Am "Hirschgarten" verabschiedet uns das
Damtier "Frieda", die Lieblingsdame von Hirsch "John" zum
zweiten Teil unseres Winterspazierganges durch den Macherner Schloßpark:
Wir blicken neben dem "Hischgarten" am Nordosteingang des Schloßparks
auf die "Kastanienallee":
Geht man nun die "Kastanienallee" hinein in Richtung "Schwemmteich"
und biegt am ersten Weg links ab, so kommt man zu der 1792 erbauten "Pyramide",
auch "Gräfliches Mausoleum" genannt, und sieht durch die Bäume
hinter ihr schon die "Ritterburg":
Vor uns das prächtige "Eingangportal
der Pyramide" mit 4 Stufen, 2 Löwen und 2 dorischen Säulen,
darüber die Inschrift "Unseren Entschlafenen". Zur "Pyramide" gehört
noch das sich vor ihr ausbreitende große Wiesenrondell, in dessen
Mitte 1996 die restaurierte Skulptur einer "Herkulanischen
Vestale", Dienerin der "Vesta", der Göttin des Herdes und der
Familie, aufgestellt wurde:
Weiter geht es zur "Ritterburg":
Man sieht sehr schön den 36 m betragenden Abstand zwischen Eingangsportal
(rechts) und Burgturm. Beide verbindet ein unterirdischer Gang:
Der "Eingang zur Ritterburg"
mit 4 Säulen aus Rochlitzer Porphyrsteinen zusammengesetzt. Dahinter
der 26 m hohe, begehbare Burgturm
der
1795/96 künstlich errichteten mittelalterlichen Anlage:
Gehen wir nun von der "Ritterburg" in südöstlicher Richtung
auf den verschneiten Parkwegen weiter, dann treffen wir auf den Standort
des "Bauernhauses". Es existierte von 1796 bis 1942. Von hier aus hatte
man einen schönen Blick an vier Eichen vorbei in die sich nach Süden
erstreckende freie Landschaft. "Zwei der vier
Eichen" stehen heute noch an ihrem damaligen Fleck:
Der Weg führt vorbei an der 1790 erbauten künstlichen
Ruine, die wie eine Bastion wirkt. Zu Ehren des Preußischen Königs
Friedrich Wilhelm II., der 1792 in Machern seinem Oberstallmeister,
dem Grafen Carl von Lindenau, einen Besuch abstattete , wurde sie
"Wilhelms
Ruh" genannt. 2002 erfolgte ihre Restaurierung:
Auf dem Wege zur früheren "Englischen Anlage" kommen wir
zu der 1998 wiedererrichteten "Schießwand"
als symbolisierter Teil einer Kirchenruine:
Kurz vor der "Schießwand" biegen wir nach rechts zu dem
1998 ebenfalls restaurierten "Käuzchenbad"
ab, das sich in der "Hölle", einem im Sommer schattigen und
kühlen Teil des Parkes befindet. Es enthält eisenhaltiges Quellwasser.
Früher hat dort die Skulptur einer kleinen Eule auf einer Säule
gestanden. Das auf dem linken Bild zusehende Käuzchen war 1998 eine
fotomontierte Ersatzlösung. Denn seit September 1999 befindet sich
dort wieder eine nach alten Bildern originalgetreu gefertigte kannelierte
Säule mit Käuzchen (Bild in der Mitte und Bild rechts):


Vom "Käuzchenbad" steigen wir die Anhöhe zum "Schwemmteich"
empor, sehen rechts den Agnes Tempel und gehen dort auf seiner Ostuferallee
mit Erlen und Eichen bis deren Ende. So gelangen wir zu einer Bank , auf
der die Gräfin Henriette, die Frau von Carl Graf von Lindenau, vor
zweihundert Jahren oft verweilt haben soll und den schönen Blick über
den Teich genoß, zu "Henriettens Ruh"
:
Von hieraus gehen wir in die "Blutbuchenallee". Rückblickend
sieht man jetzt die "Blutbuchenallee"
in ihrer vollen winterlichen entlaubten Pracht. Sie umfaßt 20 gepfropfte
Bäume dieser besonderen Rotbuchenmutation und endet an der "Kugellindenallee":
Die "Kugellindenallee" wies
im Park 1998/99, wie das linke Bild unten zeigt, noch drei Exemplare dieser
früher besonders beschnittenen, die kugelform erzeugenden Lindenbäume
auf. Der Hohlstamm der im linken Bild vorn stehenden altehrwürdigen
Kugellinde brannte am Neujahrstag 2001, so dass die Feuerwehr ausrücken
musste. Zu retten war der Baum nicht mehr. Daher wurde der Stammrest gefällt.
Im Park stehen jetzt nur noch zwei Exemplare dieser alten Lindenbäume
mit dem beachtenswerten Verschnitt. Fünf weitere befinden sich aber
noch außerhalb des Parks an der Mittelschule in der Goethestraße.
Sie gehörten einst zu denen im Park und bildeten die Kleine Lindenallee.
