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ebenso die Fotos. Anfrage bei Michael
Krupp
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Aktuelle
Nachrichten --------------------------------------------------------------------------------------------------- - Juden bitten die katholische Kirche,
vollkommen auf Prosaelytismus zu verzichten - Starke Zunahme der Konversionen im
israelischen Heer - Keine Passbilder mehr in Israel mit
nackten Schultern - Umstrittenes Projekt am See
Genezareth - 50 Hektar "Jesuspark" für Evangelikale - Mosaikvilla in Caesarea der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht - Erster Staatsbesuch Israels im
Vatikan - Erstes Schriftdokument aus dem Bezirk
des Ersten Tempels entdeckt - Vier illuminierte Prachthandschriften
des Vatikan im Israel Museum ausgestellt - Israelische Regierung beschließt
Gleichstellung arabischer Terroropferr - Die israelische Regierung bedauert
zutiefst den Tod Wiesenthals - Beseitigung von Synagogen in
aufgegebenen jüdischen Siedlungen: Begraben - Jordanien erkennt den neuen
orthodoxen Patriarchen Theofilos III an - "Tour zu den Säulen der
Zivlisation" - Oberrabbiner Amer: Moscheen sind
heilig Juden bitten die katholische
Kirche, vollkommen auf Prosaelytismus zu verzichten - 40 Jahre
Vatikanerklärung gefeiert Auf einer Gedenkfeier im Vatikan zum vierzigsten
Jahrestag der Erklärung "Nostra Aetate" hat nach einem Bericht der
Jerusalem Post von Freitag, dem 28.10., der Jüdische Redner, Rabbiner David
Rosen, die katholische Kirche aufgefordert, auf Proselytismus unter Juden zu
verzichten. Zwar spreche sich die Vatikanerklärung gegen Proslytismus aus,
dies werde aber nicht ünberall in der katholischen Kirche so verstanden. Zwar
lehnen auch solche Kreise einen agressive Judenmission ab, sie glauben aber,
dass eine offene Einladung an Juden, Christen zu werden, erlaubt sei. Die Erklärung "Nostra Aetate" hatte die
Juden kollektiv freigesprochen vom Gottesmord und verantwortlich am Tod Jesu
und jede Art von Antisemitismus verboten. Rosen, der frühere Oberrabbiner von
Irland und Südafrika und heute der internationale Direktor für Beziehungen
zum Christentum beim American Jewish Committee, bezeichnete die Erklärung als
eine Revolution im kirchlichen Denken gegenüber dem Judentum. "Stellen sie sich eine Milliarde
Gläubiger vor", sagte Rosen gegenüber der Jerusalem Post, "die
gestern noch gelehrt worden waren, die Juden seien mit dem Teufel im Bund,
plötzlich erzählt bekommen, die Juden seien das Bundesvolk Gottes, oder wie es Papst
Johannes Paul II auggedrückt hat 'unser über alles geliebter älterer
Bruder'". Einen Eklat gab es bei der Feier, nachdem der
Oberrabbiner Roms, Riccardo die Segni, das Treffen boykottierte, weil als
katholischer Redner der ehemalige Oberhirte von Paris, Kardinal Jean Marie
Lustiger, ein getaufter Jude, eingeladen worden war. Der Boykott stieß auf
wenig Gegenliebe bei seinen jüdischen Brüdern, die an den Feierlichkeiten
teilnahmen. "Wenige Menschen habe so viel für die jüdisch-christlichen Beziehungen
getan, wie Lustiger", sagte laut der Zeitung Haaretz der Oberrabbiner
von Brasilien, Henry Sobel, und der Londoner Rabbiner Mark Winer meinte,
"einen Freund der Juden zu boykottieren, ist nicht das Richtige". Bei der Veranstaltung wurde ein Grußtelegramm von
Papst Benedikt XVI verlesen, in dem es heißt: Bei der Fundamentierung einer
