Aktivitäten der Israel Interfaith Association |
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Kürze:
Interreligiöser
Tag im arabischen Dorf Baka el Garbije
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| Interreligiöser Tag im arabischen
Dorf Baka el Garbije
Zu einem besonderen Tag kam es in der Höheren Schule im Großdorf
Baka el Garbije im islamisch-arabischen Dreieck von Um el Fahem am 14.6.1999.
Zu dem Dorf hegt die IIA eine seit langem andauernde Freundschaft, besonders
mit der sich im selben Dorf befindlichen islamischen Hochschule. Die Schuldirektoren
hatten beschlossen, ihre Schule stärker an einem interreligiösen
Austausch teilnehmen zu lassen und hatten christliche, moslemische und
jüdische Referenten eingeladen, die nacheinander in den höheren
Klassen der Schule sprachen und mit den Schülern diskutierten. Gesamtthema
war "Die Würde des Menschen in den drei monotheistischen Religionen".
Zum Abschluss des Tages fand eine Gesprächsrunde statt, an der sich
alle Referenten beteiligten. Zu dieser Gesprächsrunde waren die Schülerinnen
und Schüler aller Klassen eingeladen.
Zweite Tagung des "Mittelost-Abraham-Forum" auf Zypern Im Anschluss an eine Tagung der IIA zusammen mit der palästinensischen
El-Liqa Gruppe (vgl. den Bericht in RiI 1999-4, S 58) fand die zweite Tagung
des vor einem Jahr in Zypern gegründeten Mittelost-Abraham-Forum"
(vgl. den Bericht in RiI 1998-4, S. 64) statt. Die Tagungsteilnehmer trafen
sich wieder in Zypern, vom 24.-28. Juni 1999. Diesmal nahmen 23 Vertreter
aus Israel, der palästinensischen Verwaltung, Ägypten, Zypern
und Jordanien teil. Repräsentanten aus dem Libanon konnten aufgrund
von Visaschwierigkeiten kurzfristig nicht nach Zypern kommen. Das Thema
der Konferenz lautete "Jerusalem in der Vision der abrahamitischen Religionen".
Zwei neue Verbände traten dem Mittelost-Abraham-Forum bei, die palästinensische
Gruppe "Bewegung für Gleichheit und Frieden" (vgl. die Berichte in
RiI 1998-4, S. 59f und RiI 1999-2/3, S. 25, 29-34.) und die "Zypriotische
interreligiöse Bürgervereinigung für den Frieden".
Exkursionen "Verborgene Kirchen" Jerusalems Ca. 70 Interessierte beteiligten sich am 10. Juni 1999 an einer Exkursion
zu den verschiedensten christlichen Gemeinschaften in der Neu- und Altstadt
von Jerusalem. Die Exkursion leitete Daniel Rossing, vormals Direktor für
christliche Angelegenheiten im Religionsministerium. Wie kein anderer kennt
er die intimen Hintergründe, Konflikte und Probleme der verschiedensten
kirchlichen Gemeinschaften untereinander und mit den anderen Religionen
in der Stadt. Einen Teil davon gab er dem israelischen Publikum preis,
so das Mit- und Gegeneinander der rumänischen Kirche in Mea Shearim
mit ihren jüdischen Nachbarn der Gemeinde "Toldot Ahron", oder den
Konflikt um die Grabeskirche, die Schwierigkeiten, weitere Zugänge
hier zu öffnen, die Probleme, die bei der Reparatur der Kuppel
auftraten oder den Rechtsstreit zwischen Kopten und Abessiniern um eine
Kapelle auf dem Dach der Grabeskirche. Den Abschluss bildete ein Empfang
beim koptischen Erzbischof, der über die Beziehungen seiner Kirche
zu anderen Kirchen in der Stadt und zum Staat Israel berichtete.
