Drei Beispiele aus
Internetveröffentlichungen für "nicht echte Wappen" als Motive auf gusseisernen Kaminplatten, zu denen auch der
Macherner
Doppeladler in der Kinderheim-Villa (s. o.) zu zählen ist. Die
darauf angegebenen
Jahreszahlen entsprechen keineswegs dem Herstellungsjahr. Sie können
jüngeren Datums sein.
Vermutlich
wollten sich die Formenschneider/Eisengießer/Ofenbauer mit niemanden
wegen der
Wappenrechte anlegen. So statteten sie den Doppeladler frei mit echtem
Zubehör
aus (Reichsschwert, Reichszepter, Reichsapfel, Rangkrone und
Brustschild), aber
frei zusammengestellt, in Anlehnung an
echte Wappen mit dem Doppeladler des Heiligen Römischen Reiches
Deutscher Nation (1433 bis 1806) bzw. des weiter benutzten
Doppeladlers der Österreichisch-Ungarischen
Monarchie (1868 bis 1918). Damit bedienten sie die Wünsche ihrer
"prunksüchtigen" Kundschaft aus den verschiedenen, besonders adligen
Gesellschaftsschichten nach etwas Außergewöhnlichem, nach
etwas Modischem für ihre Kamine.
2. Auf Ofenplatte
am Kastenofen in der Kirche
Nach
der
ersten Nutzung der Gussplatten mit Motiven im Kaminbau kam es dann zur
Anwendung auch bei den freistehenden Eisenplattenöfen. So
ein Kastenofen etwa von
1768 ist in der Macherner Kirche erhalten geblieben (Bild u.).

Der Kastenofen in der Patronatsloge der Macherner
Kirche mit 6 kunstvoll gestalteten Ofenplatten, gestiftet
wahrscheinlich von Heinrich Gottlieb Graf
von Lindenau: eine mit
dessen Grafenwappen (Bild r.) und zwei
mit gleichem Motiv (nackte Artemis
mit Köcher und Pfeil, umgeben
von 2 Jagdhunden und 2 Eroten, die
Geschichte mit dem Jäger Aktaion
andeutend), zwei
mit freien
Dekorationselementen und eine mit unklarem Motiv eines nackten
Jungen mit
Fahne).
3. Auf Relieftafel am historischen Brunnen
vor dem Rathaus
An
einem der 18 Sandsteinblöcke des Macherner Brunnens ist die
gegossene
Relieftafel mit dem
Lindenauischen Grafenwappen angebracht (Bilder).