Sedimentologisch-geochemische
Charakteristik
känozoischer
Typusprofile Mitteldeutschlands
PD Dr. habil. F.W.
Junge
Ziele
Im Mittelpunkt des Projektes stehen
sedimentologisch-geochemische Untersuchungen an in den mitteldeutschen
Tagebauen aufgeschlossenen Typus-
sequenzen der känozoischen
Lockergebirgsformation. Diese umfassen den Zeitraum Eozän bis Quartär
(Holozän). Die in den einzelnen Tagebauen
der südlichen Leipziger Tieflandsbucht
(vorrangig Tagebaue Espenhain, Zwenkau, Witznitz, Profen und Schleenhain)
geologisch-stratigraphisch eindeutig
fixierten Tertiär-Quartär-Abfolgen
sollen durch sedimentologisch-geochemische Daten untersetzt werden.
Als zu untersuchende Parameter
sind neben der detaillierten sedimentologischen Bemusterung und Feldaufnahme
vorgesehen: Korngröße (Methoden:
Siebanalyse, Laserpartikelanalyse),
Haupt- und Spurenelemente (Methoden: RFA, AES), Geochemie (Karbonat, organ.
Kohlenstoff, C/N-Verhältnis), Schwermineralzusammensetzung.
Im Ergebnis werden sedimentologisch-geochemische
Normalprofile für die einzelnen Tagebaue erstellt. Aus diesen
Normalprofilen können unter
dem Blickwinkel des sehr guten
allgemeingeologischen und stratigraphischen Kenntnisstandes des Untersuchungsgebietes
insbesonders Aussagen zu
den nachfolgend aufgeführten
Fragestellungen erwartet und getroffen werden:
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zur
Hebungsgeschichte des Erzgebirges (abgeleitet aus der Veränderung
der geochemischen Muster und des Schwermineralbestandes der
fluviatilen Sedimente) |
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zur
Klima-Entwicklung und zur Intensität chemischer Verwitterungsprozesse |
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zum
wechselnden marin-terrestrischen Einfluß in Folge von Meeresspiegelschwankungen
und zum schwankenden glazial-periglazialen Einfluß
im Ergebnis wechselnder Inlandeisbedeckung
(Fazieswechsel). |
Weiterhin werden geochemische Werte
für die mittlere Zusammensetzung der känozoischen Sedimente Mitteldeutschlands
erarbeitet. Dabei werden auch
Aussagen zur zeitlichen Entwicklung
des regionalen Clarkewertes während der letzten 50 Millionen Jahre
möglich. Als geogene Hintergrundwerte der
känozoischen petrogeochemischen
Einheiten Sachsens erlangen diese Daten besondere Bedeutung für
die Einschätzung der rezenten anthropo-
genen Belastung. Ebenfalls
werden unter dem Hintergrund der derzeit schon weit fortgeschrittenen Flutung
und Rekultivierung zahlreicher Großtagebaue im
Rahmen des Projektes unwiederbringliche
Dokumentationen und Basisdaten erarbeitet.
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Beispiel für
die sedimentologisch-geochemischen Normalprofile:
Die elsterglaziale
Zwischensedimentfolge im Tagbau Espenhain |
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