Richard Rudolph
(24. 1. 1889 – 18. 10. 1959)
und
war danach als Grafiker und Kunstmaler tätig. In den 1930er Jahren
kam er nach Machern und ließ sich im Waldwinkel
(Fichtengang)
vom Macherner Architekten Albin Fischer ein Haus in Art des
Bauhausstils
errichten. Die Rudolphs hatten zwei Söhne und eine Tochter. Frau
Rudolph
wohnte bis 1980 in dem Haus im Fichtengang. Die beiden Söhne sind
verstorben. Die Tochter der Tochter, also die Enkelin, ist
Helga Röher. Sie hat dem Autor dankenswerter Weise einige Bilder
geschickt
und in dem Brief über ihren Großvater geschrieben: "Für
mich war er ein großartiger Künstler. Er war immer sehr
bescheiden
in seiner Art, und wir Kinder haben ihn sehr geliebt. Nach dem Krieg
sollen
viele seiner Bilder nach Amerika verschwunden sein." Mehrere sind aber
auch in Machern verblieben. Darunter das schöne Gemälde
"Tulpenbaumallee
im Park zu Machern" (s. Bild). Es wurde beim Einrichten der
Dienstzimmer
im neu erbauten Rathaus 1997 von Frau Dietrich aus den Fundus des
Macherner
Schlossarchivs (ehemalige Heimatstube) ausgewählt und hängt
seitdem
im Zimmer der Abteilung Liegenschaften.

Heinz Eberhard Strüning
(2. 5. 1896 – 11. 3. 1986)
Schriftsteller
und Hochschuldozent in Leipzig tätig gewesen. Seit 1937 bis an
sein
Lebensende wohnte er in Machern (Haus "Sonnenfang" im Schwarzem Weg).
Ein
zunehmendes Augenleiden führte 1984 zu seiner Erblindung. 1986
fanden
in Leipzig (Oktober) und Wurzen (November) Gedächtnisausstellungen
seiner Kunstwerke statt. Er ist eine Malerlegende.
(Fotoaufnahme:
Volkhard Wilhelm)
Über sein Leben und Schaffen wurde wiederholt berichtet, so im
Rundblick 1976 (Heft 1) und 1987 (Heft 2) sowie in der Leipziger
Volkszeitung
(22. 12. 2002) anläßlich einer Ausstellung der
Universitätskustodie
in der Galarie des Hörsaalbaues der Universität Leipzig. In
dem
letztgenannten Bericht schreibt Peter Guth, dass Strüning
ein
Beau, ein Elegant, war, der auffiel. Er achtete auf tadellose Kleidung,
korrekte Schleife oder Krawatte. Er lebte in einer völlig eigenen
Welt: die Außenwelt war Anregung für Kunst, aber nicht
Streitobjekt.
Man rechnet Strüning zu den expressiven Realisten. Aus dem
Rundblick
1987 erfährt man: "Strüning wählte oder liebte
Aquarell-
oder Pastellfarben, weil er seine Bildumsetzungen durch sie am reinsten
realisieren konnte. Er sagt über sich selbst: Ich schaffe aus dem
Vollen, weil ich erfüllt bin bis obenhin mit dem, was ich
gestalten
will. Es gibt nur ein Gesetz für mich: Gestalten bis zum letzten,
dafür lebe ich. Das ist mein künstlerisches Postulat, mein
inneres
Gesetz."
Die Leipziger Uni-Kustodie hat 1986 einen kleinen Katalog seiner Werke
herausgegeben. Viele davon sind in Universitätsbesitz wie das
Schwanenbild
(s. u.). Ein anderes Werk von Strüning hängt seit 1997 im
Bürgermeisterzimmer
des Macherner Rathauses: "Bäume". Es stammt aus dem schon
erwähnten
Fundus des Schlossarchivs.

"Schwäne" (undatiert, Kohlezeichnung über Pastellfarben)
von Heinz Eberhard Strüning, im Kunstbesitz der
Universität
Leipzig.
(Aufnahme: Karin Kranich)
Willy Gelbke
(24. 6. 1900 – 16. 11. 1983)
Böhm
in Machern (Zeititzer Weg), wo er auch sein Atelier hatte. Zeichnerisch
war er sehr begabt und malte hier in Machern fleißig Bilder mit
den
verschiedensten Motiven für den gängigen Verkauf, besonders
für
die "gute Stube", wie z. B. "Hirsch im Wald" oder auftragsgebunden, wie
"Schafherde in Polenz" (s. u.). Ein Foto von ihm stellte seine
Stiefenkelin
Beate Siegert, geborene Böhm dankenswerter Weise zur
Verfügung.
Man sieht ihn darauf bei Kaffee und Torte auf der
Schlossterrasse.
Sie schreibt dazu: " Ich mag das Bild sehr. Ich erkenne darin seine
Freude am Genuß und an den schönen Dingen des Lebens wieder."
Willy Gelbke wurde in Machern am 22. 11. 1983 beigesetzt.
(Foto: Privatbesitz)

Walter RoscH
(3. 7. 1900 - 25. 1. 1975)
In Leipzig geboren und ausgebildet, arbeitete er als Kunstmaler dort in
seinem Atelier, das bei
dem
großen Luftangriff 1944 völlig ausbrannte. Danach hat er
keine
Ölbilder mehr gemalt. Das undatierte Bild "Skalare" (s. u.)
entstand
also vorher. Die Familie Rosch wohnte seit 1932 im Waldwinkel
(Fichtengang).
Sie hatten einen Sohn, der 1950 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam,
und zwei Töchter. Die eine, Regina Berchem, stellte dankenswerter
Weise Bilder und Angaben über ihren Vater zu Verfügung,
der nach 1945 in Nürnberg Glasfenster für die katholische
Kirche
und für große Gebäude, z. B. für Banken entworfen
hat.
Ab 1952 malte er etwa 15 Jahre lang politische Karikaturen für die Rheinische Post und Zeichnungen für den Rowohlt Taschenbuchverlag (rororo), wie die Umschlagsbilder zu den Lene-Voigt-Ausgaben "Säk'sche Glassiker" und "Säk'sche Balladen" (s. u.). Gestorben ist er in Löffingen.