neuen Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und der Kirche unterstreicht
"Nostra Aetate" die Notwendigkeit, alte Vorurteile,
Missverständnisse und Gleichgültigkeit, sowie die Sprache von Verachtung und
Feindschaft zu überwinden...Ich habe meine eigene feste Überzeugung zum
Ausdruck gebracht, in den Fußstapen
meines geliebten Vorgängers Papst Johannes Paul II zu gehen. Der
jüdisch-christliche Dialog muss weitergehen, um die Bande der Freundschaft,
die sich entwickelt haben, zu vertiefen und zu bereichern." Für die nächste Woiche sind eine Reihe von
Veranstaltungen in Israel geplant. Das Zentrum für christliche Studien an der
Hebräischen Universität wird ein dreitägiges Seminar zur Entwicklung der
jüdisch-christlichen Beziehungen abhalten. Der Oberrabbiner von Haifa, Shear
Yashuv Cohen, wird auf einer Veranstaltung des American Jewish Committees in
Jerusalem sprechen und Rabbiner David Rosen wird am 3. November den "Mount
Zion Award" in der katholischen Benediktiner-Abtei Hagia Maria Sion
(Dormitio) erhalten für seinen jahrzehntelangen Einsatz im
jüdisch-christlichen Dialog. Überreichen wird ihm den Preis Kardinal Walter
Kasper, der Präsident der päpstlichen Kommission für die religiösen
Beziehungen mit dem Judentum. Starke Zunahme der Konversionen
im israelischen Heer Um das doppelte haben die Konversionen in der
israelischen Armee im Jahr 2005 zugenommen, sagte nach einem Bericht der
Jerusalem Post von Freitag, dem 21.10., der zuständige Personalchef des
Heeres, Major Elazar Stern . Bis Zum
Ende des Jahres werden 1000 Soldaten den Konversionsgang beendet haben, Im
Jahr 2004 waren es 450. Zweidrittel der Konvertiten sind Frauen. Für sie es
wichtiger und weniger schmerzvoll, sagte Stern, anspielend auf die
Beschneidung bei Männern und das jüdische Religionsgesetz, das die Religion
nach der Mutter entscheidet. Die meisten Konvertiten stammen aus der ehemaligen
Sowjetunion. Zu Zeit seien 7000 Nichtjuden unter Waffen, sagte Stern. Die
Armee zahlt für die Konversionskurse an die Rabbiner umgerechnet 4 Millionen
Euro im Jahr. Nicht überall stoßen die Massenbekehrungen in der israelischen
Armee auf Zustimmung. Sie seien zu schnell und zu leicht, bemängeln
ultraorthodoxe Kreise. Stern lehnt diese Argumente ab. Die Leute, die diese
Meinungen äußerten, seien gegen die Armee und zum Teil gegen den Staat. Die
Konversionen stehen unter der Aufsicht des orthodoxen Rabbiners Haim
Druckmann. Wenn es Kritik gäbe, solle sie sich an ihn wenden. Keine Passbilder mehr in Israel
mit nackten Schultern Der israelische Innenminister, Ophir Pines-Paz
(Arbeiterpartei), hat sein Ministerium angewiesen, keine Passbilder mehr mit
nackten Schultern zu akzeptieren, sondern die Antragsteller zu bitten, neue
Photos, diesmal mit bedeckten Schultern, angfertigen zu lassen. Als Grund gab
er an, dass einige konservative Länder wie Ägypten oder die Türkei, Schwierigkeiten
bei der Einreise mit derart Passbildern machen könnten. Umstrittenes Projekt am See
Genezareth - 50 Hektar "Jesuspark" für Evangelikale Israelische Ministerien, darunter das Tourismusministerium,
planen nach einem Artikel in der Zeitung Haaretz von Montag, dem 10.10.,
einen 50 ha großen "Jesuspark" am See Genezareth zwischen
Kapernaum, Korazim,Tabgha und dem Berg der Seeligpreisungen, ein bisher
ziemlich naturbelassenenes hügliges Weidegelände am Seeufer. Das Gelände soll
von amerikanischen evangelikalen Kreisen entwickelt und unterhalten werden,