Diese begann mit den zwei Bäumen des "Kugellindentores" an der Goethestraße
(Bild unten rechts) und endete an der Blutbuchenallee, eben an der Stelle
des beschriebenen ersten Brandopfers im 3. Jahrtausend in Machern:

Hier vom Ufer in der Nähe der "Kugellindeallee" hat man einen
wunderbaren Blick über den "Schwemmteich"
bis hin zum "Agnes Tempel". In das Bild ragen Fruchtstände mit den
interessanten Samennuß-tragenden Flugapparaten einer Weißbuche
hinein:
Auf dem Wege weiter zum "Tempel der Hygieia" sieht und hört
man einige Wildenten laut beim Durchsuchen
des verschneiten Parkbodens schnattern. Hinter ihnen befindet sich das
im Sommer recht dunkle Parkgebiet mit dem "Poetenweg", in dem von 1782
bis1946 auf dem Steinquadrat die "Eremitage",
das abseitsgelegene Einsiedlerhaus, der Lindenau-Zeit stand. Bei den letzten
Schnetgers wurde es profanerweise, aber seinem Zweck entsprechend, nur
das "Kahnhaus" genannt:
Wir sind am "Tempel der Hygieia"
angekommen und sehen in ihm die Skulptur der Göttin der Gesundheit,
Hygieia,
stehen, die eine Schlange aus einer Schale füttert. Sie ist die hilfreiche
Tochter von Äskulap, dem Gott der Medizin, und die Enkelin von Apollo,
dem Gott der Künste und Wissenschaften:
Halbkreisfömig wird der "Tempel der Hygieia" von einer noch
jungen Anpflanzung von "Stechpalmen-Sträuchern"
gesäumt, die zu dieser Jahreszeit besonders auffällig sind. Sie
haben glänzend grüne, wellig gerandete, dornig gezähnte
Blätter. An einem Strauch sieht man einige der knallroten Früchte,
die im Park zu dieser Jahreszeit die einzigen auffälligen Farbtupfer
sind:
Wir gehen vom "Tempel der Hygieia" vorbei an einem kätzchentragenden
Haslnußstrauch in Schloßrichtung und betreten die "Tulpenbaumallee"
mit ihren 9 wertvollen Bäumen. Da sie1998 alle intensiv geblüht
hatten, sieht man an ihren Zweigen auch eine Vielzahl von den im Herbst
in schöner Zapfenform vorhandenen Fruchtständen. Jetzt haben
sie ihre Samen fast alle abgestoßen und sind nur noch als Rudimente
mit zentralem Stempel und unterem samentragendem Flügelkranz vorhanden:
Nach dem Durchschreiten der "Tulpenbaumallee" kommen wir, nun
wieder in Schloßnähe, zum
"Streicheltiergatter"
mit den 6 Schloßschafen: Es sind 2 Romschnucken, 1 Kamromschnucke
und 3 Kamerunschafe:
Wir biegen nach links in die Richtung der "kleinen Lindenallee"
ab und betreten den Hypotenusen-Weg des "Englischen Dreiecks", den ältesten
Teil des Schloßparks: vor uns das dreiflügliche
Schloß und zu seinen "Füßen" die
"Wallwiese",
vormals der "Wallteich".Rechts neben dem Schloß steht der im Mai
immer einzigartig blühende Blauglockenbaum (Paulownia):
Genau ein Jahr zuvor, im Februar 1998, herrschte hier ein fröhliches
Rodeltreiben vor der
"erneuerten Macherner Skyline"
mit
Schloß, alter Platane, Kavalierhaus, Eschenahorn und Kirche und Rathaus
(v. r. n. l.):
Beim Umdrehen erblicken wir diese schöne, fast
hundert Jahre alte Eibe. Sie ist männlich und trägt
gerade viele kleine gelbliche Köpfchen (Zapfen) an ihren Zweigspitzen
. Unter ihr steht der Gedenkstein der Familie
Schnetger von 1906 zum hundertjährigen Jubiläum der
Inbesitznahme von Schloß, Park und Rittergut auf Machern:
An der Ecke Lindenallee/Goethestraße verlassen wir den Park
und schauen zurück zum Schloß über das
"Englische
Dreieck" mit der "Denkenden Muse" ("Polyhymnia")
im Winterschutzhäuschen, mit dem zur Winterszeit stillgelegten Springbrunnen
und links mit drei alten ehrwürdigenden Bäumen: einer Weißbuche,
einer Blutbuche und einer Eiche:
Den Winterspaziergang durch den verschneiten Macherner Schloßpark
beenden wir mit einem zusammenfassenden Überblick über die vielen
interessanten Früchte und Fruchtstände sowie über stäubende
Haselnußkätzchen, die alle zu dieser Jahreszeit im Park zu finden
waren. Das sind im einzelnen:
Beschuppte Fruchtbecher und Eicheln von Eichen (1), Haselnüsse
und Haselnußkätzchen mit gelbem Staub eines Haselnußstrauches
(2), stachelbewehrter Fruchtbecher und dreikantige Bucheckern von Rotbuchen
und Blutbuchen (3), Flugapparate mit den kleinen Nüssen von einer
Weißbuche (4), rote Frucht am Zweig von einer Stechpalme (5), Zapfen
und samentragende Flügel eines Tulpenbaumes (6), Flugapparate mitSamen
von Linden (7), Zäpfchen am Zweig von der männlichen Eibe (8),
Doppelschließfrüchte mit spitzwinkligen Flügeln vom Eschenahorn
(9), kugliche Fruchtstände und Samen von der Platane(10) und spitzovale
Samenkapseln und Samen von der Paulownie(11).