Historisches
Der Macherner Hirschgarten wurde am 19. 9. 1998 im Rahmen des Parkfestes
eröffnet. Schon im Mai zuvor war er fertiggestellt und mit dem Damhirsch
John und 3 Damtieren besetzt worden.
Dieses
Schaugehege ist für einen Besatz von 10 Stück Damwild vorgesehen.
Es befindet sich im Nordwesten des Parks zwischen
Hohlweg und Deponie. Die Realisierung des Projektes erfolgte durch den
Förderverein Schloss und Landschaftsgarten Machern mit Hilfe vieler
Sponsoren bei initiativreichem Einsatz und unter Leitung von
Petra Puttkammer, damals Parkdirektorin, heute Geschäftsführerin
der Macherner Grünprofi GmbH.
Die Eröffnung des Hirschgartens ist historisch verknüpft
mit dem im Macherner Landschaftsgarten von Carl Graf von Lindenau in den
1790iger Jahren eingerichteten Thiergarten etwa im Bereich des heutigen
Tiergartenweges (s.Plan v. Lange 1795). Als die
Lindenaus 1802 ihre Besitzungen veränderten und von Machern auf das
Gut Klein-Glienicke bei Potsdam zogen, wurde auch der Thiergarten geschlossen
und am 21. 10. 1802 der öffentlich Verkauf des darin gehaltenen
"Wildpreds" durchgeführt. Nach einer Akte im Sächsischen Staatsarchiv
Leipzig betraf das: 5 Rothirsche (darunter 1 Stück mit 14 Enden und
3 weiße Stücke), 19 alte Tiere (größtenteils weißes
Edel-Wildpred) und 8 Kälber sowie 4 Stück Damwildpred ( 1 starker
Schaufler, 1 altes Tier, 1 Schmaltier und 1 Wildkalb). (Akten-Tierbezeichnungen
wurden beibehalten.)
Nach 200 Jahren wieder ein weißer Hirsch in Machern: diesmal
ein Damhirsch, Schimmel genannt, der 2002 im Hirschgarten von Machern geboren
wurde und jetzt 3 Jahre alt und der Platzhirsch ist.
(Auf dem Bild im September 2005 mit gefegtem Schaufelgeweih seines
3. Kopfes).
"Der Herr der Hirsche": Horst Kunath
Horst Kunath ist alteingesessener Macherner, Jahrgang 1930 und gelernter Zimmermann. Er war hier von 1986 bis 1995 Parkarbeiter. Seit 1999 betreut er für den Förderverein Schloss und Landschaftsgarten Machern das Damwild im Hirschgarten und die dort zeitweilig vorhanden gewesenen Perlhühner und die noch vorhandenen Pfauen. Mindestens einmal täglich kommt er seither zum Füttern und zur Kontrolle der Tiere, sieht fürsorglich nach dem Rechten und schafft Ordnung.
Der Umgang mit den Wildtieren bereitet Horst Kunath nicht nur Genugtuung sondern auch viel Freude. Denn mehr als 25 Jahre war er Mitglied einer Jagdgesellschaft und hält sich heute noch anhand von Jagdzeitschriften fachbezogen auf dem Laufenden.
Damhirsch
John mit 4 Damtieren und 3 Kälber im dunkelgraubraunen Winterhaarkleid
(15. 11. 2003). Er wurde im September 2004 mit dem 8. Kopf erlegt. Bis
dahin war er der Platzhirsch und hatte 19 Nachkommen gezeugt, darunter
3mal Zwillinge.
Schau- und Erinnerungstafel von Damhirsch John im Rittersaal
der Macherner Ritterburg mit den abgeworfenen Spießen von 1998 (u.)
und Stangen der Schaufelgeweihe von 1999 bis 2004 und der Abschusstrophäe
von September 2004 (Sammlung und Tafelidee: H. Kunath und P. Puttkammer).
Horst Kunath dankt vielmals all denjenigen aus der Bevölkerung,
besonders auch den sammelfreudigen Kindern, die das Macherner Damwild ebenfalls
lieben und immer wieder mit Wildfutter versorgen.
Ihm selbst, dem "Herrn der Hirsche", sei an dieser Stelle ein weiteres
Mal großer Dank für seine nimmermüde Hirschgarten-Einsatzbereitschaft
ausgesprochen.
Der weiße Damhirsch
Der Zukauf eines tragenden Damtieres aus Nischwitz, das ein Halsband trug und immer noch trägt und deshalb Halsbandtier genannt wird, führte 2002 zur Geburt eines Kalbes mit hellrötlichen Haaren, das damit anders aussah als die gleichaltrigen Kälber der anderen Macherner Damtiere mit ihren rotbraunen Haaren und weißen Tupfen sowie schwarzhaariger Wedeloberseite. Dieses Kalb hellte in seiner Farbe immer weiter auf.
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Spieße abgeworfen (Mai 2004)
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Der nun fast völlig weiße Hirsch wurde im Herbst 2004 infolge
des erforderlichen Abschusses von John zum nachfolgenden Platzhirsch mit
inoffiziellem Namen Schimmel. Er beschlug die 4 Alt-Damtiere, darunter
auch das Halsbandtier, und sorgte erfolgreich für weiteren Nachwuchs:
im Juni 2005 wurden 4 Kälber geboren. Das Kalb vom Halsbandtier ist
männlichen Geschlechts und hat eine hellrötliche Haarfärbung
und keine schwarzen Haare auf der Oberseite des Wedels. Damit gleicht es
im Aussehen dem 2002 geborenen Kalb des Halsbandtieres, das heute der weiße
Damhirsch Schimmel ist. Es wird wie er durch weitere Aufhellung ein weißer
Damhirsch werden.
In freier Natur kommt weißes Damwild nur zu etwa 1% vor. Bei
Gatterhaltung kann dieser Prozentsatz höher liegen, weil oft eine
gewünschte Auswahlzucht betrieben wird. Man nimmt an, dass die
weiße Farbe bei diesen Damtieren, die keine Albinos sind, auf einem
rezessiv vererbaren weißen Aufhellungsallel beruht, das weiße
Tiere doppelt tragen. Das heißt, sowohl weiße als auch wildfarbene
Eltern können weißfarbene Kälber gebären. Eine Paarung
weißer Tiere bringt aber keine wildfarbenen Nachkommen (Reinken,
G.: Damtierhaltung. 1987).