die umgerechnet 60 Millionen Euro in das Projekt investeren wollen, der Rest
kommt vom Staat Israel. Der Jesuspark soll veranschaulichen, wie Jesus hier
gelebt und gelehrt hat, sagte der Projektleiter Uri Dagul. Die sei die
Gegegend, in der Jesus am meisten gewirkt hat. Es gäbe bisher keinen Park,
der an Jesus Leben und Wirken erinnert. Der Tourismusminister, Avraham
Hirchfed, rechnet mit zusätzlich 1 Million Touristen jährlich durch das
Projekt. Im Jahr 2000 waren von den 2 1/2 Millionen Touristen 1,5 Millionen
Christen, meistens Katholiken. Kritik an dem Projekt kommt von nichtevanglikalen
christlichen Kreisen, die fragen, warum es einen Park für evangelikale
Christen und nicht für alle Christen geben solle. Hirchfel argumentiert
dagegen, dass dies ein Platz für alle Christen sein solle, der lediglich von
Evangelikalen verwaltet wird. Die antimisionarische Organsisation Jad le-Achim
hat ebenso Protest bei Ministerpräsident Scharon eingelegt und vor der
Mission gerade evangelikaler Kreise in Israel gewarnt. Darauf antwortete ein
Sprecher des Tourismusministeriums, der Platz sei nur für christliche Pilger
bestimmt. "Israelische Kinder werden hier nicht sitzen und über Jesus
lernen." Schon in der Antike wusste man
zu leben - Mosaikvilla in Caesarea der Öffentlichkeit zugänglich gemacht Schon in der Antike wusste man zu leben. Wer reich war
und Einfluss hatte, sicherte sich den besten Platz in der Stadt, auf einem
Hügel, nahe am Meer mit einer leichten Brise vom Meer und einem
unvergleichbaren Blick auf die Küste und den Hafen. Man konnte von seinem
Schlafgemach die Schiff ankommen und abfahren sehen. Und natürlich war das
Haus weit und geräumig für die vielen Gäste. Geblieben ist von all dieser
Pracht einer solchen Villa nur der reichverzierte Mosaikfußboden.
Eine solche Villa wurde jüngst in Caesarea
ausgegraben. Caesarea war von Herodes dem Großen gebaut worden und zu Ehren
Caesar Augustus benannt. Sie war die heidnische Konkurrenz zu Jerusalem und
seitdem Sitz der römischen Verwaltung und später der byzantinischen. Der
Hafen von Caesarea wurde der wichtigste Palästinas und das Amphietheater
direkt am Meer fasste 20.000 Zuschauer. All dies überblickte die aufgefundene
Villa am Meer. Entdeckt wurde sie bereits vor 50 Jahren, als eine
israelische Armeeeinheit hier einen Unterstand einrichtete, um die gesamte
Küste von Caesarea unter Beobachtung zu haben. Beim Ausgraben eines
Schützengraben stieß man auf ein Mosaik, das seltsame Vögel darstellte. In
der Not der Zeit und um die Dinge nicht zu komplizieren schüttete man alles
schnell wieder zu und meldete lediglich den Archäologen den Fund. Diese haben nun das ganze Gelände ausgegraben und
eins der schönsten und best erhaltensten Mosaiken des Landes in einem
Privathaus ans Tageslicht gebracht. Sie haben es konserviert, einen Zaun
darum errichtet und es dem Publikum zugänglich gemacht, das sogar darauf
herumspazieren darf. Das 16 x 14,5 m große Mosaik enthält in seinem
Zentrum 120 Medaillons. Jedes Medaillon stellt einen anderen Vogel dar,
Wildvögel der Region, Pfauen, Gänse, Enten, allerlei Wasservögel und
Pelikane. Ringsherum auf einem Fries finden sich Tierdarstellungen, wilde
Tiere, wie sie einst in Palästina gelebt haben oder von den Römern zu
Schauspektakeln ins Land gebracht worden waren. Darunter befinden sich Wölfe,
Hunde, Gazellen, Antilopen. Leoparden, Löwen und Elephanten.
