Bereich fuer Genetik / Department of Genetics
 

Mitarbeiter   Geschichte und Struktur     Lehre  Forschung  Veröffentlichungen

Geschichte und Struktur

Vor der Wiedervereinigung Deutschlands 1989 war die Fachrichtung Genetik an der Alma Mater Lipsiensis nicht durch einen Lehrstuhl vertreten. Relativ früh nach der politischen Wende wurde der Lehrstuhl für Genetik an der Universität Leipzig innerhalb der neuen Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie eingerichtet. Obwohl sich die professorale Ausgestaltung des Lehrstuhls verzögerte, gab es bereits 1993 Lehrangebote in Genetik in geringem Umfang. Forschungsthematik war damals die Expression bestimmter Moleküle auf der Oberfläche von Lymphozyten.

Mit der Berufung (1996) von Privatdozent Dr. Heinz Sass (curriculum vitae) von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zum Professor für Genetik (C3) wurde der Leipziger Genetik-Lehrstuhl erstmalig besetzt. Der Lehrstuhl bietet für Studenten der Biologie, Biochemie, Informatik/Bioinformatik, Lehrerstudenten (Lehramt an Gymnasien / Mittelschulen / Förderschulen), Pharmazeuten und andere, die Genetik lernen wollen, fachspezifische Vorlesungen, Seminare und Praktika an. Die Studenten können das Fachgebiet Genetik mit Staatsprüfungen oder Diplomprüfungen abschließen.

In der Zeit des Lehrstuhlaufbaus konnte Professor Sass zwei für die Lehre und Forschung qualifizierte Mitarbeiter gewinnen. Im Frühjahr 1998 kam der Genetiker Dr. Bert R. Klagges (curriculum vitae) vom Lehrstuhl für Genetik der Maximilians-Universität Würzburg an den Leipziger Genetik- Lehrstuhl. Der Genetiker Dr. Veiko Krauß vom Institut für Genetik der Martin-Luther-Universität Halle arbeitet seit Frühjahr 1999 als Wissenschaftlicher Assistent am Leipziger  Lehrstuhl. Das Forschungskonzept des Lehrstuhls hat Prof. Sass neu organisiert. Es wurde eine molekularbiologisch orientierte Arbeitsrichtung unter Verwendung  des Tiermodells Drosophila etabliert. Die Forschungsthematik reicht von Molekular- und Evolutionsgenetik über die Entwicklungsbiologie bis zur Neurobiologie.

Das Interesse der Leipziger Studenten an der Fachrichtung Genetik ist sehr groß. Wie aus den Zahlen der abgelegten Prüfungen hervorgeht, wurde im Zeitraum 1997-2004 von den 10 möglichen biologischen Wahlpflichtfächern im Biologie-Hauptstudium in der Regel die Genetik am häufigsten gewählt. Alle Genetik-Vorlesungen, -Praktika und -Seminare sind meistens gut besucht.

Hinsichtlich genetischer Praktika wurde das Lehrangebot des Lehrstuhls erheblich erweitert:


1) Seit WS 1997/98 wird das Genetik-Praktikum im Hauptstudium im Diplomstudiengang Biologie angeboten.
2) Seit dem SS 2003 führt der Lehrstuhl gemäß der damaligen Änderung der Studienordnung die Lehrveranstaltung Genetisches Praktikum für das Lehramt an Gymnasien zusätzlich zu den Angeboten im Diplomstudiengang Biologie durch.
3) Das von den Leipziger Biologie-Studenten seit 1997 immer wieder geforderte Genetik-Praktikum im Grundstudium im Diplomstudiengang Biologie wird wegen der verspäteten Reform der Studienordnung erstmals im WS 2004/05 realisiert.

In allen drei Praktika ist mit entsprechend hohen Teilnehmerzahlen zu rechnen.
 
 

Auf Antrag (24. Februar 2004) der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie wurde mit Zustimmung der zuständigen Gremien der Universität die Neugliederung der Fakultät zum 01. Juni 2004 wirksam. Damit wurden folgende Strukturveränderungen vollzogen:

Zuordnung der Professur für Mikrobiologie zum Institut für Biochemie und der Professur für Genetik zum bisherigen Institut für Zoologie.

