Richtlinien
für wissenschaftliche Arbeiten
Seminar- und Diplomarbeiten, Dissertationen,
Habilitationsschriften
am Institut für Angewandte
Linguistik und Translatologie
Univ.-Prof. Dr. Peter A. Schmitt
Universität Leipzig,
Institut für Angewandte Linguistik
und Translatologie
Letzte Änderung: 26. April 2005
Index
Allgemeine Hinweise - Gliederung
- Methodik - Stil,
Darstellung, Gedankenführung - Überschriften
- Anmerkungen/Fußnoten
- Beispiele - Grafik/Abbildungen/Tabellen
- Zitate/Quellen - Orthographie/Interpunktion/Grammatik
- Formatierung - Danksagung
- Selbständigkeitserklärung
- Verzeichnisse - Deckblatt
- Drucken/Kopieren - Binden
- Einreichung
Allgemeine
Hinweise
Die folgenden Hinweise beziehen sich primär auf Diplomarbeiten
und deren typischen Umfang von ca. 80-200 Seiten, sie gelten jedoch sinngemäß
auch für weniger umfangreiche Studienarbeiten, wie etwa Seminararbeiten,
sowie für Dissertationen und Habilitationsschriften. Für terminologische
Diplomarbeiten gibt es ergänzende Richtlinien mit einigen besonderen
Hinweisen.
Diese Hinweise decken die wesentlichen Merkmale und Kriterien ab, die
von den Gutachtern geprüft und beurteilt werden. Eine Berücksichtigung
dieser Hinweise ist ein sicherer Weg zu einem erfreulichen Arbeitsergebnis.
Es empfiehlt sich, vor Arbeitsbeginn alle Punkte durchzulesen und vor
Einreichung der Arbeit nochmals anhand dieses Merkblatts zu kontrollieren,
inwieweit alle Punkte berücksichtigt bzw. erfüllt sind.
Gliederung
-
Nach Möglichkeit vom Globalen zum Detail vorgehen und/oder vom historischen
Rückblick zur Zukunftsperspektive.
-
Auf logische Reihenfolge der Gliederungspunkte achten.
-
Die Darstellung möglichst differenziert gliedern; typisch sind vier
bis fünf Gliederungsebenen.
-
In den einzelnen Kapiteln einen einheitlichen Differenzierungsmaßstab
anlegen - also vermeiden, daß ein Kapitel sehr fein gegliedert ist
während ein anderes, ähnlich komplexes Kapitel nicht oder nur
grob strukturiert ist.
Methodik
-
Klar darstellen und überzeugend begründen: Thema der Arbeit,
translatorische Relevanz der Untersuchung, Ziel der Untersuchung, Vorgehensweise,
Aufbau der Arbeit, untersuchtes Textkorpus, Auswahl der Quellen.
-
Darauf achten, daß die Quellen für das Untersuchungsgebiet relevant
und (noch) aktuell sind.
-
Alle zentralen (und insbesondere die strittigen) Begriffe der Arbeit entweder
selbst definieren oder durch Verweis auf Quellen klären.
-
Gegebenenfalls mit einer „Arbeitsdefinition" beginnen und später eine
neue Definition erarbeiten.
-
Ggf. Stand der Technik oder Wissenschaft im untersuchten Themenbereich
darstellen, etwaige Lücken bzw. Forschungsdesiderata aufzeigen und
begründen, welchen Erkenntnisfortschritt die eigene Arbeit bringen
soll.
-
Positionen anderer Forscher nicht bloß aneinanderreihen, sondern
in ein kohärentes Ganzes einbinden.
-
Eigene Positionen als solche kennzeichnen und ggf. begründen.
-
Darauf achten, daß der Schwerpunkt der Arbeit die durch den Titel
der Arbeit geweckten Erwartungen erfüllt.
-
Am Ende der Arbeit die Ergebnisse zusammenfassen.
Stil,
Darstellung und Gedankenführung
-
Leserorientiert schreiben.
-
„Behördendeutsch" vermeiden.
-
Aufgeblähten Pseudo-Wissenschaftsstil vermeiden.
-
Eine zeitgemäß politisch korrekte, nichtdiskriminierende Sprache
verwenden (z.B. Fachleute statt Fachmann), ohne die Lesbarkeit
zu beeinträchtigen (nicht: "daß der/die Übersetzer/in seine/ihre
Meinung").
