
Die Geschichte von "August": "August", rechts im Bild, ist ein
kastrierter männlicher Esel
mit Familie. "Mama", in der Mitte des Bildes, ist seine Eselfrau und
die zweijährige "Schönheit", daneben ihrer
beider Kind aus der Zeit, wo "August" noch seine volle männliche Potenz
besaß. Bettina Stolle hat die Gruppe aus Holzhausen für ihre
"Little Stone Hill
Ranch" in Kleinsteinberg erwerben können. Hier sorgt die
Eselfamilie
zusammen mit vielen anderen Haustierarten für das Westernflair nicht
nur bei
Country-Feten mit Cutting und anderen Attraktionen, sondern auch im
allgemeinem. Eindrucksvoll sind für Ranchbesucher immer wieder
Beobachtungen der Verhaltensreaktionen der Esel, die in der Koppel mit
den
Pferden gemeinsam weiden. Kommt die Pferdegruppe zur Tränke, wo sich
die
Esel gerade den Durst stillen, dann verlassen diese sofort, jedoch
nicht
angstvoll, sondern eher bedächtig den Platz, ohne dabei ihre großen
Vettern
auch nur eines Blickes zu würdigen. So etwas ähnliches in einer anderen
Beziehung muß Wilhelm Busch zu dem nachfolgenden Gedicht
inspiriert
haben:
Nun kommen da und bleiben stehn
Der naseweisen Buben zween,
Die auch sogleich, indem sie lachen,
Verhaßte Redensarten machen,
Womit man denn bezwecken wollte,
Daß sich der Esel ärgern sollte.
Doch dieser hocherfahrne Greis
Beschrieb nur einen halben Kreis,
Verhielt sich stumm und zeigte itzt
Die Seite, wo der Wedel sitzt.
Die Geschichte von "Muck": Im Juli 1997 verschaffte Landrat Dr.
Gerhard
Gey dem gerade geborenen Eselhengstfohlen des Ziegenhofes
Fremdiswalde eine besondere Würdigung mit der durch ihn persönlich
als
Oberster Dienstherr des Muldentalkreises vorgenommenen Taufe auf den
Namen "Muck".Auf dem Bild ist "Muck" fast ein Jahr alt. Zusammen mit
seiner
Mutter "Lisa", einem Europäischen weißen Esel, weidet er etwas getrennt
von
den auf dem Ziegenhof von Christiane Schumann und Peter Köditz
noch
vorhanden zwei Eseln. Es sind dies die vielerorts durch ihr
geschmücktes
Auftreten bei Festen und durch Ziegenhofbesichtigungen besonders bei
Kindern bekannte "Sulaika", eine 25 Jahre alte
helle Bulgarische Eselstute,
und der Neuzugang aus Mölkau, bei dem es sich um die 10 Monate alte
"Gini"
handelt , eine dunkle Katalanische Riesenesel-Stute, die schon jetzt
eine
beträchtliche Größe aufweist. Genauso wie "Muck" und seine Mutter
weiden
auch sie hier zusammen mit Shetlandponys. Rundherum sieht man Ziegen
über Ziegen, wohl an die 100 Stück, von denen 70 gemolken werden .
Daneben gibt es noch viele andere Haustiere . Einige sind fast als
Exoten zu
bezeichnen, wie die Pfauen und das Stachelschwein. Den Clou stellt aber
das
im Mai diesen Jahres auf dem Ziegenhof geborene Maultier-Mädchen mit
dem
vorläufigen Namen "Winzling" dar, worüber an anderer Stelle berichtet
werden soll.
Die Geschichte von "Peter": Der "Peter" ist ein 6jähriger
Katalanischer
Riesen- oder Reitesel mit typischer "Mehlnase und weißen Augenringen".
Zusammen mit der gleichaltrigen Eselstute "Susi", im Bild hinter ihm,
bildet er in echtes
reinrassiges Eselpaar, das auf dem Gut Mölkau, einem Betriebsteil
der
Ökologischen Stadtgüter Leipzig sein zu Hause gefunden hat.
"Peter" machte
bereits in dreierlei Hinsicht von sich Reden. So gebar ihm "Susi" seine
reinrassige Tochter "Gini", die jetzt auf dem Ziegenhof Fremdiswalde
lebt.
Weiterhin ist er der Vater des im diesjährigen Mai geboren
Maultierfohlens
"Pandora". Und drittens wurde er ob seiner besonderen Qualitäten im
Umgang
mit Pferdestuten als Beschäler zur Maultierproduktion ins
Brandenburgische
ausgeliehen. Den beiden Katalanischen Rieseneseln geht es auf dem Gut
Mölkau unter der Leitung von Maître Gerhard Wieck bestens. Dort
sind sie wie
die anderen Haustiere begehrte Schauobjekte für die vielen Besucher,
die
besonders an den Wochenenden und an Feiertagen in den neu und modern
gestalteten Guts- und Parkanlagen Entspannung und Erholung bei
gleichzeitiger unaufdringlicher
ökologisch-landwirtschaftlich-biologischer
Bildung suchen.
