

Im Mai beginnt der Wechsel des Winterhaarkleides. Vor drei Tagen, am 30. 4. 1999, hat John die linke und vor zwei Tagen die
rechte Geweihstange abgeworfen. Man sieht bei ihm auf der Stirn die Gebiete der Rosenstöcke, auf denen sie
gesessen hatten. Diese werden nun von Haut überwachsen, die jetzt ständig die Aufbaustoffe für das
Wachstum des neuen Geweihs überbringt. In der Zeit des Geweihabwurfes zeigte sich John verschämt und
verharrte meistens liegend an einem geschützten Ort, besonders als er nur noch eine Stange trug. Das Geweih ist ein
Knochengebilde, das jährlich abgeworfen wird und danach erneut wächst. In dieser Kolbenzeit ist es von Bast,
einem gutdurchbluteten Hautgewebe überzogen.

Im Juli konnte man Hirsch John beim Schieben, das heisst beim Wachsen seines in Bast gehüllten neuen Geweihs wieder
selbstsicher als der Chef seiner drei Damtiere mit nun schon vorhandenen zwei Kälbern beobachten. Sein
Sommerhaarkleid ist glänzend hellrot mit den typischen weißen Fleckenreihen versehen.

Im September nach dem Fegen, das heisst nach der Bastentfernung durch Schlagen an Sträucher und Bäume
sieht man den weitgehend ausgewachsenen 3. Kopf mit den Augen- und Mittelsprossen sowie mit den altersgerecht schmalen,
aber fast formfehlerfreien Schaufeln. Damit und mit dem prachtvoll punktierten Haarkleid ist er ganz und gar der stolze Damhirsch
John, der seine drei Damtiere mit nun drei Kälbern führt und wohl auch schon der neuen Brunftzeit im Oktober
erwartungsvoll entgegensieht. Dann wird sein grunzender und schnorchelnder Brunftschrei wieder verhalten durch den
Macherner Schlosspark tönen. Seinen 3. Kopf behält er über den Herbst und Winter bis ins Frühjahr
hinein. Ende April 2000 erfolgt dann wieder auf Grund von biologisch gesteuerter Luftblaseneinlagerung in den Rosenstockgebieten die Lockerung und
der Abwurf des Geweihs.

Das sind die beiden Stangen des Schaufelgeweihs vom Damhirsch John, die er um den 28. April 2000 herum abgworfen hat. Die
Stangenlänge beträgt mehr als 50 cm und entspricht damit einem normalen 3. Kopf.