-
Möglichst neutrale, sachliche Formulierungen verwenden.
-
Übertreibungen (hype) vermeiden, Superlative nur sparsam und
bei Bedarf einsetzen, da sie Widerspruch provozieren und die Arbeit unnötig
anfechtbar machen.
-
Erste Person singular ist in Maßen zulässig zur Markierung eigener
Positionen ("nach meiner Auffassung").
-
Nicht die dritte Person singular als Verweis auf sich selbst verwenden
(nicht: "die Verfasserin meint").
-
Nicht die erste Person plural für einsame eigene Meinungen verwenden
(nicht: "Wir meinen").
-
Auf logische, kohärente, widerspruchsfreie Darstellung achten.
-
Gedanke des Lesers klar führen, z.B. durch lineare Thema-Rhema-Progression.
-
Auf textsortengerecht konzise (knappe) und dennoch luzide (klare) Darstellung
achten.
-
Bei der Themenentfaltung auf eine sachlogische Absatzgliederung
achten und nicht jeden komplexen Satz zu einem eigenen Absatz machen.
-
Relativsätze nicht mit mehr Informationen befrachten als den zugehörigen
Hauptsatz.
-
Parenthesen (d.h. Einschübe in Klammern oder Gedankenstrichen) grundsätzlich
nur in der Funktion einer Explikation, eines Kommentars oder für Quellenangaben
verwenden und nur so einsetzen, daß durch sie die Lesbarkeit und
Textverständlichkeit erleichtert und nicht erschwert wird.
-
Modische Fremdwörter in der wissenschaftlichen Darstellung vermeiden.
-
Weitschweifigkeiten und Stilschwankungen vermeiden.
-
Funktionsverbgefüge eher vermeiden (nicht: zur Anwendung bringen
sondern: anwenden).
-
Spiegelstrichaufzählungen nicht in einen Satz einbetten, sondern ggf.
an einen Doppelpunkt anschließen.
-
Alle Wörter und Silben aus dem Text entfernen, die an der intendierten
Aussage nichts ändern (z.B. nicht
Abminderung sondern Minderung;
nicht beinhaltet sondern enthält; nicht nicht unwesentlich
beeinflußt sondern
wesentlich beeinflußt).
-
Mit Querverweisen die Textkohärenz verbessern.
-
Abbildungen mit dem Fließtext an der entsprechenden Stelle verbal
verknüpfen.
-
Zitate sparsam und überlegt anwenden, sachlogisch und ggf. kritisch
wertend in den Fließtext einarbeiten, dabei stets beachten, daß
Zitate nicht die eigene Argumentation ersetzen.
Überschriften
-
Darauf achten, daß die durch Überschriften geweckten Erwartungen
durch den zugehörigen Text erfüllt werden.
-
Überschriften mit einer Dezimalgliederungsnummer (bis zu sechs Ebenen)
versehen (vorzugsweise mit der Gliederungsautomatik)
-
Überschriften entweder nicht oder durch Fettdruck oder größere
Schrift hervorheben.
-
Zur Hervorhebung von Überschriften weder Kursivschrift noch Unterstreichung
noch Sperrung noch eine Mischung verschiedener Schriften verwenden.
-
Überschriften dürfen serifenlos sein (z.B. Arial), wenn der Fließtext
serifenbetont ist (z.B. Times New Roman); der umgekehrte Fall ist unüblich.
Anmerkungen/Fußnoten
-
Anmerkungen auf solche Informationen beschränken, die im Fließtext
die geradlinige Gedankenführung stören würden, die aber
gleichwohl für erwähnenswert gehalten werden.
-
Keine wesentlichen Informationen in den Anmerkungen verstecken.
-
Anmerkungen als Fußnoten (nicht als Endnoten) formatieren.
-
Fußnoten einheitlich formatieren.
Beispiele
-
Beispiele verwenden (z.B., um abstrakte Sachverhalte zu vermitteln).
-
Nur solche Beispiele verwenden, die das Gemeinte tatsächlich verdeutlichen.
-
Bei zitierten Beispielen die Quelle(n) angeben.
Grafik/Abbildungen/Tabellen
- Abbildungen verwenden, wo eine verbale Darstellung alleine ungeeignet oder
umständlich ist oder nicht ausreicht.
- Keine Abbildungen verwenden, die lediglich schmückendes Beiwerk sind.
