Liebe Studierende, sehr geehrte Dozierende,
am vergangenen Dienstag hat das Rektorat unter Frau Prof. Schücking den ‘Stellenstrukturierungsplan’ vorgestellt. Für alle, die diesem sehr interessanten Gespräch nicht beiwohnen konnten, folgen hier die wichtigsten Punkte:
Den Forderungen des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) nachkommend, hat das Rektorat – obgleich der StuRa und Teile der Studierendenschaft dazu aufgerufen haben, die Erarbeitung eines Stellenkürzungsplans zu boykottieren – nun einen Entwurf erarbeitet und die vom SMWK geforderten 48 Stellen benannt, die bis 2014 an der Universität Leipzig gestrichen werden sollen bzw. können. Nachdem die jeweiligen Fakultäten umfassende Strukturpapiere erarbeiten durften, um den IST- und SOLL-Zustand zu beschreiben, hat das Rektorat transparente Qualitäts- und Gütekriterien aufgestellt, auf Grundlage derer man die 48 Stellen für die Kürzung vorgeschlagen hat. Man analysierte die Forschungsaktivitäten (z.B. Drittmitteleinholung, Preise und Ehrungen, Veröffentlichungen etc.) der einzelnen Fakultäten, Doppeldenominationen (=doppelte Besetzung von gleichen Fachgebieten) oder das regionale/überregionale Angebot bzw. stellte man sich die Frage, ob eine Stellenkürzung an dieser und jener Fakultät Auswirkungen auf die Studierendenzahl haben wird. Man verglich quasi die eigenen Leistungen (Quantität vor Qualität!?) mit denen der anderen Universitäten, Fachhochschulen etc. und stellte sich dabei stets die Frage „Wer ist der Bessere im Freistaat?“ – Nun, die Pharmazie scheint es wohl nicht zu sein! Und die Komparatistik in Leipzig wohl auch nicht! Irgendwie komisch: Bedenkt man, dass die Studierenden der Pharmazie mit die besten Staatsexamina ablegen, eine sehr geringe Abbrecherquote haben und zudem zahlreiche Preise ihr Eigen nennen können. An der Universität Halle sei jedoch ein besseres Studieren möglich, so das Rektorat. Das haben wohl die in kürzester Zeit und unter Druck des SMWK erarbeiteten Kriterien ergeben?!?
Es geht aber noch weiter: Wir sagen einigen Mitarbeiter_innen aus der Zentralverwaltung, der Universitätsbibliothek und aus den Fakultäten für Geschichte-, Kunst- und Orientwissenschaften, für Sozialwissenschaften und Philosophie, der Philologischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und der Fakultät für Mathematik und Informatik Adieu!
Das ist erst der Anfang (!!!), falls sich jetzt die Mehrheit immer noch nicht betroffen fühlt. Bis 2020 folgen die nächsten Kürzungen bis letztlich 172 angedachte Stellen verschwunden sind.
Das Rektorat findet das natürlich auch „nicht so toll“, „freut sich, wenn die Studierendenschaft protestiert“ und „konstruktive Vorschläge angebracht werden, um die Kürzungspolitik zu stoppen!“ Was diverse Ausschüsse nicht bewerkstelligen können, darf nun die Studierendenschaft versuchen. Oder war das nur eine nett gemeinte Floskel? Oder gar Strategie? Wahrscheinlich nichts von alledem: Demnach seien hier die wahren Worte Magdalenas (StuRa, HoPo) zitiert:
„Wir möchten an dieser Stelle alle Mitglieder_innen der Universität eindringlich aufrufen, gerade jetzt zusammen zu halten und sich gemeinsam und solidarisch gegen die Kürzungen zu stellen!“
Für weitere Informationen stehen wir (klaphiro@uni-leipzig.de) gerne zur Verfügung! (Anonymität wird jederzeit zugesichert.) Fragen, Anmerkungen oder konstruktive Vorschläge können gerne auch an die Referent_innen für Hochschulpolitik, Magdalena und Florian, gerichtet werden (hopo@stura.uni-leipzig.de)
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