Der aufwendige Erdeinschnitt bei Machern war für die Erbauer der L.D.E.-Strecke noch mit weiteren Schwierigkeiten
verbunden. Das betraf seine Überbrückungen. Den Machernern sollten durch den angelegten "tiefen Graben" keine Nachteile
entstehen etwa durch die Behinderung der gewohnten Zufahrten zu ihren südlich davon gelegenen Felder. Auch die Wege
nach Brandis, Polenz, Zeititz und Leulitz waren für die Bevölkerung zu garantieren. Also bekamen alle vorhandenen Wege
auch entsprechende Brücken über den Einschnitt, insgesamt vier.
Das geht aus dem 1839 gedruckten und 1989 neu
herausgegebenen "Panorama der Eisenbahn zwischen Leipzig und Dresden" hervor (Bild). Ab Mai 1838 fuhren die Züge
dann von Leipzig bis Machern und ab Juli 1838 bis Wurzen, aber schon ab April 1839 auf der ganzen Strecke bis Dresden
und jeweils zurück.

Die erste Brücke aus Richtung Leipzig bei Machern befand sich am Schwarzen Berg und war damals schon sehr stabil aus Steinen errichtet worden. Sie ermöglichte die Fortführung des Weges nach Brandis. Es gibt leider keine weiteren Kenntnisse über sie. Wahrscheinlich verlor der dortige Weg nach Brandis an Bedeutung, weil ein neuer von der zweiten Brücke aus nach Brandis entstanden war. Deshalb wurde sie wohl schon 1884 abgerissen. Ältere Macherner erinnern sich in diesem Zuammenhang an einen inoffiziellen Schienenübergang etwa an dieser früheren Brückenstelle, "der besonders von den Jägern benutzt wurde". Früher hatte der Weg von der Leipziger Straße zu dieser Brücke den Namen Jagdweg (s. Beyreuther, 1938).
Die zweite und die dritte Brücke entstanden erst als hölzerne Bockbrücken, wie sie auch in
den Machern-Büchern von
Bormann und Franz (1991) und im Sax-Album (1995) abgebildet sind.


Die dritte, die Zeititzer Brücke, ermöglichte den Weg nach Zeititz und Leulitz. Sie
stand in Fortführung der die Wurzener Straße kreuzenden Lindenalle nach Süden und wurde am 11. Juni 1968 abgerissen.
Im gleichen Jahr war am 28. August der Verkehr über die neuerbaute Macherner Spannbetonbrücke freigegeben woren.
Da stand noch die Brandiser Brücke.

Die vierte Brücke war eine hölzerne Sprengwerkbrücke. Ohne Pfeiler überspannte sie die Gleise im Gebiet des sogenannten
weichen Einschnittes und garantierte die Fortführung des Wirtschaftsweges von der Wurzener Strasse auf die Felder südlich
der Bahnlinie. Das Land, auf dem heute das Wohngebiet Schlossblick steht, gehörte auch dazu.

Als Vorbereitung auf den Bau der neuen Brücke mit einer vorgelagerten zentralen Kreuzung im Ortszentrum von Machern ist
der Abriss des Gasthofes "Zur Eisenbahn" einzuordnen, der schon vor 1939 begann, jedoch erst kriegsbedingt nach 1945
vollendet wurde. Damit war Baufreiheit für ein Stück Polenzer Straße von der Kreuzung aus geschaffen, an die sich der neue
Brückenübergang anschloß, um danach in drei Richtungen weiterzuverlaufen: nach dem Macherner Waldwinkel und dem
Flugplatz Brandis-Polenz (geradeaus), nach Brandis (rechtsab) und nach Zeititz-Leulitz (linksab). Der Brückenbau wurde in den
Jahren von 1966 bis 1968 bewältigt. Und Machern hatte eine neue Spannbetonbrücke (Bild).
Wenn gefragt wird, ob
ihre Lage damals auch zweckmäßig gewählt wurde, so dürfte die Antwort bei allem Für und Wider in Bezug auf
nur eine Brücke wohl eindeutig ja lauten.

Am 18. September 2000 begannen an dieser Brücke umfangreiche Sanierungsarbeiten, die mit beträchtlichen Verkehrseinschränkungen des jetzt nur halbseitigbefahrbaren Überganges verbunden sind. Die Arbeiten sollen nach Informationen des zuständigen Straßenbauamtes Döbeln-Torgau am 30.Mai 2001 zu Ende geführt sein.