Das
primäre Forschungsinteresse der Kustodie richtet
sich zunächst auf den eigenen Bestand an Gemälden,
Skulpturen und Grafiken, sowohl Handzeichnungen als auch
Druck- und Reproduktionsgrafik. Hier gilt es mittelfristig
umfassende kunsthistorische Bestandskataloge zu erarbeiten
und zu publizieren.
Nach Abschluß der Inventarisierung – Funde
wird es in geringem Umfang wahrscheinlich auch in Zukunft
geben –, besteht die Hauptaufgabe in einer weiter
vertieften Bearbeitung und Erforschung des Einzelobjektes.
Diese erfolgt auch – aber natürlich nicht
nur – im Rahmen von Seminaren, mit teils sehr interessanten
Ergebnissen. Künftig, so ist zu hoffen, wird es
verstärkt auch Doktor- und Magisterarbeiten geben.
Im
Rahmen der Möglichkeiten soll auch eine naturwissenschaftliche
Erforschung der Werke unternommen werden. Tafelbilder
können mit Hilfe der eigenen Infarot-Reflektographie-Anlage
auf Spuren einer Unterzeichnung untersucht werden.
Nachträgliche
Retuschen beispielsweise lassen sich unter bestimmten
Bedingungen in ultraviolettem Licht erkennen. Wünschenswert
wären ferner dendrochronologische Untersuchungen
(holzart- und jahrringgestützte Altersbestimmung
in Zusammenarbeit mit Dr. Peter Klein, Ordinariat für
Holzbiologie der Universität Hamburg) sowie Röntgenuntersuchungen
der Gemälde. Mikroschnitte der Malschicht ließen
sich möglicherweise im Rahmen der Kooperation
mit der Hochschule der Bildenden Künste in Dresden
realisieren, wo sie sinnvoll sind.
In einem weiteren
Schritt müssen
derartige naturwissenschaftliche Ergebnisse enger mit
kunsthistorischen Methoden vernetzt werden. Insgesamt
soll auch die Herangehensweise an die Kunstwerke von
einer universitär angemessenen Methodenvielfalt
mit interdisziplinärem Ansatz geprägt sein.
In Einzelfällen kann die Expertise im Interesse
der Forschung und der Lehre auch an Kunstwerke in anderen
Sammlungen herangetragen werden.
|