Vorkommen und Umweltverhalten
von Radioaktivitätsträgern in Bergbaurückständen verschiedenen Alters
Abundance and environmental impact of radionuclides in mining waste of different age
Dr. P.
Schreck Prof. Dr. Walter Gläßer
Institut
für Geophysik und Geologie (IfGG), Leipzig
PD Dr. Hermann Kupsch
Institut
für Interdisziplinäre Isotopenforschung (IIF), Leipzig
Hintergrund
und Zielstellung:
Im Rahmen dieses von 2001 bis 2003
durchgeführten Kooperationsprojekts zwischen dem IfGG und dem IIF wurden verschieden alte
Rückstandshalden des Metallbergbaus gammaspektrometrisch, geochemisch und mineralogisch untersucht.
Weiterhin kamen abbildende Verfahren zur Lokalisierung und Identifizierung der Strahlungsträger
zum Einsatz, so Kontaktautoradiographie, Phosphorimager, Mikroimager sowie Röntgendiffraktometrie.
Gegenstand der Untersuchungen waren eine frühmittelalterliche Berge- und Schlackenhalde des
Kupferschieferbergbaus (ca. 1200, Wimmelburg) im Mansfelder Land, eine spätmittelalterliche
Schlackenhalde des Silberbergbaus (ca. 1550, Halsbach) im Erzgebirge und eine frühneuzeitliche
Schlackenhalde der Kupfergewinnung (ca. 1890, Eckardshütte) bei Hettstedt im östlichen Harzvorland.
Die Schwerpunkte der Projektarbeiten lagen auf der Ermittlung und Darstellung der Gesamtstrahlenbelastung
der Halden, der Identifizierung der Strahlungsträger und der realitätsnahen Einschätzung der
Umweltgefährdung durch diese Halden. Die folgenden Ergebnisse wurden ermittelt:
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Die drei untersuchten
Halden unterscheiden sich deutlich in ihrer Strahlungsemission:
Während auf der Halde Wimmelburg Durchnittswerte der Ortsdosisleistung
(ODL) von 0,36 _Sv/h gemessen wurden, betrugen diese auf der
Halde Halsbach 0,79 _Sv/h und bei Eckardshütte 1,51 _Sv/h.
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Anhand von Aufnahmen mit dem
Phosphor/Microimager stellte sich heraus, dass sich die laterale Radionuklidverteilung
in den Haldenmaterialien deutlich unterscheidet: Im Kupferschiefer ist Uran punktuell
angereichert und liegt gebunden an die kohlige Substanz, an Sulfidminerale und schliesslich
an fossile Einschlüsse (Fische) vor. Alte Schlacke zeigt eine inhomogene Verteilung der
Radioaktivitätsträger, die Fliesstexturen folgt. Diese Schlacke ist teilweise bereits
rekristallisiert. In der neuzeitlichen Schlacke sind die radioaktiven Partikel im
Glasanteil hingegen homogen verteilt..
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Obwohl von den Schlackehalden
die höchste Strahlungsemission ausgeht, ist die Bindung der Radioaktivitätsträger
äusserst stabil (Uran und Radium in der Glasphase). Selbst alte Schlacken zeigen
kaum Korrosionserscheinungen. Die Schlacke kann somit über den betrachteten Zeitraum
als verwitterungsresistent angesehen werden. Der Kupferschiefer hingegen unterliegt
als Ganzes der Verwitterung, blättert auseinander, Sulfidminerale werden oxidiert, die
kohlige Substanz zerstört und das Uran freigesetzt. Von den Kupferschieferhalden geht somit
im Hinblick auf Radioaktivitätsträger die grössere Umweltgefährdung aus. .
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Für alle untersuchten Halden ist die
Nutzung einzuschränken und die Zugänglichkeit zu begrenzen. Von den drei untersuchten Halden
ist eine (Halsbach) mittlerweile vollständig abgedeckt und begrünt; die Halden Wimmelburg und
Eckardshütte jedoch sind weiterhin zugänglich. Hier sollte zumindest bei der Halde der Eckardshütte
eine Absperrung vorgesehen werden..
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Radionuklidverteilung
in einem Schlackedünnschliff, sichtbar gemacht mit dem „Micro-Imager“
der Firma Zinsser Elektronik
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