rororo-Buchcover (gezeichnet von W.Rosch, coloriert von G. Meyer)
Maximilian Vollert
(4. 4. 1908 – 1. 3. 1988)
die
1930er
Jahre. Danach war er im Erla-Werk in Leipzig/Heiterblick
beschäftigt
und wurde dann zum Kriegsdienst eingezogen. Von Kindheit an
zeichnete
und malte er mit großer Vorliebe. Später bildete er sich
autodidaktisch
weiter und machte das Kunstmalen nach 1945 zu seinem Hauptberuf.
Er lebte und arbeitete in Leipzig und fertigte Landschaftsbilder,
später
hauptsächlich Kopien alter Meister an, die in viele Länder
verkauft
wurden. Mit dem Ölbild "Die Kirche von Machern" (s. u.)
schuf
er sich ein Erinnerungsstück an seine dritte Heimat Machern.
Selbstbildnis (Familienbesitz; Aufnahme P. Rößler)
Denn seit 1946 lebte er mit seiner Familie immer in der schönen Jahreszeit im Wochenendhaus auf seinem Pachtland "Am Tonloch" in Machern, wo er durch seine große Kleintierhaltung mit Zucht von edlen Siamkatzen sowie durch das ortsbekannte "Badengehen zum Vollert" von sich Reden machte. 2 seiner 3 Kinder gingen in Machern zur Schule. Die Familiengrabstätte der Vollerts befindet sich auf dem alten Friedhof von Machern.

"Die Kirche von Machern" von Maximilian Vollert, 1984 (Familienbesitz)
(Aufnahme: H. Mielke)
Walter Tröger
(5. 3. 1907 - 21. 6. 1969)
1950er
und 1960er Jahren war er als produktiver Maler und Grafiker, aber auch
als Sportbegeisterter in der Freitagskeglerrunde in Machern bekannt.
Seine
künstlerische Vorliebe galt der Porträtmalerei, wie es seine
Hinterlassenschaften nachdrücklich kund tun. So hängen im
Macherner
Schlossrestaurant drei seiner Selbstbildnisse (eins davon s. Bild
l.). Dank gebührt Ekkehardt Möller aus Wurzen, der das
Porträt von Emil Kleine, einem Macherner Gemeindearbeiter, als
Foto
zur Verfügung stellte (Bild) und den Gringmuths, die mit dem von
Walter
Tröger 1968 gemalten Geschäftsplakat auch ein
schönes
Andenken an den Künstler bewahrt haben.

Paul Walther
(16. 4. 1921 - 3. 10. 1997)
war.
Nach dem Krieg 1945 arbeitete er an verschiedenen Orten und in
verschiedenen
Berufen, auch als Bergmann im Erzgebirge bei der "Wismut". Er liebte
das
Malen weiterhin sehr. So portraitierte er dort auch "Bergleute unter
Tage".
Schon ab den 1960er Jahren befasste er sich mit dem Siebdruck und schuf
damit viele wertvolle Bilder. Sein Hauptinteresse galt aber dem
"schnellen"
aquarellieren von Landschaften und Blumen. Nachdem er 1994 seinen
Wohnsitz von Wurzen nach Machern in den "Schloßblick" verlegt
hatte,
wurde er hier nicht nur schnell und allseitig als radfahrender
"Naturbursche"
sondern auch als begabter Künstler bekannt, besonders durch die
Ausstellung
seiner Werke im Oktober 1996 im Schloss zu Machern. Seinen Nachlass
verwaltet
heute seine Tochter Helia
Müller.

"Landschaftsschutzgebiet Mulde bei Dehnitz"
(Aquarell von Paul Walther, 1972)
Werner Gruhle
(geb. 10. 1. 1926)
Steppuhn-Gruhle
in den "Schloßblick" nach Machern, wo sie schon seit den
1950er
Jahren durch ihren Gartenbesitz am Zeititzer Weg mit dem Ort verbunden
sind. Während seiner Lehre zum Farbenlithografen hat sich
Werner
Gruhle mit den Grundlagen der Farbenlehre und den verschiedenen
Maltechniken
vertraut gemacht. Er war und ist ein Hobby-Kunstmaler geblieben. Nach
1945
arbeitete er in Leipziger Reproduktionsanstalten und
befaßte
sich dort mit Gemäldereproduktionen. Später studierte
er
an der Ingenieurschule für Polygrafie in Leipzig. Nach einem
wirtschaftswissenschaftlichem
Fernstudium war er als Dozent an der Ingenieurhochschule und der
Technischen
Hochschule von Leipzig für Betriebswirtschaft tätig. Im
Rentenalter
widmet er sich wieder verstärkt der Porträt- und
Aquarellmalerei
(Landschaften, Heimat- und Reiseimpressionen), leitete
künstlerische
Arbeitsgemeinschaften in Leipzig und im Kinder- und Jugendhaus von
Machern
und ist im künstlerischen Schaffen bemüht, Atmosphäre
und
Stimmungen wiederzugeben. Das obige Foto von Werner Gruhle machte
H. Mielke 2005 in dessen Wohnungsatelier.

Horst Kniesche
(16. 3. 1929 - 17. 4. 2006)
