SOMMERSEMESTER 2003

 

Vorläufiger Vorlesungsplan Neogräzistik/Byzantinistik

 

Grund- und Hauptstudium

04030237 Neugriechisch für Studierende der Altgräzistik N.N.
Ü Mo wöchentlich    17.15 - 18.45 Uhr GWZ 3.315

Grundstudium

04030241 Einführung in die Neogräzistik Henrich, Günther S.
V Di wöchentlich    9.15-10.45 Uhr GWZ 3.315
 
04030252 Landeskunde von Griechenland und Zypern Henrich, Günther S.
S Do wöchentlich    9.15 - 10.45 Uhr GWZ 3.315
 
04030267 Komplexkurs Neugriechisch, 2. Semester
Ü Grammatik, Lehrbucharbeit Novotny, Ursula
Do wöchentlich    11.15 - 12.45 Uhr GWZ 3.315
Ü Sprachpraktische Übungen Stampoulou, Simeon
Di wöchentlich    13.15 - 14.45 Uhr GWZ 3.315
 
04030277 Komplexkurs Neugriechisch, 4. Semester
Ü Grammatiktutorium Novotny, Ursula
Do wöchentlich    13.15 - 14.45 Uhr GWZ 3.315
Ü Konversation, verstehendes Hören (4-st.) Stampoulou, Simeon
Di wöchentlich    9.15 - 10.45 Uhr Raum n.V.

Hauptstudium

04030281 Das Böse in der neugriechischen Literatur Stampoulou, Simeon
V Mi wöchentlich    13.15 - 14.45 Uhr GWZ 3.315
 
04030292 Poesie zwischen Orient und Okzident im 18. Jh.: Henrich, Günther S.
     Die „Mismajá“ der Phanarioten
S Di wöchentlich    15.15 - 16.45 Uhr GWZ 3.305
 
04030302 Die Odyssee: Motive des Epos in der neugriechischen Literatur Stampoulou, Simeon
S Mo wöchentlich    13.15 - 14.45 Uhr GWZ 3.315
 
04030317 Deutsch-neugriechische Übersetzungen Henrich, Günther S.
Ü Do wöchentlich    15.15 - 16.45 Uhr GWZ 3.305
 
04030327 Neugriechische Syntax Stampoulou, Simeon
Ü Do wöchentlich    9.15 - 10.45 Uhr Raum n.V.

Sprachkurse für Hörer aller Fakultäten

04030337 Komplexkurs Neugriechisch, 2. Semester
Ü (siehe Grundstudium)
 
04030347 Fortgeschrittene I Stampoulou, Simeon
Ü Mo wöchentlich    9.15 - 10.45 Uhr GWZ 3.315
 
04030357 Fortgeschrittene II Stampoulou, Simeon
Ü Mi wöchentlich    9.15 - 10.45 Uhr GWZ 3.315
 
04030367 Panda tin Paraskewi: Konversation Novotny, Ursula
Ü Fr wöchentlich    13.15 - 14.45 Uhr GWZ 3.304

 

Die Termine werden in einer Vorbesprechung am ersten Mittwoch des Sommersemesters (09.04.2003, um 13.00 Uhr) im GWZ Beethovenstraße 15, Raum 3.315 endgültig abgestimmt.

 

Hinweise zu den Lehrveranstaltungen

Grundstudium

Vorlesung: Einführung in die Neogräzistik

Die Veranstaltung soll sich in etwa 7 „Kapitel“ gliedern, die in je 2 Doppelstunden (durchschnittlich) zu behandeln sind:
  1. Einleitung (die Begriffe „Neogräzistik“ und „Neugriechische Philologie“ – Abgrenzungen)
  2. die neugriechische Sprachfrage
  3. die Neogräzistik in Griechenland und Zypern
  4. dieselbe im Ausland
  5. Zentren neugriechischer Studien und Fachzeitschriften
  6. andere „Instrumenta studiorum“: Literaturgeschichten, Lexika, Enzyklopädien, Grammatiken, Metriken
  7. Bibliographisches zur Geschichte, bes. der Frankokratie/Türkenzeit und Neugriechenlands, sowie zu Landeskunde und Kulturstudien
Die Studierenden sollen selbstverständlich immer Fragen stellen.

Beginn: Dienstag, 08.04.2003

Proseminar: Landeskunde von Griechenland und Zypern

Es ist keine Veranstaltung zu „Kulturstudien“ (im weiteren Sinne) vorgesehen, sondern durch Referate der Teilnehmer sollen die einzelnen Landesteile beider Staaten kennengelernt werden. Dabei werden neuere Geschichte, Anthropogeographie und Wirtschaft im Mittelpunkt stehen. Zugrunde gelegt werden außer „Griechenland“ von Cay Lienau (Darmstadt 1989) hauptsächlich die beiden Handbücher („Griechenland“, ed. K.-D. Grothusen, Göttingen 1980, und „Zypern“, edd. Grothusen/Steffani/Zervakis, Göttingen 1998) sowie „About Greece“ (ed. Ministry of Press and Mass Media, Athen 2001 oder jünger).

Beginn: Donnerstag, 10.04.2003

Übung: Komplexkurs Neugriechisch

Der intensive Kurs ist für die im Nebenfach Neogräzistik (Magister, Übersetzer) immatrikulierten Studenten (ohne oder mit geringen Vorkenntnissen) die wichtigste Lehrveranstaltung im Grundstudium. Es wird darüber hinaus eine intensive selbständige Beschäftigung mit dem Neugriechischen erwartet, damit nach spätestens vier Semestern der Komplexkurs mit einer Prüfung abgeschlossen werden kann, d.h. die grammatischen Kenntnisse, Sprechfähigkeit und Textverständnis ein entsprechendes Niveau erreicht haben.