- Bei Abbildungen nach Möglichkeit Schwarz/Weiß-Strichzeichnungen
verwenden.
- Bei unvermeidlichen Grauflächen darauf achten, daß sie auch
als Kopie fleckenfrei sind.
- Text und Abbildungsbeschriftungen nicht mit Grauflächen unterlegen.
- Wo Text auf Grauflächen unvermeidbar ist, auf ausreichenden Kontrast
und gute Lesbarkeit achten.
- Abbildungsgröße so bemessen, daß das Wesentliche gut erkennbar
ist - im Zweifel eher zu groß als zu klein.
- Abbildungen einheitlich im Seitenlayout platzieren - vorzugsweise horizontal
zentriert.
- Die Linienbreite in den einzelnen Abbildungen möglichst einheitlich
wählen.
- Tabellen klar strukturieren und platzsparend formatieren.
- Seitenumbruch innerhalb von Tabellen vermeiden.
- Erforderlichenfalls Tabellen und Abbildungen als A3-Blatt quer zum Ausklappen
einbinden.
- Abbildungen und Tabellen (automatisch) nummerieren.
- Abbildungen in der ganzen Arbeit durchnummerieren (Abb. 1, Abb. 2 .... Abb.
54), nicht kapitelweise (Abb. 2-1, Abb. 2-2, ... Abb. 4-1, ... Abb. 4-15).
- Abbildungen und Tabellen mit Titeln versehen und in separaten Verzeichnissen
auflisten.
- Abbildungen ggf. mit (ggf. zweisprachigen) Legenden versehen.
- Übereinstimmung der Verzeichnisse mit den tatsächlichen Plazierungen
sicherstellen.
- Bei Abbildungen, die nicht selbst erstellt oder durch Eigenleistung (z.B.
durch Einarbeitung von Bezugspfeilen, Legenden) bearbeitet wurden, die Quelle
angeben (im Abb.-Verzeichnis).
Zitate/Quellen
- Sicherstellen, daß alle wörtlichen Zitate zeichengenau mit den
Quellen übereinstimmen.
- Etwaige Auslassungen klar und konsequent kennzeichnen.
- Etwaige Fehler des Zitatoriginals klar durch „(sic)" kennzeichnen.
- Schreibweise nach alter Rechtschreibung wird im Zitat beibehalten, aber
nicht mit (sic) markiert.
- Alle wörtlich oder inhaltlich zitierten Inhalte mit ihrer Quelle kennzeichnen
(s. Merkblatt).
- Zwischen wörtlichen und indirekten Zitaten unterscheiden (s. Merkblatt).
- Im Literaturverzeichnis nur tatsächlich (wörtlich oder inhaltlich)
zitierte Werke aufnehmen.
- Darauf achten, daß alle im Fließtext genannten Quellen auch
im Literaturverzeichnis genannt sind.
- Darauf achten, daß die Quellenangaben im Fließtext exakt mit
den Angaben im Literaturverzeichnis übereinstimmen.
- Literaturverzeichnis einheitlich und systematisch gestalten (s. Merkblatt).
Orthographie/Interpunktion/Grammatik
-
Orthographie und Interpunktion einheitlich entweder nach alter oder nach
neuer Regelung.
-
Alle von der automatischen Rechtschreibprüfung markierten Wörter
kontrollieren.
-
Bei „Suche/Ersetze"-Operationen auf die u.U. nötige Anpassung von
Flexionsendungen an Genus/Numerus achten.
Formatierung
-
Seitenränder im ganzen Dokument einheitlich
einstellen (LR:3,5cm, RR:1,5cm, OR:2,5cm, UR:2,5cm).
-
Für den Fließtext Zeilenabstand 1,0 bis maximal 1,5 wählen.
-
Für eingerückte Zitate Zeilenabstand 1,0 wählen.
-
Eine unprätentiöse, klare und ruhige Schrift wählen (z.B.
Times New Roman) oder Arial.
-
Für den Fließtext Schriftgröße 12p wählen.
-
Für eingerückte Zitate Schriftgröße 12p oder 10p wählen.
-
Für Fußnoten eine um 2p kleinere Schriftgröße wählen
als für die eingerückten Zitate.
-
Schriftauszeichnungen (Hervorhebungen) sparsam und systematisch verwenden.
-
Keine Sperrungen verwenden (auch nicht in Überschriften).