Vom Tempelberg zum Berg Golgatha Dies war die erste Exkursion in einer Serie in Zusammenarbeit
mit dem jüdischen Studentenwerk "Beit Hillel" der Hebräischen
Universität. Die Exkursion am 12.11. begann auf dem Ölberg mit
dem Blick auf den Juden wie Moslems gleichermaßen heiligen Tempelberg,
führte hinunter in die Altstadt, den Leidensweg Jesu entlang, der
Via Dolorosa, zum Kloster der Zionsschwestern Ecce Homo mit einem anschließenden
Gespräch mit den Schwestern über ihr religiöses Leben und
den Ort, an dem nach christlicher Tradition Jesus vor Pilatus stand.
Besuch beim griechisch-katholischen Erzbischof Am 19.11.1999 besuchte eine Gruppe von ca. 40 Mitgliedern der Gesellschaft
das griechisch-katholische Erzbistum. Erzbischof Lutfi Laham, einer der
drei Präsidenten der Gesellschaft, referierte über die Geschichte
der griechisch-katholischen Kirche im Heiligen Land und beantwortete die
Fragen des überwiegend jüdischen Publikums. Die griechisch-katholische
Kirche ist die größte kirchliche Gemeinschaft im Staat Israel.
Sie nahm ihren Aufschwung nach der Wiedereröffnung des lateinischen
Patriarchats im Jahr 1848 infolge des Beginns der protestantischen Mission
einige Jahre zuvor. Die Kirche war besonders dadurch erfolgreich, dass
sie nur die Anerkennung des Papstes als Oberherrn der Kirche forderte,
sonst aber, im Gegensatz zu den Protestanten, nichts an Veränderungen
bezüglich Ritus und Brauch der ehemals Griechisch-Orthodoxen verlangte.
Besonders nachdem die griechisch-orthodoxe Kirche ihren Schutzherrn nach
der russischen Revolution 1917 verloren hatte, nahm die griechisch-katholische
Kirche an Stärke zu und wurde zu der einflussreichsten Kirche im Heiligen
Land. Anschließend besuchte die Gruppe die über hundert Jahre
alte Kirche und das Museum und setzte die Diskussion mit dem Diakon des
Erzbischofs, Kevin, fort.
Am 27.7.1999 veranstaltete die Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem
interreligiösen Forum der Synagogengemeinde "Jakar" und dem "Kulturzentrum
Israel-Indien" einen Vortragsabend zum Thema "Judentum und Hinduismus".
200 Interessierte hörten den Vorträgen von Professor Natan Katz,
dem Direktor der Abteilung Religionswissenschaft der Universität Florida,
und der Ethnologin der Hebräischen Universität Jerusalem, Shalva
Weil, zu und stellten viele Fragen.
Wie im letzten Jahr arbeitete das Jugendforum der Gesellschaft mit der
jüdischen Studentengemeinde "Beit Hillel" von der Hebräischen
Universität eng zusammen. Das akademische Jahr 1998/99 hatte unter
dem Thema "Heilige Orte, Heilige Menschen" gestanden und wurde am 14.6.1999
mit einem Vortrag über die interreligiösen Vorstellungen zum
Paradies abgeschlossen. Das Jahr 1999/2000 steht unter dem Thema "Die Stadt
Gottes - Jerusalem und seine Gläubigen". Das Programm umfasst 7 Vorträge
und 4 Exkursionen und ist für die Studentenschaft gedacht, ist aber
auch der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich. Im Vordergrund
steht das Studium relevanter Texte der drei monotheistischen Religionen.
Auch im neuen Jahr fährt die Zweiggruppe Tel Aviv mit der Vortragsreihe
"Religion und Ethik" fort. Die hereinbrechende Jahrtausendwende war wohl
der Grund dafür, dass an einem Treffen zwischen Christen, Juden und
Moslems besonders viele Menschen, über hundert, erschienen waren,
obwohl es das erste dieser Art der Gruppe Tel Aviv in Jaffa war. Das Treffen
fand am 6.12.1999 im jüdisch-arabischen Kulturzentrum statt und hatte
das Thema "Wenn Hanukka, Weihnachten und Ramadan zusammenfallen". Aber
nicht nur über Religion und das ganz verschiedene Feiern wurde gesprochen
die Referenten waren der Rabbiner Dori Haneman von der Jeshiva Orot, Josef
Dik, der Präsident des christlich-orthodoxen Klubs, und Scheikh Said
Stal, Präsident des islamischen Komitees - sondern auch darüber,
was die Religion für den Frieden tun könne und das bessere Zusammenleben
der Menschen in einer gemischten Stadt wie Jaffo.