Damit verbunden ist die Auflösung des Bereichs für Mikrobiologie und Genetik.

Umbenennung des Instituts für Zoologie (einschließlich der Professur für Genetik) in Institut für Biologie II.

Professor Sass hat den Bereich für Mikrobiologie und Genetik als amtierender Direktor von 1996 bis zum Frühjahr 2004 geleitet. Sein Fazit ist: Der Aufbau eines leistungsstarken Lehrstuhl(s) für Genetik, mit vielen grundlagenorientierten und anwendungsbezogenen Lehrveranstaltungen (Lehre), sowie einem erarbeiteten Forschungsprogramm und kollaborativem Forschungsstil (Forschungsberichte), ist nahezu vollständig.

Auch Forschungsförderung durch Mittelzuwendung von Drittmittelgebern (Deutsche Forschungsgemeinschaft, VolkswagenStiftung) ist für das Wirken des Genetik-Lehrstuhls kennzeichnend. Das mit 913.200 Euro geförderte Vorhaben „Formen des Lebens. Philosophische Dimensionen der aktuellen biomedizinischen Forschung" von Professor Dr. Barry Smith vom Institut für formale Ontologie und medizinische Informationswissenschaften (IFOMIS) der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Heinz Sass vom Lehrstuhl für Genetik der Universität Leipzig und Professor Dr. Pirmin Stekeler-Weithofer vom Institut für Philosophie der Universität Leipzig, ist ein wichtiger und weitreichender Verbund zwischen Geistes- und Naturwissenschaften.

Drittmittelausstattung des Lehrstuhles für Genetik

Summa summarum, in all den Jahren hat der Lehrstuhl für Genetik als ein Motor dieser Fakultät viele Aktivitäten und Neuerungen in Forschung und Lehre entscheidend mitgestaltet (siehe Leistungsnachweis Genetik 2000-2004 und Lehrangebot Genetik 2000-2004/05).

Das vom Lehrstuhl für Genetik im Dezember 2005 in Leipzig veranstaltete 11th Regional Drosophila Meeting ( Pressemeldung der Universität) hat zum Erkenntniszuwachs hinsichtlich genetischer, grundlagenwissenschaftlicher Fragestellungen eindrucksvoll beigetragen.

Die Umstellung nach und nach von "auslaufenden" Diplom-, Magister- und Lehramts-Studiengängen auf Bachelor-Master-Studiengänge seit Wintersemester 2006/07:

Wegen des hauptsächlich politisch motivierten Bestrebens, europaweit vergleichbare Studienabschlüsse in einem einheitlichen Hochschulraum zu schaffen, wurden auch das Biologiestudium und andere Studiengänge der Universität Leipzig nach der Bologna-Reform organisiert. Das Resultat: Im Rahmen der als Modularisierung bezeichneten neuen Zusammenstellung von harmonierenden Einheiten aus Lehrveranstaltungen zu einem bestimmten Fachgebiet, hat der Lehrstuhl für Genetik für die Studiengänge "Bachelor of Science Biologie" und "Master of Science Biologie" vielfältige Studienangebote strukturiert, so dass Vertiefung des Wissens und Spezialisierung auf dem Gebiet der Genetik als Umsetzungserfolg erreicht werden können. Wann immer es Interessenten weiterer Studiengänge gibt, auch sie können Genetik-Module auswählen.

Habilitationen: Im Frühjahr 2005 habilitierte sich Dr. V. Krauß und ist seitdem als Privatdozent Oberassistent am Lehrstuhl für Genetik.

Am 5. April 2009 feierte Prof. Heinz Sass seinen 65.Geburtstag. Aus diesem Grunde ist er Professor Emeritus der Genetik seit Ende des Sommersemesters (30.09.2009).


[Lehrstuhl für Genetik]

Letzte Änderung am 30.09.2009

© sass@rz.uni-leipzig.de