Dieses Mosaik stellte den Innenhof der Villa dar.
Der Eingang war mit geometischen Mustern verziert. Von den Gebäudeteilen ist
nichts übrig geblieben. Auch Inschriften hat man nicht gefunden und waren
vorraussichtlich auch nicht vorhanden. So werden wir den Namen des Erbauers
oder wer hier gelebt und residiert hat, nicht erfahren. Die Archäologen gehen
davon aus, dass es ein Christ war, vielleicht der christliche Herrscher der
Stadt, denn in der byzantinishen Zeit wurde Caesarea als Regierungsstadt am
frühsten christlich, nachdem das Christentum zur Staatsreligion erklärt worden war. Auf den christlichen Hintergrund weist auch ein
aufgefundener Mosaiktisch hin, der einzigartig ist und nicht dergleichen in der
byzantinischen Welt aufweist, wie der Restaurator, Jaques Neguer, sagt. Der
Tisch stand im Obergeschoss und ist bei der Zerstörung der Villa im Jahr 638
bei der Eroberung Caesaqreas durch die Moslems auf das Mosaik im Innenhof
gefallen. Hier haben ihn die Archäologen gefunden. Seine Platte setzt sich
aus mit Gold durchzogenen Glassteinchen zusammen, die in besonderer Weise
gebrannt wurden und einzeln mit einem Blumenmotiv oder einem Kreuz gestempelt
worden waren. Der Tisch wird zur Zeit in Jerusalem restauriert und
wird dann im Israelmuseum ausgestellt werden. Die Villa wird dann nur
ihrenMosaikfußboden repräsentieren können. Dieser aber lohnt einen Besuch
allzumal. Da die Villa sich außerhalb des Nationalparks Caesareas befindet,
muss man sie in der freien Natur suchen zwischen den Sanddünen und den
Waldstücken, die die Küste säumen. Hinweisschilder gibt es bisher nicht, aber
der eingezäumte Hügel etwas südlich vom Hafen auf dem Weg zum alten römischen
Wasseräquadukt weist den Weg.
Erster Staatsbesuch Israels im
Vatikan Mitte November wird Israels Präsident, Mosche
Katsav, bei einem Staatsbesuch im Vatikan von Papst Benedikt XVI empfangen
werden. Dies ist der erste Staatsbesuch eines israelischen Präsidenten im
Vatikan. Der Besuch wird im Rahmen des ebenfalls ersten Staatsbesuchs eines
israelischen Präsidenten in Italien stattfinden. Der Berater des Präsidenten in Staatsaffären, Avi
Granot, sagte, dies sei kein normaler Besuch zwischen zwei Staaten, denn
beide Staaten, Israel und der Vatikan, repräsentierten mehr als sich selbst,
der Vatikan die katholishe Welt, Israel das Weltjudentum. Der Besuch sei
deshal zugleich auch ein offizieller Austausch zwischen dem Judentum und der
katholischen Kirche. Katsav wird bei seinem Besuch auch den Papst bitten,
alles in seiner Macht zu tun, den Antisemitismus in der Welt zu bekämpfen.