-
Keine Unterstreichungen verwenden (auch nicht in Überschriften).
-
Fett im Fließtext möglichst vermeiden.
-
Kursiv beschränken zur Markierung von Signifikanten bei metasprachlichen
Äußerungen und/oder für fremdsprachliche Ausdrücke.
-
Anführungszeichen verwenden für kurze (max. 1,5 Zeilen) wörtliche
Zitate im Fließtext und zur Markierung von Signifikaten bei metasprachlichen
Äußerungen.
-
Silbentrennung im ganzen Text aktivieren.
-
Blocksatz nur in Verbindung mit Silbentrennung verwenden.
-
In Tabellen keinen Blocksatz verwenden, sondern linksbündig oder zentriert.
-
In Spiegelstrichaufzählungen und Verzeichnissen (Inhalt, Literatur,
Abbildungen etc.) linksbündigen Flattersatz einstellen.
-
Kontrollieren, daß nirgendwo übergroße Wortzwischenräume
vorhanden sind.
-
Witwen und Waisen vermeiden - Blockschutz aktivieren.
-
Arbeit durchgehend paginieren.
-
Gleiche Schriftart für Paginierung und Fließtext wählen,
es sei denn, die Paginierung steht oberhalb einer Horizontallinie in einem
Kopftext mit Angaben wie Verfasser/Titel, Kapitel; dann eignet sich für
Kopftext/Paginierung auch dann eine serifenlose Schrift (z.B. Arial 8p),
wenn der Fließtext mit einer serifenbetonten Schrift (z.B. Times
New Roman 12p) gesetzt ist. Der umgekehrte Fall (Paginierung und/oder Kopfzeile
serifenbetont, Fließtext serifenlos) ist unüblich und zu vermeiden.
Verzeichnisse
-
Inhaltsverzeichnis übersichtlich strukturieren.
-
Abbildungen in einem Abbildungsverzeichnis auflisten (mit Seitenangaben).
-
Tabellen in einem Tabellenverzeichnis auflisten (mit Seitenangaben).
-
Abkürzungen und zugehörige Langformen in einem Abkürzungsverzeichnis
auflisten.
-
Literaturverzeichnis gemäß Merkblatt
formatieren.
-
Stichwortverzeichnis (fakultativ) am Ende der Arbeit einfügen.
Danksagung
-
In der Danksagung alle relevanten Personen berücksichtigen.
-
Darauf achten, daß Danksagung und Selbständigkeitserklärung
einander nicht widersprechen.
Selbständigkeitserklärung
Deckblatt
-
Deckblatt gemäß Muster gestalten.
-
Auf richtige Schreibweise der Namen (Institut, Referenten) achten.
-
Bei den Referenten die akademischen Titel angeben.
Drucken/Kopieren
-
Vor dem Ausdrucken in der Druckvorschau am Bildschirm kontrollieren, ob
der Text über alle Seitenumbrüche hinweg lückenlos und wiederholungsfrei
ist.
-
Beim Drucken und Kopieren die gleiche Papiersorte für die gesamte
Arbeit verwenden.
-
Mindestens drei Exemplare auf weißem Papier mit schwarzer Schrift
drucken bzw. kopieren.
-
Sicherstellen, daß keine Seiten (Blätter) fehlen oder doppelt
vorhanden sind.
Binden
-
Mindestens drei Exemplare robust binden lassen (vorzugsweise Kaltklebebindung;
keine Spiralbindung).
-
Nach dem Binden Kanten schneiden lassen (auf etwaige Ausklappseiten achten).
-
Sicherstellen, daß keine Seiten (Blätter) fehlen oder doppelt
vorhanden sind.
Einreichung
-
Termingerecht drei gebundene Exemplare abgeben (im Prüfungsamt oder
IALT-Sekretariat).
-
Bei Terminologiearbeiten:
-
Diskette(n) mit den komprimierten Glossardatenbankdateien (*.db, *.mb,
*.px, *.x*, *.y*) abgeben; Diskettenetikett beschriften mit: Verfassername,
Diplomarbeit-Kurztitel, Autorenkürzel, Sprachenpaar, Anzahl der Datensätze.
-
Diskette(n) mit den komprimierten Media-Files (Abbildungen als *.bmp-Files,
Videos als *.avi, Sound als *.wav) abgeben; vorzugsweise im ZIP-Archivformat.
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Letzte Änderung: 18. Mai 1999 von pas