.
Die Biologie hat in den letzten 25 Jahren einen Quantensprung
gemacht.
Jedoch ist der Technologietransfer, gemessen am wissenschaftlichen
Fortschritt, gering.
Dies belegen die relativ hohen Arbeitslosenzahlen bei
Biologen.
Eine Ursache besteht darin, daß das oft auf
phänomenologischer Beschreibung beruhende Wissen und die
arbeitsintensiven Techniken in der Biologie nicht direkt in
kommerzielle Technologie übersetzt werden
können.
Erforderlich sind vielmehr quantitative Modelle der biologischen
Prozesse und neue Verfahren, um biologische Zellen, Proteine,
DNS und RNS zu manipulieren und zu
analysieren.
Biologische Physik wird dabei eine zentrale Rolle
spielen.
Die Biologische Physik wird nicht nur ein Zuträger neuer
Technologien sein, sondern auch entscheidend zur Klärung der
grundlegenden Phänomene beitragen.
Die molekularen Prozesse in einer Zelle sind das ideale Beispiel,
wie aktive und passive Nanoelemente (d.h. Proteine) zu
multifunktionalen Komplexen zusammengefaßt werden
können.
Jedoch muten aufgrund der hohen Komplexität der
intrazellulären Prozesse Versuche, diese durch komplizierte
Bionetzwerke zu beschreiben, oft ähnlich an wie der Versuch,
Vielteilchen-Systeme durch Newtonsche Bewegungsgleichungen zu
beschreiben.
Die statistische Physik, oder - um genauer zu sein - die Physik der
weichen Materie, hat uns am Beispiel der Polymerwissenschaften
gezeigt, wie die Physik zur quantitativen Beschreibung dieser
Systeme beitragen kann.
Natürlich ist dabei die bereits existierende Physik der
weichen Materie nicht ausreichend, um zelluläre Prozesse zu
beschreiben.
Dazu braucht es eine neue Physik, die biologische Physik,
Polymerphysik, Nanowissenschaften und Nichtgleichgewichtsphysik
vereint.
Jedoch genau diese Anforderung, eine neue Physik zu erschaffen,
macht dieses Arbeitsgebiet so interessant.
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