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Klimaschwankungen während des letzten Glazials
im östlichen Mittelmeer

 
 



 

Prof. Dr. Werner Ehrmann

Prof. Dr. Gerhard Schmiedl
Institut für Geologie und Paläontologie, Universität Hamburg


Nationale Zusammenarbeit:

Prof. Dr. M. Kucera, Dr. H. Schulz, Prof. Dr. Ch. Hemleben
Institut für Geowissenschaften, Universität Tübingen
Prof. Dr. K.-C. Emeis
Institut für Biogeochemie und Meereschemie, Universität Hamburg
 
 

Internationale Zusammenarbeit:

Dr. Y. Hamann
Geologisches Institut, ETH Zürich

   


Hintergrund:

Das östliche Mittelmeer ist für paläoklimatologische Untersuchungen besonders geeignet, da es durch seinen abgeschlossenen Charakter und seine geographische Lage verstärkt sowohl auf polare als auch auf tropisch-subtropische Klimasignale reagiert und diese in den Sedimenten speichert.


Ziel:

Die übergeordnete Zielsetzung des Projektes ist die erstmalige Dokumentation abrupter Klimaänderungen hoher und niederer Breiten während des letzten Glazials auf den Sedimenteintrag, die Ozeanographie und die marinen Ökosysteme im östlichen Mittelmeerraum. Hierbei sollen in einem interdisziplinären Ansatz verschiedene sedimentologische, mikropaläontologische und isotopen-geochemische Parameter untersucht werden, um die Umweltveränderungen zu beschreiben. Die wesentlichen Fragen, denen nachgegangen werden soll, sind:

(1) Wodurch werden Änderungen in der Zusammensetzung der glazialen Sedimente hervorgerufen? Hier spielen verschiedene Parameter und Prozesse eine wichtige Rolle: die Verwitterungsbedingungen und Ausgangsgesteine im Einzugsgebiet des Nils und der ägäischen Flüsse, der Transport durch die Flüsse (Erosionskraft, Wasserführung, Suspensionsfracht), der Staubeintrag aus Nordafrika und Europa (verschiedene Windsysteme, Windrichtungen und Windstärken), und die Sedimentverteilung im östlichen Mittelmeer durch ozeanische Strömungen.

(2) Welchen Einfluss haben die kurzfristigen Klimaänderungen auf die ozeanischen Zirkulationsmuster und marinen Ökosysteme im östlichen Mittelmeer? Finden Änderungen in der Produktivität und im Nahrungsfluss statt? Finden Änderungen in der Ventilation der Wassermassen statt?

(3) Welche räumlichen Unterschiede bestehen in der Amplitude und im zeitlichen Auftreten der Klimaänderungen zwischen Ägäis und Levantinischem Meer? Lassen sich diese Muster den großräumigen Klimasystemen (Nordatlantik, Monsunsystem) zuordnen? 


 


 



Abb.: Trendbereinigte und normierte Smektit/Illit-Verhältnisse in den Sedimenten des Kerns SL123 aus der südlichen Ägäis im Vergleich mit dem ?18O-Signal im GISP2 Eiskern (Grootes et al., 1993). Graue Balken zeigen Dansgaard-Oeschger-Interstadiale (DOI) an. Im Bereich des DOI 8 wird das Smektit/Illit-Verhältnis  durch die Y5-Asche gestört. Die Lage von AMS 14C-Altersdatierungen ist mit Pfeilen gekennzeichnet. Nach Ehrmann et al. (2007).