Die Züchtung
der gleichnamigen Erdbeersorte gelang nämlich erst 1902, genau einhundert
Jahre, nachdem Carl Heinrich August als letzter Lindenau seinen Macherner
Besitz verkauft hatte und ins Preußische übergesiedelt war.
Die Frucht, deren Schöpfung dem damaligen Inhaber des Obstgutes Machern,
Paul Schmidt, zugeschrieben wird, ließ das Dorf weit über die
Grenzen des Königreichs Sachsen hinaus bekannt werden. "Von den Gästen
fürstlicher Tafeln wurde die Erdbeere täglich telephonisch begehrt
und bestellt.", hielt Schmidt in seinen Aufzeichnungen fest. Bis heute
weiß man das Aroma der dunkelroten, saftigen Beeren zu schätzen,
auch wenn die Sorte inzwischen etwas schlichter "Machern" heißt und
ihr seit Jahren die veredelte Nachfolgerin "Ostara" den Rang abläuft.
Auch ohne den "Ruhm von Machern" dürfte die Tafel der Lindenaus reich
mit Früchten gedeckt gewesen sein...
preisgibt: So
das Schloss mit der imposanten, heute für exklusive Trauungen nutzbaren
Ritterstube und die Schlossgaststätte mit köstlichen Speiseangeboten
wie auch der große Landschaftsgarten mit seinen vielen Parkbauten,
worunter besonders hervorzuheben ist die "Pyramide von Machern",
das gräfliche Mausoleum. Sie wurde 1792 von Ephraim Wolfgang Glasewald
als Architekt für Carl Heinrich August Graf von Lindenau erbaut.
Man sollte bei Beginn des 3. Millenniums auch an die anderen Rühmlichkeiten von Machern denken, die der ehemalige Kantor und Oberlehrer Ernst Beyreuther 1938 in seinem Buch "Machern - im Wandel der Zeit" herausstellt:
In der Mitte des 19. Jahrhunderts brachte
Wilhelm Schnetger, der damalige Macherner Rittergutsbesitzer, von seinen
Reisen ins Ausland die Oelrose aus Bulgarien mit nach Hause und vermehrte
sie erfolgreich. Sie erhielt den Namen "Rose von Machern". Als bald
darauf die Rosenfelder in Miltitz bei Leipzig angelegt wurden, bezog man
die Rosenstöcklinge von Machern. Diese trugen dort mit zum internationalen
Ansehen der Duft- und Parfümherstellung bei der Firma Schimmel &
Co bei.
von 1933
ergab: 7352 Äpfelbäume, 4192 Birnenbäume, 1565 Süßkirschenbäume,
2042 Sauerkirschenbäume, 1166 Pflaumenbäume, 56 Mirabellenbäume,
10 Aprikosenbäume, 218 Pfirsichbäume, 70 Nußbäume,
zusammen 16671 Obstbäume. Und das bei damals 1354 Einwohnern. Als
Symbol des erfolgreichen Obstanbaus ist das "Windrad von Machern"
anzusehen (hier auf einer Machern-Ansichtskarte), das lange Zeit in der
Gärtnerei von Paul Schmidt stand.
von Sauermilchkäse,
von Harzer Rollern, mit dem anspruchsvollen Namen "Sachsengold",
die er 1914 im einem neuerbauten Gebäude in der Wurzener Straße
in Machern fortgeführte. Später "dirigierte" dort Karl Stamm
bis ins hohe Alter das berühmte "Sachsengold von Machern". Heute setzt
die Firma Findeisen in den Stamm-Gebäuden die Produktiontradition
fort und müht sich um gleichartigen Beliebtheitsgrad ihrer Produkte
aus der "Sachsengold" Käserei, wie ihn die der Stamms hatten.

Rechts ist das Bild einer Relief-Steinplastik, die sich unter dem Altan
des Macherner Schlosses befindet, mit betendem Ritter vor einem Kreuz.
Wahrscheinlich ist irgendwann einmal Christus hier von dem Kreuz entfernt
worden. Denn ältere Beschreibungen (Glaswald 1799 und Gurlitt 1898)
verweisen auf diesen betenden Ritter vor einem Kruzifix, der sich vor mehr
als 200 Jahren noch an seinem "Ursprungsort" in der Ritterburg des Macherner
Schlossparkes befand. "Der betende Ritter" in der Kirche ist eine wertvolle
Arbeit von dem Wittenberger Bildhauer Georg Schröter, der sie mit
Georg Wittenber I. gemarkt hat. "Der betende Ritter" oder das "Denkmal
eines Gerüsteten" ("der 2. betende Ritter von Machern") unter dem
Altan ist nach Gurlitt eine um 1796 entstandene geschickte Nachahmung eines
Werkes der Renaissance.