Ergebnisse:
1. Die Tonmineralvergesellschaftungen in Oberflächensedimenten
am westlichen Kontinentalrand der Antarktischen Halbinsel bestehen aus Smektit,
Chlorit und Illit. Kaolinit tritt nur in Spuren auf. Hohe Smektitgehalte kennzeichnen
die Schelfsedimente vor dem nördlichen Graham Land, wohingegen Chlorit
und Illit die Schelfsedimente vor der südlichen Antarktischen Halbinsel
dominieren. Am Kontinentalfuss transportiert eine Bodenströmung Smektit
aus Norden nach Süden (Abb. 1).
2. In den spätquartären Sedimenten
des Kerns PS1565 sind interglaziale Tonmineralvergesellschaftungen durch hohe
Smektitgehalte und glaziale Vergesellschaftungen durch hohe Chloritgehalte
gekennzeichnet. Während der Glaziale wurde chloritreicher Detritus durch
gravitative Sedimentumlagerungen zum Kontinentalfuss transportiert. Diese
Prozesse wurden dadurch ausgelöst, dass auf Grund aufliegendes Eis bis
zur Schelfkante vorrückte.
3. Obermiozäne und quartäre Sedimente
der Bohrungen 1095 und 1096 zeigen Tonmineralvergesellschaftungen, die denen
in PS1565 sehr ähnlich sind und sich zwischen zwei Endgliedern bewegen.
Das eine Endglied ist gekennzeichnet durch <20% Smektit und >40% Chlorit.
Das zweite Endglied hat >20% Smektit und <40% Chlorit. Die Änderungen
werden wiederholten Vorstössen und Rückzugsphasen des Eises auf
dem Schelf westlich der Antarktischen Halbinsel zugeschrieben, die Glazial-Interglazial-Zyklen
widerspiegeln (Abb. 2). Oszillationen im antarktischen Eisvolumen haben also
wahrscheinlich bereits im Obermiozän das globale Klima beeinflusst.
4. Nur geringe langfristige Änderungen
konnten in den Tonmineralvergesellschaftungen der Bohrungen 1095 und 1096
festgestellt werden. Ein geringer Anstieg der Smektitgehalte zwischen 7,3
und 5,3 Ma könnte seine Ursache haben in einem erhöhten Eintrag
als Resultat einer verstärkten vulkanischen Tätigkeit auf den South
Shetland Islands und einer verstärkten glazialen Erosion im nördlichen
Graham Land. Ein Anstieg in den Illitkonzentrationen vor ca. 1,5-0,2 Ma wurde
vermutlich durch Liefergebietsänderungen im Gebiet der südlichen
Antarktischen Halbinsel hervorgerufen.
5. Die Tonmineralvergesellschaftungen zeigen
an, dass eine intensive Vereisung der Antarktischen Halbinsel bereits vor
mehr als 9 Ma begonnen hatte. Anzeichen für eine grössere Enteisung
wurden im Zeitraum 9-0 Ma nicht entdeckt.
Die wichtigsten Ergebnisse wurden in zwei
Publikationen zusammengefasst:
Hillenbrand,
C.-D. und Ehrmann, W. (2001): Distribution of Clay
Minerals in Drift Sediments on the Continental Rise West of the
Antarctic Peninsula, ODP Leg 178, Sites 1095 and 1096. - In: Barker,
P.F., Camerlenghi, A., Acton, G.D. & Ramsay, A.T.S. (Eds.):
Proc. ODP, Sci. Results, 178: 1-29 (PDF-Format)
Hillenbrand, C.-D. & Ehrmann, W.
(2005): Late Neogene to Quaternary environmental changes in
the Antarctic Peninsula region: Evidence from drift sediments.
- Global and Planetary Change, 45: 165-191.
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