Ebenso wird er den Papst ersuchen, israelischen Wissenschaftlern den Zugang
zu bisher noch geheim gehaltenen
Archivabteilungen des Vatikans zu ermöglichen, besonders für die Zeit des
Zweiten Weltkrieges. Erstes Schriftdokument aus dem
Bezirk des Ersten Tempels entdeckt Als sensationell
ist nach Berichten israelischer Zeitungen von Mittwoch, dem 28.9., ein
Fund aus dem Bereich des Tempelberges bezeichnet worden: das erste
Schriftdokument aus der Zeit des Ersten Tempels. Ein im Schutt des
Tempelberges gefundenes Siegel enthält eine dreizeilige Inschrift in
althebräischen Buchstaben, die die Archäologen auf das sechste vorchristliche
Jahrhundert datieren, also in die Zeit kurz vor der Zerstörung des Ersten
Tempels. Bisher ist das Siegel, das nur zu einer Hälfte erhalten ist, noch
nicht restlos entziffert worden, der Name des Trägers aber endete mit
"jahu", einer sehr geläufigen Namensendung im Hebräischen (So heißt
der Prophet Jesaja mit hebräischem Namen Jeschajahu). Den Fund machte das Team des Archäolgoen Gabriel
Barkay von der Bar Ilan Universität bei Tel Aviv. Barky und seine Mannschaft
sieben seit Jahren den Schutt nach archäologischen Schätzen durch, den die
Palästinenser bei dem Bau der unterirdischen Moschee in den Ställen Salomos
vor knapp zehn Jahren auf die Abfallgrube in El Asaria und ins Kidrontal
geschüttet hatten. Die nach israelischen Vorstellungen illegalen Baumaßnahmen
der Palästinenser hatten damals heftige Proteste in der israelischen
Öffentlichkeit hervorgerufen, besonders unter den Archäologen, die
behaupteten, dass Reste des Ersten Tempels unwiderbringlich zertört würden. Der Fund des Siegels ist der bedeutendste, den
Barkay bisher aus dem Schutt heraussieben konnte, aber auch zahlreiches
anderes wertvolle Material aus der Zeit des Ersten und Zweiten Tempels konnte
geborgen werden, so an die 100 hasmonäische Münzen aus dem zweiten und ersten
vorchristlichen Jahrhundert, Säulenreste und zahlreiches anderes
architektonisches Material der Tempel. Für die Israelis ist der Schriftfund deshalb von
solch großer Bedeutung, weil die Palästinenser, unter anderem der Mufti von
Jerusalem und der verstorbene Jasser Arafat, in letzter Zeit wiederholt
behauptet hatten, es habe auf dem Tempelplatz niemals einen jüdischen Tempel
gegeben. Rom in Jerusalem - Vier
illuminierte Prachthandschriften des Vatikan im Israel Museum ausgestellt Unter freiem Himmel auf dem Platz vor der Haupthalle
des Israel Museums hatte sich Dienstag Abend alles was Rang und Namen unter
den Museumsbesuchern der Stadt hat, eingefunden. Wer jedoch genau hinschaute,
gewahrte einen gößeren Anteil von schwarz Gekleideten, Priester aller
Schattierungen und Rabbiner, ein an dieser Strelle durchaus ungewohntes Bild.
Anlass für diese illustre Mischung von
Muesumsbesuchern war die Eröffnung einer neuen Ausstellung unter der
Überschrift "Von Rom nach Jerusalem". Zum ersten Mal hatte der
Vatikan hebräische Handschriften an Israel ausgeliehen und zwar die
schönsten, über die er verfügt. Zu diesem Ereignis war auch der Direktor der Vatikan-Bibliothek, Don
Farina, gekommen, der zusammen mit dem Direktor des Israel Museums, James
Snyder, und der Kuratorin der Judaica Abteilung, Daisy Raccah-Djivre, zuvor
auf einer Presskonferenz die Schätze aus dem Vatikan vorgestellt hatte. Snyder und Farina hatten dabei die gute Zusammenarbeit zwischen der
Vatikan-Bibliothek und dem Israel-Museum betont, die die guten Beziehungen
zwischen dem Staat Israel und dem heiligen Stuhl symbolisierten. Von den 150.000
Handschriften des Vatikan seien die 800 hebräischen Handschriften ein
besonderes Prunkstück der vatikanischen Bibliothek, sagte Farina. Die meisten
dieser Handschriften stammen aus der Bibliothek der deutschen Humanisten, der
Palatina in Heidelberg, von wo sie im dreißigjährigen Krieg als Beutestücke
in den Vatikan kamen. Die vier Handschriften in der Ausstellung stammen aber
aus der Sammlung des großen Hebraisten de Rossi. Die Ausstellung sei zu Beginn des Jahres geplant
gewesen, sagte Farina. Zwei der ausgestellten Handschriften waren aber an die
große Judaica Ausstellung in Speyer ausgeliehen und die Israelis bestanden
auf diesen beiden Handschriften. So ist diese Ausstellung zugleich das
Schlussstück in der langen Reihe von Feierlichkeiten und Ausstellungen zum
vierzigjährigen Jubiläum des Israel Museums kurz vor Ausgang des jüdischen
Jahres, das in diesem Jahr am 3. Oktober zu Ende geht.