Hauptstudium

Vorlesung: Das Böse in der neugriechischen Literatur

„Auch das Böse besitzt eine Ethik. Camus leitet von de Sade, aus der Romantik, von Iwan Karamasow usw. das Recht zum Mord ab“, meint Imre Kertész, der Nobelpreisträger für die Literatur 2002. Und bezüglich der griechischen „Blumen des Bösen“; ist eine noch unbeantwortete Frage, warum die griechische Literatur des 20. Jahrhunderts mit einer Mörderin (A. Papadiamantis) anfängt und mit einem Mörder (G. Aristinos) beendet wird. Handelt es sich um die Lehre des Okzidents, eine tief im Christentum verwurzelte Eigenschaft, und ihre Übertragung auf die griechische Tradition? Und des weiteren: bedürfen wir eigentlich des Bösen als einer Reinigung der (fiktiven) Gesellschaft mittels des platonischen Pharmakos, d.h. des ewigen Sündenbocks? Den Leitfaden von Papadiamantis führen A. Karkavitsas, K. Theotokis, D. Voutyras, P. Pikros, G. Skarimbas u.a. weiter.

Beginn: Mittwoch, 09.04.2003

Hauptseminar: Poesie zwischen Orient und Okzident im 18. Jh.: Die „Mismajá“ der Phanarioten

Als „Mismajá“ (türk. meçmua) wurden handschriftliche Sammlungen von Gedichten der Phanarioten Konstantinopels und ihres Anhangs bezeichnet, die im 18. und zu Anfang des 19. Jahrhunderts umliefen. Es soll die 1818 von Zísis Daútis gedruckte Mismajá gelesen und interpretiert werden, die Andia Frandzí in einer Neuausgabe (Athen 1993) zugänglich gemacht hat.

Beginn: Dienstag, 08.04.2003

Seminar: Die Odyssee: Motive des Epos in der neugriechischen Literatur

Das halbe Griechentum verbringt sein Leben in der Diaspora. Aus verschiedenen Gründen (Politik, Geldmangel, Verfolgungswahn, Seehandel) wird jeder griechischen Familie ein Fluch aufgeladen: sich ins Exil zu verstreuen und dort ums Leben zu kommen. Wie wurde das Odysseussyndrom in der neugriechischen Literatur widergespiegelt? Die Verewigung des ausgewanderten Odysseus im Werk von K. Kavafis, N. Kazantzakis, I. Kambanellis, G. Seferis, G. Ritsos, K. Varnalis, des Regisseurs und Drehbuchautors T. Angelopoulos u.a. Gleichzeitig ein odysseischer Durchlauf der neugriechischen Literatur zum Ithaka des – laut W. Iser – implizierten Lesers. Die Verfilmung des Motivs und eventuelle Filmvorführungen.

Beginn: Dienstag, 08.04.2003

Übung: Deutsch-neugriechische Übersetzungen

Die zugrunde zu legenden kürzeren deutschen Texte sollen in ihrer Schwierigkeit möglichst dem Kenntnisstand der Teilnehmer entsprechen. Als Ziel wird angestrebt, am Semesterende Texte zu behandeln, wie sie im Examen gegeben werden können.

Beginn: Donnerstag, 10.04.2003

Sprachkurse für Hörer aller Fakultäten

Übung: Fortgeschrittene I/II

In jedem Wintersemester beginnen wir mit einem Anfängerkurs, da naturgemäß das Interesse am Erlernen des Neugriechischen nach der Urlaubszeit besonders groß ist. Eine möglichst regelmäßige Teilnahme an den Kursen, einen gewissen Teil häuslicher Arbeit und etwas Ehrgeiz sollten die Teilnehmer trotz des fakultativen Charakters der Veranstaltungen erbringen. Nach zwei Semestern erfolgt in der Regel eine Höherstufung in den Kurs Neugriechisch für Fortgeschrittene I, nach vier Semestern gegebenenfalls in einen Fortgeschrittenenkurs II. Hauptinhalt des Unterrichts ist neben der Vermittlung grammatischer Kenntnisse die Entwicklung der Sprechfähigkeit und des Textverständnisses. Die Festlegung auf ein bestimmtes Lehrbuch wird absichtlich vermieden, um den Unterricht abwechslungsreicher und auf die Sprachpraxis konzentriert gestalten zu können.

Übung: Panda tin Paraskewi: Konversation

„Panda tin Paraskewi“ ist ein Konversationskurs, den seit etlichen Jahren Griechischkundige (d.h. nicht nur Studenten, sondern auch Sprachinteressierte verschiedener Altersklassen und Berufe) besuchen, die sprachlich so gut gerüstet sind, dass sie schwierige literarische (und andere) Texte verstehen und vor allem Lust haben, in der neugriechischen Sprache zu kommunizieren. Wer unseren griechischen Veranstaltungstitel versteht (vielleicht sogar samt seinem Hintersinn), wem der Sinn nicht nach grammatischen Übungen und Lehrbuchtexten steht, wer nichts gegen eine Tasse Tee nebst Beilagen hat und am Semesterende jeweils zu einer gemeinsamen Unternehmung bereit ist, sollte sich entschließen, wöchentlich freitags die Zeit zwischen 13.00–15.00 Uhr für diesen Kurs freizuhalten. – Besonders willkommen in unserer „Parea“ sind griechische Muttersprachler, die unsere meist muntere Konversation vor allem sprachlich bereichern könnten.