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Dr. phil. Mathias Berek
Geboren 1975, Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaft und Kulturwissenschaften in Leipzig. 2000-2003 Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Kulturtheorie / Kulturphilosophie des Instituts, im DFG-geförderten Projekt "Edition Georg Simmel Gesamtausgabe". Magister Artium 2003. 2008 Promotion mit einer Arbeit über kollektives Gedächtnis und die gesellschaftliche Konstruktion von Wirklichkeit, gefördert mit einem Landesstipendium des Freistaats Sachsen. Bisher tätig als freier Journalist und als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig sowie am Lehrstuhl für Medienpädagogik des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig.
Redaktionsmitglied der Zeitschrift für jüdisches Leben in Forschung und Bildung "Medaon" (www.medaon.de).
Seit September 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig
- Projektleiter im DFG-Projekt "Der Protosoziologe Moritz Lazarus im Kontext deutsch-jüdischer Lebenswelten" (eigene Stelle).
Publikationen
Monographien
- Kollektives Gedächtnis und die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Erinnerungskulturen. Wiesbaden: Harrassowitz 2009 (Kultur- und sozialwissenschaftliche Studien Bd. 2).
- Moritz Lazarus: Ausgewählte Werke, im Rahmen der Reihe "Deutsch-jüdische Autoren des 19. Jahrhunderts. Schriften zu Staat, Nation, Gesellschaft", hgg. v.: Brocke, Michael / Paul, Jobst / Jäger, Siegfried, Böhlau Verlag.(in Vorbereitung)
Beiträge und Aufsätze
- The interaction between national and local memory: Dresden, in: Beyen, Marnix / Deseure, Brecht /Van Loon, Carolien (eds.): Local Memories in a Nationalizing and Globalizing World, 1750 until today. (in Vorbereitung)
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Schnittpunkt sozialer Kreise statt völkischer Verwurzelung - Die Entstehung moderner Sozialtheorie aus der deutsch-jüdischen Lebenswelt des 19. Jahrhunderts am Beispiel Moritz Lazarus. In: Medaon 5/2009.
- Medien und Erinnerungskultur: eine notwendige Beziehung, in: Hardtwig, Wolfgang / Schug, Alexander (Hg.): History Sells! Angewandte Geschichte als Wissenschaft und Markt, Stuttgart: Steiner 2009, 54-63.
- Unnötig totalitär. Wie lassen sich moderne Diktaturen auch ohne Totalitarismuskonzept erklären? Phase2 (2008), 30, 12-16.
- Gutes oder schlechtes Erinnern? Die Notwendigkeit des Politischen in der Erinnerungskultur, in: Hahn, Hans Henning u.a. (Hg.): Erinnerungskultur und Versöhnungskitsch. Marburg: Herder-Institut 2008, S. 71-85 (Tagungen zur Ostmitteleuropaforschung, Bd. 26).
- Dreiecksbeziehung. Die Rolle der Medien im Erinnerungsdiskurs, in: Erinnerungskultur und Gedächtnispolitik (D-A-S-H Dossier 11), 2005.
Rezensionen
- Halbierte Aufklärung. Rezension zu: Brocke, Michael / Jäger, Margarete / Paul, Jobst / Tonks, Iris (Hg.): Visionen der gerechten Gesellschaft. Der Diskurs der deutsch-jüdischen Publizistik im 19. Jahrhundert, in: Einsicht. Bulletin des Fritz Bauer Instituts. 5/2011, 104.
- zu: Hein-Kircher, Heidi / Hahn, Hans Henning (Hg.): Politische Mythen im 19. und 20. Jahrhundert in Mittel- und Osteuropa, in: Tepe, Peter / Semlow, Tanja (Hg.): Mythos No. 3. Mythos in Medien und Politik. Würzburg: Königshausen & Neumann 2011, 284-287.
- zu: König, Helmut: Politik und Gedächtnis, in: Francia-Recensio, 2010-2, 19./20. Jahrhundert - Histoire contemporaine (2.7.2010)
- zu: Ebert, Andreas D.: Jüdische Hochschullehrer an preußischen Universitäten (1870-1924). Eine quantitative Untersuchung mit biographischen Skizzen, in: Medaon 7/2010.
- zu: Hahn, Hans Henning; Hein-Kirchner, Heidi; Suchoples, Jaroslaw (Hrsg.): Erinnerungsorte, Mythen und Stereotypen in Europa. Miejsca pamici Mity i stereotypy w Europie, in: H-Soz-u-Kult (1.4.2010).
- zu: Bernecker, Walter L. / Brinkmann, Sören: Kampf der Erinnerungen. Der Spanische Bürgerkrieg in Politik und Gesellschaft 1936-2006, in: H-Soz-u-Kult (24.2.2009).
- zu: Kittsteiner, Heinz-Dieter: Out of Control, in: Das Argument, 48 (2006), 267, S.593-594.
Lehre
Wintersemester 2010/11, Bereich Kultur- und Sozialphilosophie am Institut für Kulturwissenschaften, Universität Leipzig: Bachelor-Seminar "Berger / Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit".
Frühling 2010: Blockseminar "Totalitarismustheorie und Extremismusansatz", Berlin.
2005-2008, Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig:
Hauptseminar "Erinnerungskultur und Wirklichkeit",
Proseminar "Jan Assmanns 'Kulturelles Gedächtnis'",
Hauptseminar "Hannah Arendt und die Totalitarismustheorie auf dem Prüfstand"
Projekt
Der Protosoziologe Moritz Lazarus im Kontext deutsch-jüdischer Lebenswelten
Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Beginn 01.09.2011.
Mitantragsteller: Prof. Dr. Klaus Christian Köhnke.
Kooperationspartner: Prof. Dr. José Brunner, Tel Aviv University.
Der Proto-Soziologe Moritz Lazarus (1824-1903) kann als Begründer der "Völkerpsychologie" ebenso wie als aktiver Repräsentant des deutschen (Reform-)Judentums in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse Prominenz für sich beanspruchen. Das vorliegende Projekt will untersuchen, wie sein publizistisches Wirken zeitgenössisch und posthum aufgenommen, interpretiert und bewertet wurde und so das Selbstbild Lazarus' wie sein Image in der Gesellschaft geformt wurden. Das Projekt analysiert die Konjunkturen dieser Selbst- und Fremdkonstruktion im Kontext politischer, sozialer und biographischer Entwicklungen und trägt so zum Verständnis der komplexen Wirkungsgeschichte eines deutschen Juden bei, dessen moderne Sozialtheorie nach seinem Tod lange Zeit nur anonym weiter wirkte.
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