Die beiden Oberrabiner Alle
ausgestellten Handschriften sind reichlich illuminiert. Es handelt
sich um eine Bibelhandschrift, ein Psalmenbuch, den Gesetzeskodex Mischna Tora
des Maimonides und den Gesetzeskodex Arba Turim des Jakob ben Ascher. Die
Handschriften stammen aus dem 13. bis 15. Jahrhundert und wurden von
berühmten Künstlern, soweit ihre Namen bekannt sind, ausgeführt. Ein Teil der
Künstler waren Christen, während die Schreiber Juden waren. So handelt es
sich hier um eine frühe christlich jüdische Zusammenarbeit zum Lobe Gottes,
wie Snyder sagte. Während die biblischen Handschriften biblische
Inhalte beinhalten, geben die Gesetzeskodices Szenen aus der alltäglichen
religiösen Praxis wieder. So kann man daraus sehr viel über das religiöse
Leben im italienischen Mittelalter lernen. Dass die christlichen
Illustratoren nicht immer die Bedeutung der hebräischen Worte verstanden
haben, geht aus den Abbildungen hervor. So heißt eines der Bücher der Mischna
Tora "Ahava", es behandelt den Gottesdienst. Ahava heißt Liebe, es
meint aber hier die Liebe zu Gott. Der christliche Illustrator zeichnet unter
dem mit Goldblech verzierten Wort Ahava eine Ritterszene, wie sie üblich war
unter Freiern, die um eine schöne Frau buhlten. Von den Handschriften kann man wie üblich bei einer
Ausstellung nur die aufgeschlagenen Seiten sehen. In dem Katalog zur
Ausstellung sind aber zahlreiche weitere Abildungen enthalten, die die ganze
Pracht der kleinen Kunstwerke offenbaren. Wichtiger aber noch als die Ausstellung selbst, war
die Tatsache, dass sie überhaupt zustande gekommen war, und dass zur
Eröffnung beide Oberrabbiner Israels, Jona Metzger und Schlomo Mosche Amar,
sowie der Botschafter und Nuntius des Vatikans, Erzbischof Pietro Sambi,
gekommen waren und zusammen die Ausstellung mit Reden eröffneten. Sambi begrüßte das Zustandegekommensein der
Ausstellung und bezeichnete dies als der Beginn einer neuen Ära in den
Beziehungen des Vatikans zum jüdischen Volk. Er lobte die Zusammenarbeit
jüdischer und katholischer Wissenschaftler auf dem Gebiet der Heiligen
Schriften. Er hob besonders hervor, dass gegenwärtig ein Team israelische
Sachkundiger alle hebräischen Handschriften des Vatikans bearbeite und dass
bald ein mehrbändiger Katalog erscheinen werde. Der orientalische Oberrabiner Amar erinnerte nach
einer langen Einführung über die Bedeutung der Tora und die Schönheit des
hebräischen Buchstabens an den Besuch beider Oberrabbiner vor einer Woche im
Vatikan und den Empfang durch Papst Benedikt XVI, wo er den Eindruck gewonnen
habe, dass tatsächlich ein neues Kapitel in den Beziehungen der Religionen
angefangen habe, das verspreche, der religiösen Feindschaft und besonders dem
christlichen Antisemitismus ein Ende zu setzen. Auch sein aschkenasischer Kollege beschwor den
Beginn einer neuen Zeit. Er erinnerte an die Überschrift der Ausstellung
"Von Rom nach Jerusalem". Bisher seien Rom und Jerusalem
