Prof. Dr. theol. Klaus Fitschen (Lehrstuhl Neuere und Neueste Kirchengeschichte)

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Abteilung Neuere und Neueste Kirchengeschichte und Antikes Christentum

Prof. Dr. Klaus Fitschen

Schwerpunkte der Forschung bilden die Geschichte des Christentums in überkonfessioneller Perspektive in der Zeit von der Aufklärung bis in die Gegenwart. Die Stellung von Kirche und christlicher Religion in und zu Staat und Gesellschaft bildet einen Leitaspekt, der auch die Erforschung von religiösen und weltanschaulichen Pluralismen und den Mechanismen der Tolerierung und Toleranz beinhaltet. Ebenso bildet die Existenz des Christentums (wiederum in konfessioneller Vielfalt) unter den wenigstens programmatisch auf Säkularität zielenden Rahmenbedingungen der Moderne ein erkenntnisleitendes Interesse.

Die der Professur eigene Kombination von neuzeitlicher und antiker Christentumsgeschichte lässt in Forschung und Lehre immer wieder nach strukturellen Parallelitäten fragen, nicht zuletzt nach solchen, die die Existenz in einer nichtchristlichen Gesellschaft tangieren.

Durch die Beteiligung am Graduiertenkolleg „Religiöser Nonkonformismus und kulturelle Dynamik“ lassen sich diese Perspektiven immer wieder erweitern und genauer fokussieren, ebenso durch die Mitarbeit an einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, die sich der Toleranzthematik widmet. Durch die Betreuung von Stipendien (ab Herbst 2010), die von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Sachsen zur Verfügung gestellt werden, soll die Erforschung der Kirchlichen Zeitgeschichte in Mitteldeutschland unter den Bedingungen der beiden deutschen Diktaturen und in einem politisch und gesellschaftlich säkularen Umfeld vorangetrieben werden.

Weitere Vernetzungen bestehen durch die Mitgliedschaft der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte (Kommission der EKD) und der Historischen Kommission des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbunds, ebenso durch die Fachherausgeberschaft im Projekt „Europäische Geschichte online“ des Mainzer Instituts für Europäische Geschichte. Enge Beziehungen bestehen zum Gustav-Adolf-Werk, sei es im Hinblick auf internationale Beziehungen, sei es im Hinblick auf die Unterstützung der Erforschung der Geschichte dieses protestantischen Großverbandes.

 

Betreut werden derzeit folgende Projekte:

Overthrow of the Image of Dominant God in the Arian Controversy

Zurab Jashi (Graduiertenkolleg „Religiöser Nonkonformismus und kulturelle Dynamik“)

Die Collegianten als nonkonformistische Bewegung

Rosa Ricci (Graduiertenkolleg „Religiöser Nonkonformismus und kulturelle Dynamik“)

Zur Darstellung des Frühkatholizismus in den Arbeiten Johann Adam Möhlers und Ferdinand Christian Baurs und seiner normativen Bedeutung für das Selbstverständnis der Konfessionen

Dipl. Theol. Tobias Kirchhof (Evangelisches Studienwerk Villigst)

Die Einführung der Feuerbestattung im 19. Jahrhundert

Pastor Axel Heike-Gmelin

Johannes Herz und der soziale Protestantismus im 20. Jahrhundert

Dipl.-Theol. Nikola Schmutzler

Landesbischof Moritz Mitzenheim

Annedore Becker (Stipendium der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland)

Kirche und Religion in der Karikatur

Anne Catherine Jüdes MA

Die Kirche in den Auseinandersetzungen um die Atomenergie

Dipl.-Theol. Luise Schramm (Evangelisches Studienwerk Villigst)

1968 – ein schwieriges Jahr für Protest(anten) in der DDR

Dipl.-Theol. Cornelia von Ruthendorf-Przewoski (Studienstiftung des Deutschen Volkes)

Die Ablehnung der Frauenordination in süddeutschen evangelischen Landeskirchen

Pfarrerin Dr. Eike Baumann

 

Bisher betreute Projekte

Gönna Hartmann: Genovefa von Paris. Person, Verehrung und Rezeption einer Heiligen des Frankenreiches. Eine paradigmatische Studie zur Heiligenverehrung im Frühmittelalter (Dissertation, publiziert 2007, Landesstipendium Schleswig-Holstein)

Karsten Petersen: „Ich höre den Ruf nach Freiheit“. Wilhelm Emmanuel von Ketteler und die Freiheitsforderungen seiner Zeit. Eine Studie zum Verhältnis von konservativem Katholizismus und Moderne (Dissertation, publiziert 2005, Landesstipendium Schleswig-Holstein)

Eike Baumann: Der Konvertit Victor Aimé Huber (1800–1869). Geschichte eines Christen und Sozialreformers im Spannungsfeld von Revolution und Reaktion (Dissertation, publiziert 2009, Landesstipendium Schleswig-Holstein)

Gisa Bauer: Kulturprotestantismus und frühe bürgerliche Frauenbewegung in Deutschland: Agnes von Zahn-Harnack (1884–1950) (Dissertation, publiziert 2006)

Auguste Zeiß-Horbach: Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus (Dissertation, publiziert 2008)

Friederike Pohle: Die Geschichte der Frauenarbeit des Gustav-Adolf-Werks (Forschungsprojekt, Finanzierung durch das Gustav-Adolf-Werk)

Maria Heinke-Probst: Die Evangelische Kirche in Böhmen, Mähren und Schlesien (Dissertation)

Cornelia Schnapka-Bartmuß: Die Evangelischen Studentengemeinden in Leipzig und Halle (Dissertation)

Dr. Gisa Bauer: Das Verhältnis von evangelikalen Gruppen und den Landeskirchen in Westdeutschland in der Zeit von 1945 bis 1980 (Habilitation)