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Biographische Einbettung und soziale Bezüge von Weltsichten in prekären Lebenslagen. Fallrekonstruktive Analysen.


Projektleiterin: Dr. Kornelia Sammet
Wissenschaftlicher Mitarbeiter (seit 01.11.2010): Daniel Bergelt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin (bis 31.10.2010): Marliese Weißmann
Studentische Hilfskräfte: Lena Dreier, Franz Erhard


Das Projekt untersucht in einer religionssoziologischen Perspektive die biographische Einbettung und die sozialen Bezüge von Weltsichten in Lebenslagen, die durch gesteigerte Unsicherheit, geringe materielle und symbolische Ressourcen sowie die Erfahrung eingeschränkter Teilhabemöglichkeiten bestimmt sind. "Weltsichten" sind als die Basisannahmen über grundlegende Relationen und Kausalitäten zu verstehen; sie werden durch die Dimensionen Ordnung, Zurechnung und Grenze konzeptualisiert, d.h. die Analysen beziehen sich auf Formen des Umgangs mit Ordnung und Kontingenz, auf die Frage der Zurechnung von Ereignissen und Erfahrungen sowie auf Horizonte und Grenzen des Handelns. Das Weltsichten-Konzept wird angeschlossen an theoretische Diskussionen und empirische Umsetzungen des Anomie-Begriffs und für die fallrekonstruktive Analyse von qualitativen Interviews mit Empfängern von Leistungen nach SGB II (Arbeitslosengeld II) nutzbar gemacht. Das Projekt möchte einen Beitrag zur religionssoziologischen Theoriediskussion leisten, indem es systematische Lücken aktueller religionssoziologischer Ansätze in den Blick nimmt. Zugleich wird angestrebt, durch die Verknüpfung unterschiedlicher Erhebungsverfahren (biographische Interviews und Gruppendiskussionen) Weltsichten in unterschiedlichen kommunikativen Kontexten zu erfassen und in ihrem Gehalt systematisch zu vergleichen, um methodologische Diskussionen zur Triangulation voranzubringen. Schließlich sollen die aktuellen Debatten um "Unterschicht" und "Prekariat" eine empirische Fundierung erfahren.


Publikationen aus dem Projektkontext
  • Kornelia Sammet und Marliese Weißmann (2010): Individueller Anspruch versus erzwungene Gemeinschaft: Auswirkungen des Verwaltungshandelns auf Biographie und Lebensführung von ALG-II-Empfängern am Beispiel der "Bedarfsgemeinschaft". In: BIOS 23: 28-46.
  • Kornelia Sammet (2011): Religion und Religionskritik in Weltsichten von Arbeitslosengeld II-Empfängern in Ostdeutschland. In: Gert Pickel und Kornelia Sammet (Hg.): Zwanzig Jahre nach dem Umbruch - Religion und Religiosität im vereinigten Deutschland 1989-2010. Wiesbaden: VS-Verlag. S. 245-261.
  • Marliese Weißmann, Daniel Bergelt und Timmo Krüger (2011): Arbeit als Sinnstiftung in prekären Lebenslagen in Ostdeutschland. In: Gert Pickel und Kornelia Sammet (Hg.): Religion und Religiosität im vereinigten Deutschland. Zwanzig Jahre nach dem Umbruch1989-2010. Wiesbaden: VS-Verlag. S. 263-278.


Die Projektmitarbeiter bei der Konferenz Applied Biographical Research / Anwendungsbezüge der

Biographieforschung in Nürnberg (18.-20.09.2010)
Die Projektmitarbeiter bei der Konferenz Applied Biographical Research / Anwendungsbezüge der Biographieforschung in Nürnberg (18.-20.09.2010)
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