unvereinbare Gegensätze gewesen, hier die sündige Welt unten, dort Jerusalem
oben. Und wenn Romm oben gewesen sei, sei Jerusalem unten gewesen. Rom, das
Jerusalem zerstört hat. Dies sei nun zu Ende, Rom sei nach Jerusalem
gekommen, die Versöhnung habe begonnen. Die Ausstellung käme gerade recht, sagte Metzger, um
an das vierzigjährige Jubiläum der vatikanischen Erklärung Nostra Aetate zu
erinnern, die die Schuld am Tode Jesu vom jüdischen Volk als ganzen
weggenommen habe. Er wünsche sich, dass einmal im Jahr in allen Kirchen, vor
eineinhalb Milliarden Menschen, darüber gesprochen und an diese Erklärung
angeknüpft werde. Zum Schluss äußerte Metzger den Wunsch, dass die vier
Prachtkodices nicht nur vier Monate in Jerusalem verweilen dürften, sondern
viele Jahre, was die italienischen Gäste mit einem gewissen Schmunzeln
quittierten. Israelische Regierung beschließt
Gleichstellung arabischer Terroropferr Die israelische Regierung hat nach einer Meldung in
der hebräischen Ausgabe der Zeitung Haaretz von Montag, dem 26.9., einstimmig
beschlossen, arabische Terroropfer jüdischen gleichzustellen. Anlass war der
Überfall eines jüdischen Terroristen in der arabischen Stadt Schfar Am, dem 4
israelische Araber, zwei Christen und zwei Moslems, zum Ofer gefallen waren. Bisher konnten die Araber nicht als Terroropfer
angesehen werden, weil es in dem Gesetz heißt: Teroropfer sind Menschen, die
einem Anschlag einer Organisation anheim gefallen sind, die dem Staat Israel
gegnüber feinlich eingestellt ist. Das Gesetz wurde jetzt dahingehend
geändert, dass Terroropfer alle sind, die an Besitz oder Leib einem
nationalen Konflikt in Israel zum Ofer gefallen sind. Jetzt können die
Familien der Toten nach dem geltenden Terrorgesetz entschädigt werden wie
jüdische Terroropfer. Die israelische Regierung
bedauert zutiefst den Tod Wiesenthals Rabbiner Michael Melchior, Beauftragt von der
israelischen Regierung mit Diasporafragen und Bekämpfung des Antisemitismus
sagte laut israelischem Radio: "Simon Wiesenthal ist aus der Hölle (im
Hebräischen: dem Gehinnom) der Vernichtungslager hervorgegangen, um
Gerechtigkeit einzufordern und um die Haltung zu befestigen, dass es für
derartige Verbrechen keine Verjährung und kein Vergeben geben kann. Der
Abgeordnete (Arbeiterpartei) znd Vorsitzende des Auschwitzkommittees, Shevah
Weiß, selbst Holocaustüberlebender, sagte im Radio, die größte Tat
Wiesenthals sei sein Beitrag zur Ergreifung Eichmanns in Argentinien gewesen.
Zutiefst zu bedauern sei, dass der Menschenverächter Josef Mengele nicht
gefasst werden konnte. Der Historiker Michael Bar Zohar sagte, mit Wiesenthal
sei eine Ära zu Ende gegangen, die Ära der Nazijäger, aber auch die Ära der
Gejaqgten, die der natürliche Tod hinwegraffe. Mark Regev, ein Sprecher des
israelischen Auswärtigen Amtes sagte, Wiesenthal habe Gerechtigkeit für
diejenigen gebracht, denes es gelungen war, der Gerechtigkeit zu entfliehen.