"VMedia4444@aol.com schreibt zum Gegenstand 'Help mein Esel ist schwanger': Hallo, können sie mir sagen, wie lange ein Esel tragend ist??? Habe schon viel gehört von 9-14 Monate. Danke für die Antwort."
Die Antwort lautete:
"Hallo, Anonymus 4444, wie das so in der Biologie ist, weist auch die Tragezeit beim Esel tatsächlich einen Schwankungsbereich auf. Und dazu, wie das auch so ist, gibt es dann noch unterschiedliche Angaben, gleichermaßen auch für den Durchschnittswert. Einmal wird letzterer mit 380 Tagen und der Schwankungsbereich mit 360-390 Tagen, einandermal mit 360 Tagen bzw. mit 348-377 Tagen angegeben. Ob darin auch die entsprechenden Zeiten für eine mit einem Pferdehengst fremdgegangene Eselstute enthalten sind, kann nicht eindeutig von mir benannt werden. Bestimmt passen sie aber in den von Ihnen angegebenen weiträumigen Schwankungsbereich noch hinein. Probieren Sie es doch mal mit Ihrem Esel aus. Jetzt lassen Sie erst einen Esel austragen und nächstes bzw. übernächstes Jahr einen Maulesel. Es grüßt Sie Prof. H. Mielke."
Hiermit wurde ein Problem der Fortpflanzungsbiologie des Esels
angesprochen, das die berechtigten unterschiedlichen Angaben über die
Tragezeiten berührt. Diese sind in hohem Maße der Vielfalt und Vielzahl
ungelenkter Eselkreuzungen anzulasten, die früher und auch jetzt noch
ohne
ein bestimmtes Zuchtziel mit Eseln unterschiedlichster Herkunft
stattfanden
und -finden.
Von Deutschland südostwärts Reisende können den dunklen Bulgarischen
Esel mit "Mehlnase, Mehlbauch und weißen Augenringen" ab und an und
hier
und dort als Einspänner vor den kleinen Eselwagen bulgarischer
Kleinbauern
oder auch auf den Traditionellen Eselmärkten sichten. In den bergigen
Regionen Bulgariens dient der Esel im übertragenem Sinne als sehr
wertvolles "Motorrad".
In Fes zieht eine vierköpfige Packesel-Karawane und an anderer Stelle ein berittener Esel
schnellen Schrittes durch die engen Gassen der Medina. Wehe dem, der
den Ruf des Eseltreibers oder Eselreiters:
"Weg frei!" nicht beachtet. Denn die Esel trippeln ungeachtet
beweglicher
Hindernisse unbeirrt vorwärts, angeführt bei der Karawane von ihrem
"sturem" Leitesel. Alle
diese Esel tragen auf ihrem Rücken dicke Polsterdecken. Darauf liegen
dann
die Gurte der beidseitig herabhängenden Lastentragetaschen oder direkt
sperrige oder große Lasten.
Die Zyprischen Esel sind in Größe und Aussehen den Katalanischen
Rieseneseln und auch den Bulgarischen Eseln sehr ähnlich. Ihre Zahl
beträgt
auf Zypern etwa 180, bei ungefähr 3500 Mulis (Maultieren und Mauleseln)
und
1800 Pferden. Die Esel dienen als Reit- und Lasttiere, sie helfen den
Bauern beim Hüten ihrer Schafe- und Ziegenherden, und sie werden für
die
Muli-Produktion benötigt. Das Bild zeigt Andreas Methodiou auf seiner
vierjährigen Eselstute "Margherita" zusammen mit ihrem 6monate alten
Eselfohlen "Jorgulla". Andreas arbeitet als Helfer auf der
Veterinär-Service-
Station in Ormideia und ist passionierter Hobbytierhalter von Ziegen
und
Eseln.
Mit diesen drei Geschichten über Auslandsesel wurden südeuropäische und nordafrikanische Regionen berührt, die mit zu den Herkunftsländern der in Deutschland gehaltenen Esel gehören. Esel tragen alle, wo sie auch leben, das Erbe ihrer kargen Heimatgebiete insich, wo sie bei spärlicher Nahrung und unwirtlichen Bodenverhältnissen ihre Entwicklung genommen haben.
Am Schluß sei herausgestellt, daß der Esel an sich ein anhängliches, intelligentes und feinfühliges Tier mit einer ausgeprägten Persönlichkeit ist, das gegenwärtig wieder mehr und mehr angemessene Beachtung findet und auch weiter finden soll.