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Was ist das?Seit 1995 findet in jedem Semester am IALT eine sogenannte Mock-Konferenz statt. Das englische Verb "to mock" bedeutet soviel wie "so tun als ob". Die Studierenden organisieren also selbst zu einem bestimmten Thema eine simulierte Konferenz mit Rednern, Dolmetschern und Gästen.
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Mock-Konferenz: Große Aufgaben für den kleinen Dolmetscher (Artikel aus dem Journal der Universität Leipzig)Eine Mock-Konferenz ist eine von Studenten des IALT für Studenten organisierte mehrsprachige Konferenz, die einmal pro Semester stattfindet. Der Name kommt vom englischen Verb „to mock", was soviel heißt wie nachahmen, imitieren. Die simulierte Konferenz soll den angehenden Dolmetschern die Möglichkeit geben, einmal in einer „realen" Situation ihre erworbenen Fähigkeiten auszuprobieren. Redner aus unterschiedlichen Ländern halten jeweils in ihrer Muttersprache eine Rede zu einem festgelegten Thema, diese Reden werden von den Studenten gedolmetscht. Die letzte Konferenz fand am 16.01. in der Dolmetschtrainingsanlage im Seminargebäude statt. Die Autorin des nebenstehenden Beitrags war dabei. Nähere Informationen im Internet unter: www.uni-leipzig.de/~ialt/institut/dta. Es war einmal an einem kalten Tag im Januar, genauer gesagt an einem Mittwoch Nachmittag. An diesem Tag fand die große Mock-Konferenz statt, bei der es Reden in den unterschiedlichsten Sprachen zum Thema „Der Einfluss des Englischen auf unsere Sprachen" geben sollte. Schon als er morgens aufgewacht war, hatte der kleine Dolmetscher leichte Zeichen von Nervosität verspürt, die jedoch durch die Vorbereitungen, die noch erledigt werden mussten, schnell vergingen. Erst als gegen 14 Uhr das letzte Seminar für diesen Tag zu Ende ging, der Konferenz-beginn unweigerlich näherrückte und die Zuhörer in den Saal strömten, kam auch die Aufregung wieder. Und mit ihr die Fragen: Bin ich ordentlich vorbereitet? Weiß ich alle wichtigen Vokabeln? Bin ich gut bei Stimme? Bin ich ausgeschlafen? Leider konnte er, wenn er ehrlich war, ziemlich viele dieser Fragen nicht wirklich mit ja beantworten; da es mittlerweile jedoch zu spät war, daran noch etwas zu ändern, beschloss er, das Beste aus der Situation zu machen und ging in seine kleine Dolmetschkabine. Nachdem er sich dort eingerichtet hatte, sein Wörterbuch neben ihm lag und er ein Glas Wasser getrunken hatte, fühlte er sich gewappnet. Dann kam der große, gleichermaßen ersehnte und gefürchtete, Augenblick, die Konferenz begann. In den folgenden fünf Minuten konnte der kleine Dolmetscher an kaum etwas anderes denken als daran, das was er da gerade auf deutsch hörte ins Französische zu übermitteln. Nur blitzartig gingen ihm andere Gedanken durch den Kopf. Warum nur müssen die Leute eigentlich immer so schnell sprechen? Und was soll denn das heißen: „Das Verhältnis des Menschen zu seiner Sprache ist nicht das der vollkommenen Einsprachigkeit und einsprachigen Vollkommenheit, sondern im Gegenteil das der unvollkommenen Mehrsprachigkeit und der mehrsprachigen Unvollkommenheit"? Die erste Rede war überstanden - eigentlich war es ja doch nicht so schlimm gewesen. Die folgende Stunde verging wie im Flug. Zahlreiche Reden wurden gehalten - deutsch, spanisch, russisch, französisch, deutsch - die anderen Dolmetscher unten im Saal hatten auch ganz schön zu tun, und der kleine Dolmetscher in der Dolmetschkabine wurde immer sicherer. Aber was sind denn das nun wieder für komische Wörter? „Transliterieren"! Können sich die Leute nicht klar und einfach, eben verständlich ausdrücken? Doch egal, es geht weiter, Hauptsache er sagt überhaupt etwas, darüber nachdenken kann er später. Später denkt er allerdings nicht mehr daran. Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit dem zweiten Teil, mit schon wesentlich gewachsenem Selbstvertrauen ging der kleine Dolmetscherzurück in seine Dolmetschkabine. Und wieder sprach ein Redner nach dem anderen - englisch, portugiesisch, arabisch, spanisch, französisch. Was wurde da gerade gesagt? Der Redner hatte ganz sicher von Wirtschaft, Technik und Kultur gesprochen, aber war da nicht noch etwas gewesen? Zum Nachdenken ist keine Zeit, ach egal, in solchen Aufzählungen passt das Wort Politik immer, also raus damit. Mittlerweile wurden Schwierigkeiten nicht mehr als bedrohlich empfunden, sondern als Herausforderungen, die die Denkfähigkeit anregen, der kleine Dolmetscher bekam das Gefühl, über sich hinauszuwachsen. In diesem Augenblick traute er sich fast alles zu und war sich sicher: es wird einmal der Tag kommen, an dem er auf einer wirklich großen Konferenz dolmetschen wird. Christiane Biskup Dossiers zu den Konferenzen
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