| Ziele: Die bei ODP Ausfahrt 208
gewonnenen Sedimentkerne erlauben eine detaillierte Rekonstruktion der
zeitlichen Änderungen der Tiefen- und Bodenwasserflüsse über das
Paläogen und Neogen. Darüber hinaus ermöglicht der erbohrte
Tiefentransekt eine Rekonstruktion dieser Änderungen in
Abhängigkeit
von der Wassertiefe. Ziel
des Projekts ist es, die känozoische Variabilität der Tiefen- und
Bodenwasserzirkulation im östlichen Südatlantik zu rekonstruieren.
Wir beabsichtigen, mit
kombinierten sedimentologischen und tonmineralogischen Methoden die
langfristige ozeanographische Entwicklung zu rekonstruieren. Dabei
werden die gemäßigten klimatischen Bedingungen des Paläozän, das
eozäne Treibhausklima, sowie die Abkühlung in die oligozänen
Eiszeitbedingungen und die Kälteeinbrüche des Miozäns erfaßt. Von besonderem Interesse sind auch
die Ausprägung und die Veränderungen der Tiefenwassermassen während
extremer klimatischer Bedingungen sowie bei abrupten Änderungen der
Klima- und Umweltbedingungen. Erste
Ergebnisse:
Die
Tonmineralvergesellschaftungen in den Bohrungen entlang eines
Tiefentransekts an der Nordflanke des Walfischrückens (ODP Leg 28)
zeigen an, dass sich die Umweltbedingungen im östlichen Südatlantik
während des Paläogens stark geändert haben. Diese Änderungen waren im
Besonderen an das früheozäne Klimaoptimum und an die
Eozän/Oligozän-Grenze geknüpft. Unterschiede in den Konzentrationen an
Smektit, Illit, Kaolinit und Chlorit sowie in den Illitkristallinitäten
belegen Änderungen in der Herkunft und in den Transportmechanismen. Die
spätpaläozänen und früheozänen Sedimente weisen mit dem Vorkommen von
Clinoptilolit einen deutlichen diagenetischen Einfluss auf. Die
Diagenese war jedoch nicht stark genug, um die paläoklimatologische
Information zu auszulöschen.
Im späten Paläogen
sind kurzfristige aber sehr ausgeprägte Klimaänderungen bekannt, so zum
Beispiel das ?Palaeocene-Eocene Thermal Maximum? (PETM) vor ca. 55,5 Ma
und das ?Eocene Thermal Maximum 2? (ETM2 oder "Elmo"-Ereignis) vor etwa
53,5 Ma. Diese Ereignisse sind auch in den
Tonmineralvergesellschaftungen am Walfischrücken dokumentiert, doch
sind die damit verbundenen Änderungen nicht stärker als solche zu
anderen Zeiten. Dies deutet an, dass mit den Ereignissen keine
außergewöhnlichen Änderungen in der Ozean-Zirkulation verbundenen
waren, trotz der starken Erwärmung und Änderung in der Ozeanchemie, die
in einer Verflachung der CCD um mehr als 2000 m resultierte.
In der eozänen und
neogenen Sedimentabfolge wird eine intensive Karbonatlösung durch eine
Zunahme des Gehaltes an terrigenem Silt und Ton angezeigt. Die Lösung
ist in den tieferen Teilen des Beckens am stärksten und korreliert mit
dem Auftreten ephemerer antarktischer Eisschilde. |