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Philologische Fakultät

Institut für Germanistik

 

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Tagung

 

Leipziger Pragmatik-Tagung:

Über die Worte hinaus

Kontextualismus, Minimalismus und die Semantik/Pragmatik-Unterscheidung.

Beyond the Words

Contextualism, Minimalism and the Semantics/Pragmatics-Distinction.

Bibliotheca Albertina, Universität Leipzig, 13.-15.05. 2010


Was heißt es, etwas zu sagen? – Was ist Teil der wörtlichen Bedeutung einer Äußerung? – Welche pragmatischen Schlussprozesse werden auf den verschiedenen Ebenen der Äußerungsinterpretation relevant? – Wie wird pragmatische Information verarbeitet?

Hinter diesen Fragen steht eine Reihe sprachtheoretischer Grundsatzprobleme, die seit mehr als einer Dekade intensiv diskutiert werden und den Gegenstand der Pragmatik nachhaltig verändert haben. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob Äußerungen in ihrer wörtlichen Bedeutung rein semantisch interpretiert werden können, ohne dass Informationen über den Äußerungskontext genutzt werden, oder ob pragmatische Inferenzen schon auf dieser Ebene der Äußerungsinterpretation erforderlich sind.

Innerhalb dieser Debatte zwischen ‘Minimalisten’ und ‘Kontextualisten’ kommen auch neue Untersuchungsbereiche in den Blick, die traditionell nicht im Rahmen pragmatischer Analysen berücksichtigt wurden. Lexikalisches Wissen wird zum Teil als pragmatisches Wissen aufgefasst, und auch grammatische Relationen gelten zunehmend als pragmatisch fundiert. Im Rahmen dieser Ausweitung der Gegenstandsbereiche geht es auch um die Frage nach dem spezifischen Charakter  der erforderlichen pragmatischen Inferenzen. Default-Inferenzen werden angenommen, um Bedeutungsaspekte von Äußerungen ‚über die Worte hinaus‘ beschreiben zu können. Hier stellt sich die Frage nach der optimalen pragmatischen Verarbeitungsstrategie für Sprecher / Hörer, wobei das Verhältnis von prozeduralem Aufwand und intendiertem kommunikativen Effekt zu beachten ist.

Kommunikatives Verstehen setzt voraus, dass man andere Personen als intentional Handelnde wahrnimmt. Diese Fähigkeit wird in der frühen Kindheit erworben, wobei in einer Reihe neuerer Studien die Strategien des Pragmatik-Erwerbs als eine Form kulturellen Lernens erforscht werden. Auf methodologischer Ebene stellt sich die Frage, ob pragmatische Intuitionen auf der Basis einer intuitiven Strategie des Forschers erfasst werden können, oder ob experimentelle Evidenz im Rahmen der Untersuchung von Kindern und Erwachsenen unverzichtbar ist.

Die geplante internationale Tagung soll einerseits Gelegenheit zu einer Bestandsaufnahme pragmatischer Theorien im Lichte der gegenwärtigen Grundsatzdebatte geben sowie andererseits Entwicklungspotenziale für zukünftige pragmatische Forschungsstrategien aufzeigen. Im Vordergrund steht insbesondere die Frage, inwieweit linguistische Domänen, die bisher als grammatisch determiniert angesehen wurden, für pragmatische Analysen zugänglich sind.

Die Konferenz wird organisiert von Frank Liedtke und Cornelia Schulze, Universität Leipzig, Institut für Germanistik, Pragmalinguistik.

Cornelia Schulze, Institut für Germanistik, Beethovenstr. 15, 04107 Leipzig.
E-Mail: cschulze@rz.uni-leipzig.de  
Konferenzsprachen sind Deutsch oder Englisch.
Nähere Informationen unter: http://beyondthewordsconference.wordpress.com/

 

Ein vorläufiges Programm erhalten Sie hier.

Eine Übersicht über die Poster finden Sie hier.

Intro zur Ausstellung von Elmar Hermann

 

Audiostream Deutschlandfunk über Beyond the Words

 

Diese Tagung wird finanziell gefördert durch die


 

 
 

 

   


 

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