Eine andere Stadt mit einer sehr gemischten Bevölkerung hat ihr
Interesse am interreligiösen Dialog angemeldet, Lod. Wie häufig
ging das Interesse und die Initiative zu einer neuen Niederlassung der
Gesellschaft von der Minorität aus, der arabischen Gemeinschaft. Auf
Einladung des arabisch-jüdischen Gemeinschaftszentrums fuhren am 23.9.
fünf Mitglieder des Sekretariats der IIA nach Lod und wurden hier
von einer Gruppe von ca. 20 Personen erwartet, interessanter Weise vorwiegend
Christen und Moslems. Auch der an der Sitzung teilnehmende Stellvertreter
des Bürgermeisters der Stadt war ein Moslem, zuständig im Stadtparlament
für arabische Angelegenheiten. Vereinbart wurde, einen Studientag
der Gesellschaft in Lod zu veranstalten mit einem Empfang beim Bürgermeister,
um das Interesse für die interreligiöse Zusammenarbeit in der
Stadt zu wecken. Inzwischen hat sich der Gründungskreis wiederholt
getroffen. Vertreter aus Lod haben an dem Nazareth-Seminar der Gesellschaft
teilgenommen.
Treffen mit dem israelischen Oberrabiner Bakshi Doron Der orientalisch-sefardische Oberrabbiner, Elijahu Bakshi Doron,
hat am Donnerstag, den 28.10., eine Delegation der Israel Interfaith
Association empfangen und mit ihr ein einstündiges Gespräch
geführt. Es war dies das erste Zusammentreffen außerhalb einer
ausländischen Gesandtschaft zwischen der 1958 gegründeten
interreligiösen Gruppe und dem Oberrabbinat.
Israelischer Oberrabbiner empfing Religionshäupter aus Südamerika Der sefardisch-orientalische Oberrabbiner von Israel, Elijahu Bakshi
Doron, hat am 25.11.1999 eine Delegation von Religionshäuptern
aus Südamerika und der IIA empfangen. Die südamerikanische Delegation
befand sich als Auftakt zum Millenium auf einer Friedenstour durch
die Hauptstätten der Ökumene, reiste von Israel nach Amman,
Ägypten, Rom und Genf weiter und traf dort überall mit den Hauptvertretern
der entsprechenden Religionsgemeinschaften zusammen. Die Delegation
wurde von Gabriel Friedländer, Rabbiner in Corduba in Argentinien,
geleitet. Unter anderem gehören ihr der Iman von Corduba, Mounif
Hasan El Sukaria, ein gebürtiger Libanese, an, der Direktor des
Komitees "por la paz", Pfarrer Daniel Annone, und der argentinische Minister
für Solidarität, Herman Pedro Oliviero. Die südamerikanische
Delegation versicherte dem höchsten Repräsentanten des
Judentums in Israel, wie wichtig ihnen der Friede und wie notwendig
dabei die Rolle der Religionen sei. Der Oberrabbiner begrüßte
alle Unternehmungen interreligiöser Art, für einen Frieden unter
den Religionen einzutreten, was auch zu einem Weltfrieden beitragen
werde. Als Beispiel für religiösen Unfrieden nannte er den derzeitigen
Konflikt zwischen Christen und Moslems in Nazareth um den Bau einer Moschee
in der Nähe der Verkündigungskirche. Der Anlass für
den Konflikt sei völlig unbedeutend. Hätte es zuvor stärkere
Kontakte und eine aktivere Zusammenarbeit unter den Religionen gegeben,
hätte dieser Konflikt vermieden werden können, sagte Bakshi Doron.
