Erfahrungsbericht : Jyväskylä - Patrick

Jyväskylän yliopisto (University of Jyväskylä)| 2008/09

Sicherlich klingt die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts in Jyväskylä nicht so spannend, wie die Aussicht in Barcelona oder Paris zu studieren. Trotzdem kann ich nur zu diesem Schritt raten. Ich habe keine Sekunde bereut, in die finnische Provinz gegangen zu sein, denn Finnland hält für Studenten viel mehr bereit als Saunabesuche und überteuerten Alkohol.

UNI

Die Uni ist einfach rundum erstklassig, man spürt regelrecht an jeder Stelle, dass in diesem Land viel Geld in den Bildungssektor fließt. Und auch die Stadt, gelegen im von Wäldern und Seen dominierten Mittelfinnland, bietet ein größeres kulturelles Angebot, als es auf den ersten Blick scheint; immerhin sind mehr als 20.000 Studenten an den dortigen Hochschulen eingeschrieben. Um die ausländischen Studenten wird sich hier wirklich liebevoll gekümmert. Das International Office steht euch bei fast allen Sorgen und Problemen zur Seite und organisiert von Beginn an ein nahezu ‚Rundumsorglospaket’ (Einführungswoche, Student Tutor, …)

WOHNEN

Alle Austauschstudenten werden in günstigen Studentenwohheimen untergebracht. Es gibt dabei zwei Möglichkeiten, zwischen denen man Weise wählen sollte. Zum einen das Student Village Kortepohja, in dem viele Erasmus’ler auf einem Fleck wohnen und praktischen jeden Tag Party ist oder die etwas weiter von der Uni entfernt liegenden Wohnheime von KOAS, die den Vorteil bieten, wesentlich besser eingerichtet zu sein und auch mehr Natur direkt vor der Tür haben, allerdings ist dort dafür ein bisschen weniger los.

STUDIEREN

Die Uni befindet sich unweit der Innenstadt und teilt sich in zwei Teile, eins davon ist wunderschön am See gelegen und das andere nicht weit entfernt davon auf einem Hügel. Nur das Department of Communication liegt abseits des Hauptcampus, auf der anderen Seite der Innenstadt. Hier finden dann auch fast alle KMW Veranstaltungen statt. Es gibt viele englischsprachige Seminare und Vorlesungen in den Bereichen Organisational Communication/PR und Intercultural Communication; aber auch darüber hinaus kann man ein breites Angebot an Veranstaltungen zur Finnischen Geschichte und Kultur oder Sprachkurse wahrnehmen. Ich empfehle euch ‚Surival Finnish’ zu belegen. Der Kurs ist gut aufgebaut und vermittelt die Basics. Mehr braucht man auch wirklich nicht, da gefühlte 99% der Bevölkerung sehr gutes Englisch spricht. Natürlich gibt es an der Uni auch ein großes, euch offen stehendes Sportangebot, dass natürlich in den Wintermonaten durch Wintersportarten dominiert wird.

LEBEN

Weiterer Höhepunkt des Auslandsaufenthaltes in Jyväskylä sind die vom Erasmus Student Network (ESN) organisierten Sightseeing- und Party-Trips nach Russland (Moskau/St.Petersburg), nach Stockholm und nach Lappland. Mitfahren lohnt sich!
Aber auch in Jyväskylä kann man Spaß haben. Weggehen kann zwar teuer werden und viele der Bars und Clubs sind sehr mainstream aber es existieren durchaus auch besuchenswerte Kleinode wie die Bar ‚Vakiopaine’ unweit des Hauptcampus.

Am Ende noch ein kleiner allgemeiner Tipp zum Auslandsstudium: Verfallt nicht in das Muster wie so viele andere und verbringt die meiste Zeit mit anderen deutschen Erasmus-Studenten, von denen es nach meinem Geschmack in Jyväskylä deutlich zu viele gab.

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Letzte Aktualisierung >
2. April 2009