informieren – reflektieren – partizipieren
Das Praxisprojekt zielte darauf ab, Jugendliche am öffentlichen Diskurs zum Thema Gentests als ein aktuelles Thema der modernen Medizin und Biotechnologie zu beteiligen.
Mädchen und Jungen wurden in Gruppenprojekten angeregt, sich mit dem
Thema auseinanderzusetzen, eine qualifizierte Meinung dazu zu
entwickeln und ihre Position mittels eines Medienproduktes zum Ausdruck
zu bringen. In Rahmen einer Jugendkonferenz präsentierten die
Heranwachsenden ihre Medienprodukte und damit ihre Positionen der
Öffentlichkeit und entwickeln einen Forderungskatalog an Politik und
Wissenschaft.
Die im Projekt gesammelten Erfahrungen wurden dokumentiert, evaluiert und
in Modellprojekte überführt. Unter dem Titel „Modelle & pädagogische Hinweise für themenzentrierte aktive Medienarbeit zum
Thema Gentests“ stehen sie zum Download bereit.
Der Hintergrund
Der öffentliche Diskurs zu Themen der modernen Medizin und
Biotechnologie wird von wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und
wirtschaftlichen Eliten dominiert. Die Masse der Bevölkerung und
insbesondere die Jugend – die Generation, die mit den
Entwicklungswe¬gen, die heute vorgezeichnet werden, zukünftig leben
wird – bleibt weitestgehend ausge¬schlossen: Sei es, weil ihnen keine
adäquaten Zugänge zum Thema eröffnet werden, sei es, weil ihnen keine
entsprechenden Formen der Partizipation aufgezeigt werden.
Das Diskursprojekt „informieren – reflektieren – partizipieren“ setzte
genau hier an: Über adäquate Zugänge, insbesondere über die Erstellung
von Medienprodukten wurde die Beteiligung Jugendlicher am öffentlichen
Diskurs zum Thema Gentests gefördert.
Die Projektbausteine
Gruppenprojekte aktiver Medienarbeit
Im Rahmes des Projektes fanden acht Gruppen¬projekte mit je ca. 15
Teil¬nehmerInnen im gesamten Bundesgebiet statt. Die Gruppenprojekte
wurden in enger Zusammen¬arbeit mit PädagogInnen und ExpertInnen vor
Ort sowohl in Schulen als auch in Einrichtun¬gen der freien
Jugendarbeit geplant und durchgeführt. Mädchen und Jungen ab 13 Jahren
erwarben in den Projekten Fach- und Diskurswissen zum Thema moderne
Medizin/Biotechnologie im Allgemeinen und Gentests im Besonderen,
setzten sich reflexiv mit der Thematik auseinander und entwickelten
eine qualifizierte Position. In den Projekten wurden die Mädchen und
Jungen angeregt und angeleitet, weitestgehend selbständig und
eigenverantwortlich Medienprodukte zum Thema zu planen und umzusetzen,
in denen sie ihrer Meinung zum Thema Gentests Ausdruck verleihen.
Jugendkonferenz
Im Frühjahr 2006 fand die Jugendkonferenz „Die nächste GENeration“ im
Gewandhaus zu Leipzig statt. Hier trafen die Mädchen und Jungen aus den
verschiedenen Gruppenprojekten mit anderen Heranwachsenden
(interessierte Jugendgruppen, Schulklassen), mit ExpertInnen aus
unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen (Politik, Wissenschaft,
Bioethik, Wirtschaft, Kirche) sowie mit MedienvertreterInnen zusammen.
Die Mädchen und Jungen präsentierten ihre Medien¬produkte und damit
ihre Positionen und Argumente zum Thema Gentests einer breiten
Öffentlichkeit. Darüber hinaus formulieren sie Ansprüche an Politik,
Wissenschaft und Gesellschaft und bündeln diese in einem
Forderungskatalog, den sie mit den ExpertInnen vor Ort diskutieren.
Wettbewerb
Der Wettbewerb „Die nächste GENeration“ rief dazu auf,
medienpädagogische Projekte mit Heranwachsenden zum Thema moderne
Medizin/Biotechnologie einzureichen. Die eingereichten Wettbewerbs-
beiträge wurden von einer Jury hinsichtlich ihrer methodischen
Originalität und ihrer Umsetzung bewertet. Die besten Projekte wurden
auf der Jugendkonferenz prämiert und im Internet veröffentlicht.
Bernd Schorb, Susanne von Holten, Maren Würfel & Jan Keilhauer: Modelle & pädagogische Hinweise für themenzentrierte aktive Medienarbeit zum Thema Gentests. Leipzig 2006.