Weil Sylvesterabend auf einen Freitagabend fiel, wurde eine Feier der
IIA zur Begrüßung des neuen Milleniums um einen Tag vorverlegt,
auf die Nacht von Donnerstag, den 30. Dezember, auf Freitag, den 31. Die
Nacht begann mit dem Anblick des Sonnenuntergangs am Donnerstag und endete
mit dem Sonnenaufgang am Freitag Morgen. Ort war der Ölberg über
dem Tempelplatz mit der untergehenden Sonne hinter der goldenen Kuppel
des Felsendoms und der aufgehenden Sonne hinter den transjordanischen Bergen.
Die Nacht war ausgefüllt durch stille Meditation, Kerzenentzünden
zur Mitternacht, Tanz, Vorträge, dem Erzählen über Hoffnungen,
Erwartungen und Träume von einem anderen Millenium, das der Menschheit
Glück und Frieden bescheren möge. Neben der IIA veranstaltete
diese Nacht die Friedensbewegung "Bustan le-Shalom", der Garten für
den Frieden. Eine weitere Veranstaltung fand am orthodoxen Weihnachtsfest
auf dem Ölberg statt, am 6. Januar, ein Umzug vom Ölberg am (zugemauerten)
Goldenen Tor vorbei zur Westmauer (der sogenannten Klagemauer) des Tempels.
Beteiligung an internationalen Konferenzen Mitglieder der IIA beteiligten sich im Berichtszeitraum an verschiedenen
internationalen Konferenzen von Verbänden, mit denen die IIA Kontakte
unterhält oder bei denen sie Mitglied ist. Die einzelnen Tagungen
sollen hier nur aufgelistet werden: Die Tagung des "Internationalen Verbandes
für Religiöse Freiheit" (IARF) im April in Amsterdam, die Jahresversammlung
des "Internationalen Rates von Juden und Christen" (ICCJ) im Sommer 1999
in Kiew, die Gründungsversammlung des "Abrahamforums" des ICCJ im
Oktober 1999 in Berlin, die Tagung des italienischen Verbandes "Samen für
den Frieden" in Rom im November 1999 und die "Weltkonferenz für Religion
und Frieden" (WCRP) im selben Monat in Amman.
Der interreligiöse Kalender für das Jahr 2000 Zum dritten Mal ist der interreligiöse Kalender der IIA, diesmal
für das Jahr 2000, erschienen, wieder grafisch gestaltet von der israelischen
Grafikerin Avigail Krupp aus Tel Aviv. Inzwischen ist der Kalender, der
die jüdischen, christlichen (nach dem julianischen und gregorianischen
Kalender) und moslemischen Hauptfeste verzeichnet, zu einer festen Einrichtung
der IIA geworden, der sich einen Namen gemacht und zahlreiche Nachahmer
gefunden hat. Mehrere Verlage sind inzwischen an die IIA herangetreten,
die den Kalendern in anderen Ländern, auch in Deutschland, herausgeben
wollen. In Frankreich ist er in veränderter Form bereits zum zweiten
Mal erschienen (mit französischen Erklärungen). Wie im letzten
Jahr enthält der israelische Interfaith-Kalender Erklärungen
in Hebräisch, Englisch und Deutsch und die Monatsnamen zusätzlich
in Arabisch. Leider ist in der ersten Auflage des Kalenders 2000 ein Fehler
enthalten, er verzeichnet das Purimfest zwar richtig am 14. und 15. Adar.
Da es sich aber bei dem Jahr 5760 (nach jüdischer Zeitrechnung) um
ein Schaltjahr handelt und es zwei Monate Adar gibt, wird Purim selbstverständlich
im zweiten Adar (am 21. und 22. März) gefeiert. Wir hoffen, die Verwirrung
war darüber nicht zu groß. Wir bitten um Entschuldigung. Noch
einige wenige (verbesserte) Exemplare sind vorhanden und können bei
der Gesellschaft bestellt werden.
Die IIA hat endlich eine Website in Englisch und in Deutsch. Die deutsche
Seite wurde von Kathrin Schleupner erstellt, die 1998/99 mit einem Stipendium
der Nordelbischen Landeskirche bei der IIA arbeitete. Auch an dieser Stelle
sei ihr herzlich für diese Mitarbeit gedankt.
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