


Projektgruppe:
Ostmitteleuropa transnational
Die Rolle ostmitteleuropäischer Länder in Internationalen Organisationen von den 1880er Jahren bis 1989/90
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AT&T Central Offices, Madison Complex, Los Angeles
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Kurzbeschreibung
Ausgegangen wird von der Beobachtung eines zweifachen Forschungsdefizits: Weder in globalgeschichtlichen Arbeiten insgesamt, noch in Studien über Internationalisierung und Internationale Organisationen haben die Länder Ostmitteleuropas bislang eingehende Behandlung erfahren. Parallel dazu hat sich die Historiographie zu dieser Region vor allem für diplomatiegeschichtliche Aspekte interessiert, deren Teilhabe an globalen Bewegungen, weltweiten Netzwerke und internationalen Strukturen jedoch kaum in den Blick genommen. Im Ergebnis ist zum einen eine wesentliche Dimension der Geschichte Ostmitteleuropas weitestgehend unbeachtet geblieben; zum anderen lassen global anlegte Analysen bzw. Narrativen die Entwicklungen einer gesamten Region ebenso wie deren Spezifik außen vor. Im Zuge der transnationalen Erweiterung der Historiographie wird damit gleichsam unbemerkt die Annahme einer Rückständigkeit Ostmitteleuropas in jenen Prozessen, die sich weltweit als maßgeblich erwiesen haben, fort- und festgeschrieben. Das ist über die Historiographie hinaus folgenreich für die Region, denn deren Traditionen im Umgang mit Transnationalität und deren Erfahrungsbestände bezüglich der Integration in weltweite Zusammenhänge bieten ein reiches Arsenal auch für die gegenwärtige Positionierung in der Welt. Vor diesem Hintergrund sucht die Studie die vielfältige Einbindung ostmitteleuropäischer Akteure in transnationale Beziehungen von den 1880er Jahren bis zum Umbruch 1989/90 zu rekonstruieren und in ihrem Wandel zu erfassen. Vier Überlegungen leiten das konzeptionelle Herangehen: Erstens sind lokale, regionale und nationale Interessenlagen bei der Teilhabe an internationaler Kooperation ernst zunehmen und Internationalisierung gerade auch als politische Strategie zu interpretieren, die sich auf Emanzipation von imperialer Herrschaftsstrukturen (vor ebenso wie nach 1918) richtete. Zweitens gilt es den (Rück-)Wirkungen dieser Prozesse auf den Wandel von Internationalismus und der Strukturen Internationaler Organisationen während des 19. und 20. Jahrhunderts nachzugehen. Drittens, und damit zusammenhängend, sind die Handlungsspielräume „kleiner“ und geopolitisch wenig einflussreicher Staaten in Internationalen Organisationen auszuloten. Und viertes schließlich ist nach Transfer- und Lernprozessen zwischen verschiedenen subkontinentalen Regionen in Europa, Asien, Afrika sowie den Amerikas zu fragen.