Graduiertenkolleg
"Universalität und Diversität: Sprachliche Strukturen und Prozesse"

Workshops, Kolloquien, Arbeitsgruppen: Workshops SS 2000: Ereignissemantik: Drei Arten von komplexen Ereignissen.


Regine Eckardt

Drei Arten von komplexen Ereignissen

Saetze wie die folgenden (1), (2) und bei naeherer Betrachtung auch (3) beschreiben komplexe Ereignisse:

  1. Susanne stupste in 15 min. jeden Studenten mit einem (seinem) Buch.
  2. Susanne begruesste zwei Stunden lang jeden Studenten mit einer Rose.
  3. Susanne rauchte 2 Stunden lang nicht.
Ich werde dafuer argumentieren, dass alle drei Saetze auf unterschiedlichen Arten der Ereignis-Summation beruhen. Satz (1) benutzt Pluralbildung, die sich als Generalisierung der Theorie in Lasersohn (1995) definieren laesst. Satz (2) spricht über Zeitintervalle (schon bei Parsons) und Saetze wie (3) koennen nur richtig interpretiert werden, indem man auf einen situationsartigen Rahmen Bezug nimmt. Zeitangaben erweisen sich damit als mehrdeutig im Rahmen des Erwartbaren (Zeitmessung und Ereignisdauer-Messung), haben aber in beiden Fällen dieselben sortalen Beschränkungen an die modifizierten Prädikate.


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