"Er hat für sechs Millionen gehandelt, die sich selbst nicht mehr
verteidigen konnten." Neue Methode der Beseitigung von
Synagogen in aufgegebenen jüdischen Siedlungen: Begraben Das israelische Militär hat nach Berichten
israelischer Medien von Dienstag, dem 20.9., eine neue Form gefunden, wie mit
den Synagogen in aufgegebenen jüdischen Siedlungen umzugehen ist. In Sa-Nur
in der Westbank wurde die Synagoge, die erst kurz vor der Zwangsevakuierung
fertiggestellt worden war, begraben. Ein riesiger Erdhügel wurde am Dienstag
über der Synagoge aufgehäuft, in dem sie völlig verschwand. Die Snagoge
konnte nicht abmontiert und sollte nach Regierungsbeschluss nicht zerstört
werden. Nach dem "Begräbnis" wird sich jetzt das Militär aus dem
Gebiet zurückziehen. Anders allerdings als im Gazasteifen bleibt das Militär
in der Westbank present. Die Synagoge in einer anderen aufgegebenen
Westbanksiedlung, Kadim, konnte vollständig abmontiert und nach Israel
überführt werden. Jordanien erkennt den neuen
orthodoxen Patriarchen Theofilos III an König Abdalla II hat nach einer Meldung der Zeitung
Haaretz von Dienstag, dem 20.9., den neugewählten griechisch-orthodoxen
Patriarchen Theofilos III als Patriarchen anerkannt. Eine Zustimmung der
entsprechenden Regierungen nach einer Patriarchenwahl ist nach Kirchenrecht
notwendig. Israel hat die Abwahl des alten Patriarchen Irineos I bisher nicht
bestätigt und Theofilos nicht anerkannt, so dass formal zwei Patriarchen die
orthodoxe Kirche im Heiligen Land regieren. Irineos ist aufgrund von
Bodenverkäufen an jüdiche Investoren, die er bestreitet, abgesetz worden. "Tour zu den Säulen der
Zivlisation" - Zum ersten mal gemeinsames Treffen der Torismusminister
des engeren Nahen Ostens Die Tourismusminster Jordaniens, Israels, Ägyptens
und der palästinensischen Verwaltung haben sich nach israelischen
Zeitungsberichten von Donnerstag, dem 15.9., zum ersten Mal in der Geschichte
zu einem gemeinsamen Treffen zusammengefunden. In dem ägyptischen Kurort am Roten Meer
Hurghada kamen sie überein, in Zukunft gemeinsam um Touristen zu werben.
Tourismus statt Terrorismus war die
Parole. Tourismus fördere den Friede. Auf Tourismusbörsen wollen die vier Länder gemeinsam
auftreten und eine Vierländertour propagieren, die den Namen "Tour zu
den Säulen der Zivilisatipon" tragen soll. Die vier Minister wollen
besonders die USA auffordern, ihre Erschwerungen für Touristen in das Gebiet
der vier Länder aufzuheben. Sie kamen überein, sich alle drei Monate zu
treffen und ein gemeinsames Kommittee zu bilden, das alle weiteren Schritte
koordinieren soll. Erhöhte Alarmbereitschaft in
Israel zum Schutz von Moscheen - Oberrabbiner Amer: Moscheen sind heilig In Israel ist nach einem Bericht der Jerusalem Post
von Dienstag., dem 13.9., nach der Entweihung von Synagogen im Gazastreifen
der Schutz von Moscheen im ganzen Land erhöht worden. Die Polizei befürchtet,
dass jüdische Extremisten Angriffe auf Moscheen planen. Die verbotene
Extremistengruppe Kach des ermordeten Meir Kahane hat die Regierung
aufgefordert, die moslemischen Heiligtümer auf dem Tempelberg zu zerstören.
Falls dies nicht geschehe, solle man sich nicht wundern, wenn einzelne von
sich aus handeln würden. Der orientalische Oberrabbiner, Schlomo Amar, hat
angekündigt, jeden Juden, der sich an einer Moschee vergreife, in den Bann zu
tun. Dies ist die höchste Strafe für einen Juden, die den Betreffenden aus
der jüdischen Gemeinschaft ausschließt. "Welches Recht haben Juden,
Gebetsstätten anderer Religionen zu verletzen?" fragt der Rabbiner,
"es ist eine gute Sache, dass die Völker der Welt zu Gott beten".
Über die zerstörten Synagogen äußerte sich Amar, dass auch Ruinen von
Synagogen ihre Heiligkeit bewahren. Er
werde bei seinem Besuch bei Benedikt XVI in der nächsten Woche den Papst
bitten, sich für die Respektierung der zerstörten Synagogen einzusetzen. ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- |