Hintergrund und Zielstellung:
Das Projekt
TRANSMET (TRANSport von METallen) wurde vom IfGG* der Universität
Leipzig in enger Kooperation mit dem UFZ von Dezember 2000 bis
August 2004 durchgeführt. Ziele waren die Ermittlung der aktuellen
Schwermetallbelastung der Fließgewässer des Mansfelder Landes,
das Erkennen der metallmobilisierenden Mechanismen aus Bergbaurückständen,
die Aufklärung des Transportverhaltens von Metallen und Salzen
und schließlich eine Bilanzierung der Schadstofffrachten, die
über ein hydrologisches Jahr in gelöster und suspendierter Form
aus dem Bergbaudistrikt an die Saale abgegeben werden.
Im Rahmen des Projekts wurden 95 Bachsedimentproben entnommen
und mittels RFA, RDA und Gammaspektrometrie auf ihren Chemismus,
die mineralische Zusammensetzung und die Verteilung der Radionuklide
untersucht. Hinzu kamen 252 Wasserproben und 140 Schwebstoffproben,
die aufbereitet und mit AAS, ICP-OES, ICP-MS und teilweise auch
massenspektrometrisch (34S) analysiert worden sind. Die wesentlichen
Resultate des Projekts sind:
|
Die Metallbelastungen
bestimmter Gewässerabschnitte nahe ehemaliger Hüttenstandorte,
metallur-gischer Betriebe, bergbaulicher Rückstandshalden
und an den Mundlöchern von Entwässerungsstollen übersteigen
auch 15 Jahre nach Aufgabe des Bergbaus sämtliche für Fließgewässer
maßgeblichen Grenzwerte. Diese Gewässerabschnitte sind als
stark belastet bis übermäßig belastet einzustufen. Als Hauptquelle
der Metalle im Bachsediment werden die Bergehalden des Kupferschieferbergbaus
(Böse Sieben) und metallurgische Produktionsrückstände (Wipper)
angesehen.
|
|
Von besonderer Bedeutung
für die Metallverbreitung im Bergbaudistrikt sind kleinräumige
Nieder-schlagsereignisse, die für hohe Abflußraten sorgen
und Sediment über bis zu 15 km Distanz verlagern.
|
|
Mehr als 90% der Metalle
werden aus dem Bergbaudistrikt in gelöster Form ausgetragen
und nur ein Bruchteil davon ist an Schwebstoffe gebunden.
Der hauptsächliche Metall- und Salzaustrag erfolgt über das
Grundwasser (Entwässerungsstollen) und nicht über die Fließgewässer.
Die Mansfelder Seen stellen wirkungsvolle Filter für das bergbaulich
belastete Wasser der Bösen Sieben dar.
|
|
Die im hydrologischen
Jahr 2003 aus dem Bergbaudistrikt Mansfelder Land an die Saale
abgegebene Menge an Schadstoffen beträgt unter anderem 308.000
t NaCl, 325 t Zn, 10 t Pb, 571 kg Cd und 419 kg U. Dies spiegelt
einen Anteil von 7,5% des NaCl, 65,8% des Zn, 23,7% des Pb
und 44,0.% des Cd an der Gesamtlast der Saale wider und macht
deutlich, dass insbesondere bei den Metallen Anstrengungen
unternommen werden müssen, die Last zu verringern.
|
|